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Im Rathaus von Vaterstetten war die Stimmung gegen eine Fortführung der ermäßigten MVV-Kindertageskarte. Der Finanzausschuss sah das anders.

Trotz geringer Nachfrage

Zuschuss: Kinder fahren in Vaterstetten weiter günstig Bus und Bahn

Vaterstetten – Verbilligte Kindertageskarten für den MVV wird es dank eines Gemeinde-Zuschusses in Vaterstetten weiterhin geben. Trotz mauer Nachfrage und Widerstands aus dem Rathaus.

Das beschloss jetzt der Finanzausschuss. Die Karten kosten 1,50 Euro und damit nur die Hälfte der regulären drei Euro. Gekauft werden können sie im Rathaus. Das Projekt war erst zu Jahresbeginn gestartet, nun wollte es das Rathaus wieder einstellen – wegen zu geringer Nachfrage. Der Ausschuss jedoch entschied anders.

Hintergrund: Die Anregung zur günstigen Kinderfahrkarte kam von der SPD, vom ehemaligen Gemeinderat Basilios Vafiopoulos. Eines der Ziele: Kinder und Jugendliche an den öffentlichen Nahverkehr heranführen.

SPD-Gemeinderat Jo Neunert erklärte einmal den Nutzen so: „Viele Kinder, die sonst mit dem Rad zur Schule fahren, werden bei Regen mit dem Auto gebracht. Die könnten dann spontan auf den Bus ausweichen, ohne dafür extra eine Monatskarte kaufen zu müssen.“

Befürchteter Ansturm blieb völlig aus

Rund fünf Jahre hatte es bis zu einem Beschluss gedauert. Der Antrag wurde von Ausschuss zu Ausschuss verschoben. Schließlich beschäftige sich ein Arbeitskreis mit dem Thema. Sowohl die Gemeindeverwaltung als auch der Kommunale Prüfungsverband hatten Bedenken. Missbrauch oder zu hoher Verwaltungsaufwand wurden befürchtet. Dann ein Kompromiss mit klaren Regeln: Um nicht in eine Kostenfalle zu tappen wurde das Budget auf 5000 Euro gedeckelt. Ebenso sollten nur fünf Karten pro Kind und Monat ausgegeben werden. Im Herbst 2016 sollte es einen Zwischenbericht geben.

Der wurde jetzt von Sabine Remling von der Kämmerei vorgelegt. Der Ansturm auf die Karten blieb aus. Die Nachfrage war sehr viel geringer als befürchtet. Bis zum 27. Oktober wurden 391 Tageskarten verkauft. Diese wurden an 25 Familien abgegeben, insgesamt an 33 Kinder. Der absolute Zuschussbedarf der Gemeinde lag bei rund 470 Euro.

Insgesamt leben im Gemeindegebiet laut Remling aber 2647 Kinder zwischen vier und 14 Jahren. Die Nachfrage dieser Altersgruppe für die Tageskarten liege damit bei 1,25 Prozent, der Zuschuss pro Kind liegt bei knapp 15 Euro.

Ziel verfehlt, findet das Rathaus

„In Anbetracht dieser Zahlen erscheint der ursprüngliche Gedanke, die Heranführung von Jugendlichen an den örtlichen Personennahverkehr, nicht erreicht“, lautet die Stellungnahme aus dem Rathaus. Eine Weiterführung des Projektes werde daher aus Sicht des Bürgermeisters und der Verwaltung nicht befürwortet.

Das sah Josef Mittermeier (SPD) aber ganz andres. Ein Argument: Eine Tageskarte könne auch mehrere Fahrten bedeuten. Möglicherweise sei das Angebot noch zu wenig bekannt. „Tausend Fahrkarten pro Jahr müssten drin sein“, gab es sich zuversichtlich und schlug vor, die verbilligte Kinderkarte bis 2018 weiter anzubieten. Dann könnte mit der Tarifreform möglicherweise der MVV einen verbilligten Kindertarif einführen, den es derzeit so nicht gebe.

"Jedes Kind, das mit dem Bus fährt, ist eine Autofahrt weniger"

Unterstützung für Mittermeier kam von mehreren Seiten: Ingrid Otto (Grüne) meinte, die Laufzeit für das Projekt sei noch zu kurz, um den Erfolg bewerten zu können. Und Edith Fuchs (CSU) erklärte: „Jedes Kind, das mit dem Bus fährt, ist eine Autofahrt weniger.“

Gegen eine Verlängerung war Manfred Schmidt (FBU/AfD). Finanziell spiele der Betrag zwar keine Rolle, so sein Argument. Schwachpunkte müssten jedoch dort beseitig werden, wo sie entstünden. Also in diesem Fall beim MVV. Dort solle der Landrat des Landkreises Ebersberg seine Kompetenz und Autorität einbringen. Robert Niedergesäß, ehemals Bürgermeister in Vaterstetten, ist Sprecher der acht MVV-Verbundlandkreise.

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