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Sie wagen das Experiment Weinbeisser: die Münchner Gastronomen Stefan Oelze (li.) und Dirk Zeilmann. 

Kleinkunst in Anzing

Neuer Anlauf für die „kleinste Bühne der Welt“

Anzing - Der Weinbeisser macht nach langer Pause wieder auf. Ex-Wirt Conny Hoffmann hat neue Wirte gefunden und  will wieder Kabarett-Größen nach Anzing locken.

Er war die Kleinkunstbühne des Landkreises. Im Weinbeisser gaben sich Kabarettgrößen die Klinke in die Hand. Dieter Hildebrandt, Gerhard Polt, die Wellbrüder, sie alle waren seit 1987 Stammgäste auf der „kleinsten Bühne der Welt“, wie ihr Freund und der damalige Weinbeisser-Wirt Conny Hoffmann sein Weinlokal im Anzinger Ortsteil Oblfing gerne nannte. Dann setzte sich Hoffmann zur Ruhe und der Plieninger Musiker Rudi Zapf zog die Weinkorken aus den Flaschen und setze sein – fast genauso erfolgreiches – Kleinkunstkonzept um. Auch dieses Engagement war irgendwann zuende. Zapf widmete sich wieder mehr seiner Musik. Vor zwei Jahren berichteten wir das letzte Mal vom Weinbeisser. Herbert Westermeyer, Sohn des verstorbenen Hofbesitzers – und mit Hoffmann Weinbeisser-Pionier – Wolfgang Hofmeyer, hat die Bauernstube entrümpelt und mit feinem Gespür modernisiert, Mauern rausgebrochen und von 30 auf 50 Sitzplätze erweitert. Aber: nicht wieder eröffnet.

Bis Conny Hoffmann jetzt erneut die Initiative ergriffen hat. Mit Stefan Oelze und Dirk Zeilmann (beide 44) hat er zwei Gastronomen gefunden, die sich an das Experiment heranwagen, das Lokal, das ja auf den ersten Blick so gar nicht aufs flache Land passt, wieder mit Leben zu füllen. „Der Charme des alten Gebäudes hat mich sofort mitgerissen“, sagt Stefan Oelze, der in München noch ein Bar-Restaurant betreibt und lange die Gastronomie auf Sonnenhausen gepachtet hatte. Auch sein Kollege Dirk Zeilmann – er hat ein Café in München – war sofort begeistert: „Ich sage einfach nur eins: Wow!“ Am 14. Oktober werden die beiden das Lokal eröffnen und hoffen dabei auf den Besuch vieler Anzinger, mit denen sie eine gute Nachbarschaft pflegen wollen.

Weine junger europäischer, vor allem deutscher und österreichischer Winzer servieren sie, dazu kleine Leckereien. Der Weinbeisser wird donnerstags bis samstags von 17.30 bis 24 Uhr geöffnet haben. Ab und zu wird sich auch Conny Hoffmann einschalten. Nämlich dann, wenn endlich wieder Kultur angesagt ist im Weinbeisser. Und da hat er schon ein paar Trümpfe auf den Holztisch gelegt. „Gerhard Polt hat schon mal signalisiert, dass er kommen wird“, kündigt Hoffmann an. Oder die Well-Brüder. Hoffmann hat ja immer noch genügend Freunde in der Szene. 

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