Der Vorstand des „Verein zur Erhaltung der Alten Post Parsdorf“ vor der Parsdorfer Traditionswirtschaft. foto: se

Tauschgeschäft soll Parsdorfer Ortskern nützen

Parsdorf - Hoffnung für die Traditionswirtschaft „Zur Alten Post“: In Parsdorf hat sich eine Gruppe engagierter Bürger zusammengetan, die mit dem „Verein zur Erhaltung der Alten Post Parsdorf“ die Weichen für die Zukunft der historisch bedeutsamen Gaststätte schaffen will.

Die Alte Post ist seit 1979 im Besitz der Katholischen Kuratie Neufarn. Seit jedoch im November 2014 der letzte Pächter kündigte, steht die Gaststätte leer. Die Kirche hoffte, einen Käufer im Erbbaurecht zu finden, doch dieser Versuch scheiterte. Nun wurde die Idee geboren, die Alte Post in einem Genossenschaftsmodell zu betreiben. Die Kirche zeigte sich diesem Vorschlag gegenüber offen. Angedacht ist, dass die Kirche das Grundstück der Alten Post gegen ein gleichwertiges Grundstück der Gemeinde tauscht und die Gemeinde dann die Alte Post der Genossenschaft zur Verfügung stellt.

Als Tauschobjekt schlug die Kirche das Grundstück des Kindergartens am Parsdorfer Birkenweg vor. Der Gemeinderat muss diesem Vorschlag noch zustimmen, Bürgermeister Georg Reitsberger und etliche Gemeinderäte haben bereits ihre Zustimmung signalisiert. Der Parsdorfer Johann Gunszt hat inzwischen die Initiative ergriffen und am 22. März den „Verein zur Erhaltung der Alten Post Parsdorf“ gegründet. Ziel des Vereins ist es, alle Informationen zu sammeln, die für die Gründung einer derartigen Genossenschaft nötig sind, und zu ermitteln, ob die Idee überhaupt durchführbar ist. Dazu gehört insbesondere der Finanzbedarf.

Innerhalb von nur vier Wochen sind bereits 114 Personen dem Verein beigetreten, der sich nach Gründung der Genossenschaft wieder auflösen will. Der Vereinsvorstand setzt sich zusammen aus Kerstin Müller (1. Vorsitzende), Michael Fochler (2. Vorsitzende), Martin Fochler (Kassier) und Johann Gunszt (Schriftführer). Der jährliche Mindestmitgliedsbeitrag beträgt zwölf Euro.

„Die Alte Post ist der Mittelpunkt von Parsdorf“, meint Gunszt. Petra Fürst ergänzt: „Dort trafen sich die Vereine, die Jugend und die Senioren, dort ist man nach Taufen, Hochzeiten und Beerdigungen hingegangen.“ Auch den herrlichen Biergarten mit seinen schönen Kastanien vermissen nicht nur die Parsdorfer. Kurzum: Momentan fehlt das Herz des Ortes.

Der Verein hat deshalb auch eine weitere wichtige Funktion: „Wir signalisieren, dass sich die Bürger kümmern, dass uns die Alte Post wichtig ist und wir sie unbedingt erhalten wollen“, so Fürst. „Jetzt haben es die Bürger, mit Hilfe von Kirche und Gemeinde, selbst in der Hand. Wir müssen an einem Strang ziehen.“

Susanne Edelmann

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