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Mit der Deutschen Glasfaser bietet der Telekom ein potenter Mitbewerber die Stirn auf dem Markt der Breitbandversorgung.

Wenn sich zwei streiten, freut sich der Dritte

Breitband: Kampf um die Peripherie

Oberpframmern - Im Landkreis Ebersberg kommt Bewegung in die Breitbandversorgung auf dem Land. Mit der Deutschen Glasfaser bietet der Telekom ein potenter Mitbewerber die Stirn. Nutznießer könnten die Bewohner kleiner Ortsteile im Landkreis Ebersberg werden.

In Oberpframmern hat die Deutsche Glasfaser bereits einmal eine „Duftmarke“ hinterlassen. Beim Angebot für die Ortsteile Schlag, Esterndorf und Wolfersberg ganz an der Peripherie der Kommune war ihr Angebot gleich um 160 000 Euro günstiger als das der Telekom. Da gab es nicht viel zu überlegen. Der Gemeinderat erteilte in der jüngsten Sitzung sein Einverständnis, von dieser Leistung Gebrauch zu machen. Das Wohnen auf dem Land wäre im Zusammenhang mit der Breitbandversorgung damit nicht zum Nachteil, sondern sogar zum Vorteil geworden. Denn die Glasfaserkabel werden bis zum jeweiligen Hausanschluss verlegt, dessen Kosten von der Deutschen Glasfaser mit den Endkunden selbst vereinbart werden.

Gemeinsam marschieren lohnt sich: Die für den Ausbau notwendige Ausschreibung geschah in „interkommunaler Zusammenarbeit mit den Nachbarkommunen und der Gemeinde Zorneding“, berichtet der Oberpframmerner Bürgermeister Andreas Lutz.

Der Pframmerner Gemeinderat sprach sich sogar für die flächendeckende Verlegung eines Netzes durch die Deutsche Glasfaser aus, auch wenn die Deutsche Telekom den Ausbau im gesamten Ortsbereich auf eigene Kosten übernommen hat. „Unabhängig davon und auch von der Tatsache, dass im gesamten Gemeindegebiet ab 2017 Grabungen stattfinden, sieht der Gemeinderat aber die Chance, der rasanten Technikentwicklung, die es auf diesem Gebiet gibt, einen Schritt voraus zu sein.“

Warum kann die Deutsche Glasfaser so viel billiger sein als die Deutsche Telekom? Ein Anruf im Büro des Ingenieurs Josef Ledermann aus Freising, der die Markterkundung vieler Gemeinden im Landkreis Ebersberg begleitet hat, macht zumindest einen Unterschied deutlich: „Die Telekom verlegt ihre Leitungen in einer Tiefe von 80 Zentimetern“, lautet die Auskunft. Die Deutsche Glasfaser hingegen arbeitet mit einer „mindertiefen, offenen Verlegungstechnologie“ von 20 Zentimetern Breite und 40 Zentimetern Tiefe. Der Pframmerner Gemeinderat vertraute darauf, dass das ausreichend ist, um eventuellen Frostschäden vorzubeugen.

Lutz rechnet damit, dass der Ausbau „innerhalb einer First von 12 Monaten“ erledigt ist. „Damit können wir unseren Bürgerinnen und Bürgern die Zukunft Glasfaser für jeden Haushalt schneller bereitstellen, als zunächst angenommen.“

So funktioniert es in Oberpframmern und so könnte es auch in anderen Gemeinde des Landkreises Ebersberg funktionieren: Die Leitungen werden in die Gehwege verlegt. Alle Technikteile werden in einer garagenähnlichen Sammelstation errichtet. Zusätzlich werden nur vereinzelt kleine Verteilerkästen im Ortsgebiet angebracht.

Das Oberpframmerner Beispiel könnte Schule machen und soll es auch, wenn es nach der Deutschen Glasfaser geht. In der Fachpresse für IT-Technologie wird berichtet, dass das Unternehmen beabsichtigt, in den kommenden Jahren 1,5 Milliarden Euro in Deutschland zu investieren. Die Firma ist bisher nicht in allen Bundesländern in Erscheinung getreten aber bereits dafür bekannt, dass sie Glasfaserleitungen bis in die Häuser verlegt.

Für die Gemeinde Oberpframmern hat der Kampf um Marktanteile den Vorteil, dass der Ausbau des Breitbandangebotes an der Peripherie nach Abzug der Fördermittel nur einen Eigenanteil von 110 000 Euro notwendig macht. „Ob die Rechnung für die Deutsche Glasfaser aufgeht, ist nicht unser Problem“, so Lutz.

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