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„Die Tankstelle verschärft die Situation massiv.“ Anwohner Thomas Kussmann (50) an der B 304.

In der Gemeinde Vaterstetten

Straßenlärm an der B 304: Anwohner gehen auf die Barrikaden

Vaterstetten - Hupkonzerte, hoch drehende Motoren, laute Musik, quietschende Reifen, Benzingeruch: Anwohner Thomas Kussmann (50) aus Vaterstetten wehrt sich gegen die Belastung durch die Tankstelle an der Bundesstraße im Westen der Kommune. Aber das ist nur ein Punkt.

Kussmann hat eine „Anwohnerinitiative B 304“ ins Leben gerufen und Fragebögen an weitere Betroffene an der Straße verteilt, an deren Nordseite die Gemeinde Vaterstetten, im Süden die Gemeinde Grasbrunn liegt. Alle Rückmeldungen aus dem Bereich zwischen Möschenfelderstraße und Aurikelstraße beklagten den massiv zugenommen Verkehr auf der Bundesstraße, besonders bei schönem Wetter durch Sportautos und Motorräder sowie den massiv zugenommenen Lkw-Verkehr, sagt Kussmann, der seit 2004 in Vater-stetten lebt. Kritisiert würden zudem die oftmals massiven Geschwindigkeitsübertretungen. Der dichte Verkehr führe auch dazu, dass die Ausfahrt der Autos von der Tankstelle oft schwierig sei, betonte Kussmann gegenüber der EZ. Unzweifelhaft sei, dass die gesetzlichen Lärmgrenzen in diesem Streckenabschnitt deutlich überschritten würden und vom amtlichen Lärmkataster erheblich abwichen. „Nahezu jeder Autobahnparkplatz in Deutschland ist heutzutage besser vom fließenden Verkehrslärm abgeschirmt als wir Anwohner an der B 304“.

Positiv beurteilt Kussmann eine inzwischen stattgefundenes Treffen mit Vertretern des Tankstellenbetreibers. Diese hätten sich für die Anliegen der Anwohner offen gezeigt. Das Gespräch sei insgesamt ergebnisorientiert und freundlich verlaufen. Der Betreiber wolle unter anderem die Lärmschutzmaßnahmen überprüfen. Heftige Kritik kommt von Kussmann an der Gemeinde Vaterstetten. Diese biete keinen Gesprächstermin an und verweise auf zunächst notwendige interne Prüfungen.

Die Anwohner gehen nicht von einer schnellen Lösung aus, sagt Kussmann. Und wie diese Lösung aussehen könnte, „wissen wir nicht“. Jedoch könnte einiges kurzfristig und kostengünstig umgesetzt werden, „wenn sich die Verantwortlichen im Rathaus endlich ihrer Verantwortung bewusst werden“. Eine Ausweitung der Initiative auf den gesamten Straßenabschnitt Vaterstetten/Baldham wird ebenso überlegt wie ein Lärmbündnis mit anderen Gemeinden an der B 304 beziehungsweise an der Bahn.

„Wir würden ja gerne etwas unternehmen“, so die Reaktion von Vaterstettens Bürgermeister Georg Reitsberger. Die Situation sei jedoch schwierig. Und er wolle keinesfalls Erwartungen bei den Anwohnern wecken, die dann nicht erfüllt werden könnten, sagt der Rathauschef. Er will jedoch zu diesem Thema mit dem Bürgermeister der Nachbargemeinde Grasbrunn, Klaus Korneder, reden. Dieser hatte den Fragebogen der Initiative durch Zufall bereits in die Hand bekommen. Korneder weist jedoch gegenüber der EZ darauf hin, dass die B 304 eine Bundesstraße sei, die eine bestimmte Aufgabe erfüllen müsse. Die Möglichkeiten der Gemeinden im Sinne der Anwohner dort etwas zu unternehmen, seien „sehr beschränkt“.

Initiativen gegen den Straßenlärm hat es schon öfters gegen. So wurde 2012 in der Gemeinde eine Interessensgemeinschaft gegründet. Diese erreichte unter anderem eine weitgehend durchgängige Geschwindigkeitsbeschränkung auf 70 Stundenkilometer. Auch damals war die Tankstelle an der Bundesstraße bereits ein Thema.

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