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Bahnausbau: Trog für Dorfen zu teuer

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Dorfen - Bei Dorfens Stadträten reift die Einsicht, beim Bahnausbau müsse überall gleich und nur im gesetzlichen Rahmen geplant werden. Eine komplette Tieferlegung der Gleise in Stadtbereich lasse die aktuelle Kostenschätzung der Bahn nicht zu.

Im Bauausschuss des Dorfener Stadtrates mahnte Doris Minet (ÜWG), dass beim zweigleisigen Ausbau der Bahnstrecke München - Mühldorf - Freilassing (ABS 38) keine Einflussmöglichkeiten auf die Planungen im Bereich Dorfen übersehen werden. „Im Herbst“ sollte laut Planer der DB Netze die Vorplanung abgeschlossen sein.

Heiner Müller-Ermann (SPD) vom Arbeitskreis Bahn erinnerte, dass man erst im Stadtrat mit dem Beschluss des Integrierten Stadtentwicklungskonzepts (ISEK) für Dorfen die Positionen und Forderungen der Stadt zum Bahnausbau beschlossen habe. „Alle Fakten“ seien bekannt, und die Bahn habe den Stand ihrer bisherigen Vorplanung auch dem Stadtrat vorgestellt. Im ISEK wurde eine „aktive laufende Planungsabstimmung mit der Bahn AG“ gefordert. Ziel sei „eine maximale Tieferlegung der Gleise“.

Die Bahn plane als wirtschaftlichste Lösung nur im Bereich B 15-Bahnübergang eine Tieferlegung bis zu 3,5 Meter, erklärte Müller-Ermann. Mehr dürfe sie nicht, sonst stünden anderswo auch die Kommunen auf der Matte mit Forderungen. Für „alles, was darüber hinausgeht“, müsse die Stadt eine Finanzierung suchen. Aufgerufen gewesen seien dazu alle Stadträte auf Landes- und Bundesebene, ihre „politischen Vertreter zu aktivieren“. Bisher offenbar ohne Erfolg. Die immer wieder ins Spiel gebrachte Variante, eine komplette Tieferlegung der Bahn im Stadtbereich, sei dann durch „teilweise Kosteneinsparungen“ beim Brückenbau zu kompensieren, treffe in „keinster Weise“ zu.

Dennoch sollte man „weiter kämpfen“, forderte Uli Frank-Mayer (GAL). Ein noch nicht bekannter Vorschlag von Gerald Forstmaier (GAL) zum Brückenbau müsse im Stadtrat diskutiert werden, forderte Martin Heilmeier (LDW). Das sei aber „keine Tieferlegung“.

Derzeit befinde man sich bei der ABS 38 immer noch im Stadium der Vorplanung, erklärte ein Bahnsprecher auf Nachfrage der Heimatzeitung. Dabei würden aktuell mögliche Ausbauvarianten auf ihre technische Machbarkeit und Finanzierbarkeit hin untersucht. Absehbar sei, dass der Abschluss der Vorplanung heuer nicht mehr werde erfolgen können, aufgrund genauerer Bodenuntersuchungen: „Wir wissen jetzt aber was wir technisch machen wollen.“

Die Vorplanung sehe im Gegensatz zur Planfeststellung „keine formale Beteiligung der Öffentlichkeit und Kommunen vor“, betonte der Bahnsprecher. Die DB Netz habe dennoch in allen Gemeinden entlang der Ausbaustrecke das Gespräch mit Bürgern und Vertretern der Kommunen gesucht. Speziell mit der Stadt Dorfen sei sowohl mit den Gremien, als auch in öffentlichen Veranstaltungen ein sehr intensiver Austausch gepflegt worden. Vereinbart sei, dass auch „nach Abschluss der Vorplanung nochmals persönlich informiert“ werde. Parallel dazu seien die DB-Planer auf Arbeitsebene jederzeit gesprächsbereit für Fragen aus der Kommunalpolitik, Verwaltung und Bürgerschaft, betonte der Bahnsprecher.

Aktuell ziehe die DB Netz ein Element aus der nächsten Planungsstufe (Entwurfsplanung) zeitlich vor und nütze es für die Vorplanung. Weil man teils schwierige Bodenverhältnisse erwarte, werden speziell in den nächsten Monaten vertiefte Baugrunderkundungen im Abschnitt zwischen Markt Schwaben und Ampfing stattfinden. Die Ergebnisse sollen für die Kostenschätzung der Vorplanung noch exaktere Zahlen bringen. So erhalte die Bundespolitik „eine seriöse Entscheidungsgrundlage für die endgültige Durchfinanzierung dieses wichtigen Infrastrukturprojektes“. Im übrigen sei die nach der Vorplanung getroffene Vorzugsvariante nicht gleichzusetzen mit einer Baugenehmigung, sondern diene dem Bund letztlich zur Entscheidung über die Finanzierung und den Bau eines solchen Projektes.

Hermann Weingartner

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