Wohnen ist Leben

Zorneding - Unkonventionell denken, neue Wege gehen, Flexibilität ermöglichen und Hindernisse abbauen: Die Übereinstimmungen waren über Parteigrenzen hinweg deutlich.

Die Kreis-FDP hatte sich zu ihrer Veranstaltung in Zorneding zum Thema Wohnungsknappheit einen besonderen Referenten eingeladen, nämlich den Unternehmer Ernst Böhm aus Grafing, der für die SPD im Kreistag sitzt. Böhms Firma, die B&O Gruppe in Bad Aibling, hat unter anderem spezielle Bauprojekte umgesetzt, bei denen Häuser auf Stelzen stehen. Sie können unter anderem auf Parkplätzen errichtet werden. Vor der gut besuchten Veranstaltung hatte sich Böhm in Zorneding umgesehen und unter anderem den Parkplatz vor dem Rathaus als möglichen Standort entdeckt. Dort könnte man ein Wohnhaus bauen und die Wohnungen neben der Feuerwehr unter sozialen Aspekten bevorzugt an junge Feuerwehrler oder Kindergärtnerinnen vergeben, wie er in seinem Referat erläuterte.

Mit Ideen wie den Häusern über Parkplätzen will Böhm dem aktuellen Wohnungsmangel entgegenwirken. Gründe für diese Entwicklung sind aus seiner Sicht der weltweite Trend zur Urbanisierung, weil sich die Menschen in den Städten ein besseres Leben erhofften. Dem könne man nach Ansicht von Böhm kaum entgegen wirken. Zudem gebe es eine zunehmende Individualisierung. Immer mehr Menschen leben als Single. Und dann gibt es auch noch den demografischen Wandel. Alles zusammen führt zu mehr Bedarf an Wohnraum.

Zusätzlich zum Bevölkerungsdruck kommt, dass Wohnraum immer teurer wird. Das liegt laut Böhm nicht an den Baukosten selbst. Diese seien nämlich in den vergangene Jahren nicht stärker gestiegen als die Lebenshaltungskosten. Gestiegen seien jedoch die Nebenkosten, beispielsweise für Architekten und Gutachten sowie die Steuern.

Böhm plädierte dafür, die Baukosten durch Serienfertigung zu senken und beispielsweise zehn oder 20 gleiche Häuser zu bauen. Optischen Bedenken hält Böhm entgegen: „Das sieht nicht aus wie Ostberliner Plattenbauten.“ Ein zentrales Problem ist für Böhm der Mangel an bebaubaren Grundstücken. Nutzbar wären auch Parkplätze vor öffentlichen Gebäuden, Friedhöfen oder Fußballstadien. Wenn auf Stelzen gebaut werde, könnte der Raum unter den Häusern für Auto-Stellplätze genutzt werden.

Diskutiert wurde bei der Veranstaltung über gemeindliche Stellplatzverordnungen, die die Zahl der Parkplätze für Neubauten regeln. Solche einschränkenden Vorgaben könnte man auch abschaffen, so der Vorschlag. Kritisch beurteilt wurden viele gesetzliche Regelungen und die Arbeit mancher Bauämter.

FDP-Kreisvorsitzender Alexander Müller betonte, den „Mangel zu verwalten kann nicht die Lösung des Wohnungsproblems sein“. Es müsse eine Bauoffensive geben, durch die das Angebot an Wohnraum deutlich erhöht werde. Nötig sei dazu der Abbau von Bürokratie. Müller plädierte für mehr Markt im Wohnungssektor. Der Vorsitzende sprach sich parallel dazu aber auch für sozialen Wohnungsbau aus. Es geht den Liberalen zudem um Steuererleichterungen. So könne man beispielsweise junge Familien bei der Grunderwerbssteuer entlasten, dann brauche man diesen Empfängerkreis nicht auf der anderen Seite in punkto Wohnen durch Förderprogramme unterstützen.

Böhm erklärte zu Thema Steuer: Bei Lebensmittel gelte der halbe Mehrwertsteuersatz. Stelle sich die Frage, warum das nicht für Wohnen gelten könne. „Wohnen ist auch Leben.“

Von Robert Langer

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