Hatte seine Hilfe angeboten: Albrecht Herold. Foto: sro

Seniorentaxi: Fraktionen sollen anschieben

Vaterstetten - Beim zusätzlichen Fahrdienst für ältere Mitbürger in Vaterstetten sind noch viele Fragen offen.

Der gute Wille ist da, bei der Umsetzung gibt es aber noch viele offene Fragen. Das wurde bei einem Zwischenbericht zum geplanten „Seniorenfahrdienst“ im Gemeinderat Vaterstetten deutlich. Nun sollen sich die einzelnen Fraktionen mit dem Thema beschäftigen. In absehbarer Zeit soll der Punkt wieder auf der Tagesordnung stehen, kündigte Vizebürgermeister Martin Wagner (CSU) an.

Nach der Veränderung des Busangebots auf verschiedenen Linien im Gemeindegebiet wurde aus der Bevölkerung die Einrichtung eines „Seniorenfahrdiensts“ gefordert. Unter anderem hatte Albrecht Herold, damals 81 Jahre alt, bereits Anfang Februar seine Hilfe angeboten. Er wollte eine Art kostenloses Seniorentaxi ins Leben rufen, seine eigenen Autos zur Verfügung stellen und auch selbst fahren (wir berichteten). Daraus wurde jedoch wegen Bedenken im Rathaus nichts.

Seitdem wurde in der Verwaltung aber weiter geplant und geprüft. Auch der örtliche „Beirat für ältere Bürger“ beschäftigte sich mit dem Thema. Informationen über verschiedene bereits laufende Modelle wurden gesammelt und Erfahrungsberichte eingeholt.

Der „Seniorenfahrdienst“ soll ein Projekt sein, das mit bürgerschaftlichem Engagement einen Mobilitätsbedarf deckt, der durch den regulären Busbetrieb des Öffentlichen Personennahverkehrs nicht aufrecht erhalten werden kann. Darin ist man sich einig. Dabei stellt der „Seniorenfahrdienst“ laut Rathaus eine Ergänzung zum regulären MVV-Angebot dar. Möglich sein könnten Fahrten zum Einkaufen, zur Apotheke, zum Friedhof, zur Bank aber auch zu Treffen mit Freunden oder der Familie. Über die Mitgliedschaft der Gemeinde im Vaterstettener Auto-Teiler könnten Fahrzeuge zur Verfügung gestellt werden, so eine der vielen Überlegungen.

Zwischenzeitlich hat laut Rathaus der „Beirat für ältere Bürger“ acht Gemeindebürger angeworben, die den „Seniorenfahrdienst“ als ehrenamtliche Fahrer unterstützen würden. Sie sind teilweise selbst Mitglied bei den Auto-Teilern. Für die Dauer einer Probephase könnte zunächst ein Mittelklassekombi oder ein Sieben-Sitzer-Van zu zwei festgelegten Terminen eingesetzt werden, beispielsweise Dienstagnachmittag und Donnerstagvormittag. Über eine bei der Gemeinde eingerichtete Telefonnummer könnten Montags- und Mittwochsvormittags die Fahrten gebucht werden. Das Rathaus gibt jedoch zu Bedenken, dass die Bereitstellung der Koordinationsstelle einen zusätzlichen Personalaufwand für die Gemeinde Vaterstetten bedeutet.

Aus Sicht der Verwaltung müssen nun noch einige Fragen geklärt werden, darunter rechtliche Aspekte zur Personenbeförderung und zur Versicherung sowie die Personalverfügbarkeit. lan

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