Ein Bett für 250 Euro im Monat

Vaterstetten - 250 Euro Miete pro Monat kostet ein Bett in der Obdachlosenunterkunft im ehemaligen Polizeicontainer neben dem Vater-stettener Rathaus.

In den neuen blauen Containern gleich daneben ist die Unterkunft mit 200 Euro pro Monat etwas günstiger. Diese Sätze legten die Vaterstettener Gemeinderäte jetzt fest. Klar ist auch: Die bisherige Obdachlosenunterkunft in der maroden Baracke gegenüber dem Bauhof im Norden von Vaterstetten, die eigentlich abgerissen werden sollte, wird wohl noch einige Zeit bestehen bleiben.

Der Freistaat Bayern hat der Gemeinde Vaterstetten mitgeteilt, dass das Bauvorhaben am Vaterstettener Föhrenweg gegenüber dem Bauhof auf Eis gelegt wird. Dort sollte eine Unterkunft für Asylbewerber entstehen. Integriert werden sollte mit seperatem Eingang ein Bereich für örtliche Obdachlose. Deren Unterbringung ist eine Pflichtaufgabe der Gemeinde. Der Stopp für das Neubau-Projekt „wurde uns in einer Mail mit drei dürren Sätzen mitgeteilt“, berichtete Bürgermeisterreferent Georg Kast im Gemeinderat. „Und das betrifft leider auch den Abbruch des bestehenden Gebäudes.“

Die Gemeinde betreibt aber in der Möschenfelder Straße inzwischen eine weitere Obdachlosenunterkunft. Ein Teil davon ist die frühere Polizeistation. Dazu kamen zusätzliche Container. Für den Betrieb dieser Unterkunft hat die Verwaltung dem Gemeinderat die Entwürfe einer Benutzungs- und einer Gebührensatzung vorgelegt. Diese Satzungen sollen der Gemeinde die Umsetzung von Anordnungen erleichtern. Beide Satzungsentwürfe wurden vom Gremium einstimmig angenommen. Lediglich Manfred Schmidt (FBU) hatte eine Nachfrage zu einem Passus, in dem es um die Nebenkosten ging. „Jeder normale Mieter muss seine Wohnung doch selber putzen. Warum werden hier dann Gebühren für die Reinigung veranschlagt?“ Bettina Sontheimer, Amtsleiterin im Sachgebiet Öffentliche Sicherheit und Ordnung, erläuterte: „Normalerweise putzen die Bewohner schon selbst, aber es gibt Ausnahmen.“ Diese könnten vielfältige Gründe haben, wie beispielsweise psychische Erkrankungen. In solchen Fällen sei es manchmal notwendig, eine Reinigungsfirma zu beauftragen. Um die Kosten hierfür aufzufangen, ist eine entsprechende Gebühr in den Nebenkosten enthalten. Mit dieser Erklärung gab sich Schmidt zufrieden und betonte: „Ich begrüße es, wenn die Obdachlosen vernünftig untergebracht werden.“

Die Räumlichkeiten sollen laut Satzung insbesondere dazu dienen, für obdachlose ortsansässige Personen, denen es nicht gelingt, sich selbst andersweitig Unterkunft zu verschaffen und bei denen alle anderen Hilfsmittel erschöpft sind, eine vorübergehende Unterkunft zu gewährleisten. Als Betroffene eingestuft werden unter anderem Personen, deren aktuelle Unterkunft nach objektiven Anforderungen derart unzureichend ist, dass sie „keinen Schutz vor den Unbillen des Wetters bietet oder die Benutzung der Unterkunft mit gesundheitlichen Gefahren verbunden ist“. In einem Raum oder in mehrere zusammengehörende Räume können übrigens auch mehrere Personen gleichen Geschlechts, die nicht verwandt oder verschwägert sind, aufgenommen werden. se/lan

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