Wo werden sie untergebracht?

5000 Flüchtlinge kommen nach Erding

Erding - Erding bekommt rund 5000 Flüchtlinge. Das hat der Münchner Merkur erfahren. Diese Entscheidung hat der Bund getroffen. Nun wird eine Unterkunft gesucht.

Der Fliegerhorst Erding wird ab Beginn dieser Woche mit bis zu 5000 Flüchtlingen belegt, wie unsere Zeitung am Sonntagnachmittag erfuhr. Diese Entscheidung traf der Bund am Freitagabend nach einer Erkundung der Standorte Traunstein, Fürstenfeldbruck und Erding. Die ersten 1000 Asylsuchenden sollen bereits in diesen Tagen eintreffen.

Die Entscheidung kommt überraschend, da der Luftwaffenstützpunkt nach wie vor militärisch genutzt wird und sich entgegen bisheriger Vorgaben nicht in Grenznähe befindet. Bei dem Sammellager handelt es sich um eine Art „Warteraum“, wie es ihn bereits in Feldkirchen bei Straubing gibt. Einrichtungen wie diese sollen die Zuströme vor allem am Münchner Hauptbahnhof entzerren.

Freistaat und Erding hatten kein Mitspracherecht

Von Erding aus sollen die Menschen, die registriert aus einer Erstaufnahmeeinrichtung in die Kaserne kommen, auf das gesamte Bundesgebiet verteilt werden. Am Wochenende wurde damit begonnen, freie Hallen und Flugzeugbunker für die Unterbringung von Flüchtlingen herzurichten. Auf freien Flächen entstehen Zeltstädte. Dazu wurden eilig mehrere hundert Angehörige der Bundeswehr, des Technischen Hilfswerks und des Deutschen Roten Kreuzes nach Erding abkommandiert. Freistaat und Landkreis Erding hatten kein Mitspracherecht.

Martin Bayerstorfer.

Landrat Martin Bayerstorfer sagte auf Anfrage, die Entscheidung nach dem Treffen, an dem unter anderem Oberbayerns Regierungspräsident Christoph Hillenbrand teilnahm, habe Staatskanzleichef Marcel Huber überbracht. Am gleichen Abend wurde Bayerstorfer von Sozialministerin Emilia Müller informiert, dass die Kapazität 5000 Flüchtlinge betrage.

Noch offen ist, ob sich die Ankömmlinge frei bewegen dürfen oder in der Kaserne bleiben müssen. Die Verweildauer soll maximal drei Tage und zwei Nächte betragen. Wie lange das Lager Bestand haben wird, ist ebenfalls offen. Bayerstorfer rechnet mit über 100 Bussen pro Tag, die über eine eigene Bundesstraßenzufahrt auf das Militärgelände fahren. Für Bayerstorfer steht fest, „dass Erding damit seine Pflicht bei der Unterbringung von Flüchtlingen getan hat“. Er erwartet, „dass wir ab sofort keine weiteren Zuweisungen erhalten“.

Hans Moritz

Rubriklistenbild: © AFP (Symbolbild)

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