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Thorsten Fricke (links) und Stefan Mayer bemühen sich, die Fragen der Besucher zu beantworten.

Streit um neuen Betreiber im GSD-Heim

Vaterstettener Senioren leben in Angst

Vaterstetten -  In dem Vaterstettener Gasthaus drängen sich Bewohner und Angehörige des benachbarten Seniorenwohnheims. Groß ist die Verunsicherung, wie es mit der Einrichtung weitergeht, wenn der Betreiber wechselt. 

Vergangene Woche hatte zunächst die derzeitige Betreibergesellschaft GSD zu einer Infoveranstaltung geladen. Ursprünglich sollte auch der künftige Betreiber, Carecon, dabei sein, wurde aber laut Carecon-Sprecher Thorsten Fricke kurzfristig wieder ausgeladen. Daraufhin lud Carecon zu einem eigenen Infonachmittag ein.

Fricke und sein Partner Stefan Mayer, Betreiber mehrerer Seniorenwohnheime im Chiemgau, bemühen sich, die Sorgen der Bewohner zu zerstreuen. Das gelingt allerdings nur unzureichend. „Die Familie Conle als Gebäudeeigentümer will investieren, braucht dazu aber den richtigen Partner und den sieht sie in der GSD nicht mehr“, sagt Fricke. Das läge auch an der ausstehenden Pacht von fast zwei Millionen Euro, weshalb die Familie Conle den Pachtvertrag mit der GSD fristlos gekündigt und eine Frist zur Herausgabe zum 31. Dezember 2016 gesetzt habe. Das wolle die GSD so nicht hinnehmen, am 13. November kommt es deshalb zum Prozess. Fakt sei aber, dass der Pachtvertrag zum 31. Dezember 2016 auslaufe und Carecon zum 1. Januar 2017 die Trägerschaft des Heims übernehme. Mit etwa 80 Mitarbeitern des Altenheims liefen Gespräche, gut 50 davon hätten bereits bei Carecon unterschrieben, darunter auch Heimleiter Sebastian Rokita.

„Es ist die Pflicht des Trägers, für das Wohl der Bewohner zu sorgen, dazu braucht er nicht nur das Gebäude, sondern auch genügend Mitarbeiter, darauf achtet auch die Heimaufsicht im Landratsamt“, erläutert Mayer. Die Bewohner müssten keine Angst haben, bei einem Trägerwechsel plötzlich auf der Straße zu stehen: „Alle Verträge werden übernommen“, versichern Fricke und Mayer.

Unterschieden werden muss jedoch zwischen Unterbringung im Apartment oder im Heim selbst: Bei ersterem handelt es sich um Mietverträge, die nahtlos weiterlaufen, da der Gebäudeeigentümer, die Familie Conle, ja der gleiche bleibt. Bei den Heimplatzverträgen hingegen komme es darauf an, ob es zu einer Übernahme oder zu einem Trägerwechsel käme, was faktisch ein Unterschied sei: „Bei einer Übernahme müssen Sie überhaupt nichts machen, da läuft alles weiter wie bisher. Bei einem Trägerwechsel müssen Sie Ihren Vertrag mit der GSD kündigen und mit Carecon einen neuen abschließen“, so Mayer.

Ob es zu einer einvernehmlichen Übernahme oder doch zu einem Trägerwechsel komme, entscheide sich in den nächsten Wochen. Genau das macht den Bewohnern Sorgen, denn ihre Verträge haben eine Kündigungsfrist von vier Wochen, müssten also bis Ende November gekündigt werden.

„Was passiert, wenn man einfach nicht kündigt?“, will eine Zuhörerin wissen, doch darauf weiß Mayer keine Antwort. „Sie werden auf jeden Fall von der Heimaufsicht angeschrieben“, betont er. Viele Zuhörer wundern sich, warum von der Heimaufsicht niemand zu ihnen sprach: „Das ist die einzige objektive Instanz, die uns erklären kann, wie dieser Übergang funktioniert“, meinen sie. Tatsächlich ist ein Mitarbeiter des Landratsamtes bei der Veranstaltung dabei, meldet sich aber nicht zu Wort.

Carecon plant bis Ende 2018 den Neubau von sechs Wohngruppen, danach soll das Bestandsgebäude nach und nach saniert werden. Viele Bewohner sorgen sich, dass dadurch ihre Heimplätze teurer werden könnten, doch Fricke versichert: „Alles bleibt, wie es ist, das ist gesetzlich geregelt, dafür werden alle ein bis zwei Jahre Pflegesatzverhandlungen geführt.“ Auf die Frage, ob das auch für den Apartmentbereich gelte, antwortete er: „Auch da bleibt erstmal alles beim Alten."

Susanne Edelmann

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