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Ausbau der Gleise: Bürgerinitiative misstraut Bahn und Stadt

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Georg Brandhuber
Georg Brandhuber

Dorfen - Es ist ein Kampf David gegen Goliath: Georg Brandhuber von der Bürgerinitiative Bahnausbau stellt sich weiter entschlossen Bahn und Stadt entgegen. Für ihn ist klar: Eine Tieferlegung der Gleise ist günstiger als ein ebenerdiger Ausbau.

245 Millionen Euro hat die DB Netz für eine Tieferlegung der Gleise um 3,50 Meter auf einer Länge von 3000 Metern zwischen Rutzmoos bis Kloster Moosen ermittelt. Eine Summe, die die von der Bürgerinitiative (BI) „Für einen Bahnausbau ohne Mauern und Schranken“ geforderte Tieferlegung völlig illusorisch erscheinen lässt. Doch für deren führenden BI-Kopf Georg Brandhuber ist diese Summe nicht mehr als ein „Kosten-Wahnsinn“, der auf einer „unglaublichen und unmöglichen Kostenaufstellung“ beruhe. Brandhuber: „Das ergibt pro laufenden Meter den sagenhaften Betrag von € 80 000 Euro“ - oder in der Gesamtsumme gesehen „480 Villen, pro Stück 500 000 Euro teuer. Ich hoffe, dass diese Vergleiche viele aufrütteln und für Realität an Planungs- und Genehmigungstischen sorgen.“

Brandhuber ist sich sicher, dass die Bahn alles unternehme, „die nachgewiesenermaßen wesentlich wirtschaftlichere Tieferlegung zu überteuern“. Die Zeche für diese Verhaltensweisen habe zum einen der Steuerzahler und zum anderen die Dorfener „mit der Verschandelung unserer Heimat zu bezahlen“.

Brandhuber bezieht sich dabei auf Kostenschätzungen von Planungsbüros, die von der Bürgerinitiative und der Stadt wegen ihrer Forderung einer Tieferlegung der Gleise eingeholt wurden. Und diese würden allesamt im Schnitt bei etwa 90 Millionen Euro liegen. Die Bahn rechne bei einem ebenerdigen Ausbau der Bahnstrecke mit Gesamtkosten von knapp 63 Millionen Euro. Hinzu kämen aber laut Brandhuber weitere 61 Millionen Euro für Brücken und Schallschutzwände sowie die Straßenüberquerung der B 15 in Dorfen - die Bahn würde darüber aber keine Auskunft geben. In der Summe würde der ebenerdige Ausbau damit über 124 Millionen Euro kosten. Damit wäre laut Brandhuber letztendlich eine Tieferlegung der Gleise wirtschaftlicher, als ein ebenerdiger Ausbau, der laut seiner Überzeugung 37 Millionen Euro mehr koste.

Hoffnung hat Brandhuber auch aufgrund einer Antwort des Petitionsausschusses des Deutschen Bundestages, die er aufgrund einer von ihm eingereichten Petition bekommen hat. Der Ausschuss kommt darin zu dem Ergebnis, dass Kostenschätzungen der Bahn mit einer Fehlerquote von plus/minus 30 Prozent behaftet seien. Der Ausschuss komme deshalb nicht zu dem Ergebnis, dass der von der Bahn geplante ebenerdige Ausbau die kostengünstigere Variante ist, sondern „sein könnte“. Allerdings weißt der Ausschuss auch darauf hin, dass die Kosten, die über die wirtschaftlichste Variante hinausgehen, von der Bahn oder über Drittmittel, etwa von der Stadt, finanziert werden müssten.

Heftige Kritik übt Brandhuber weiter an Bürgermeister Heinz Grundner. Dieser zeige „von sich aus keinerlei Aktivität, einen Bahnausbau, der unsere Heimat verschandelt, zu verhindern“. Es sei erschreckend, dass für Grundner nicht Dorfen an erster Stelle stehe. Seit längerem lägen Unterlagen mit neuesten Zahlen im Rathaus, die Grundner aber nicht veröffentliche - weil die Bahn dies nicht wolle. Brandhuber will in der Bürgerversammlung in der kommenden Woche die Thematik „ansprechen und aufklären“.

Anton Renner

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