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Bahnübergang Wasentegernbach: Mehr Sicherheit durch elektronische Überwachung

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Wasentegernbach - Der Bahnübergang Wasentegernbach ist sicherer geworden. Eine elektromagnetische Überwachungsanlage löst bei offenen Schranken eine Notbremsung des herannahenden Zuges aus.

Mehrmals in den vergangenen Monaten waren Berichten von Anwohnern zufolge Züge mit über 100 Stundenkilometer durch den Bahnübergang mitten im Ort gerauscht, ohne dass die Schranken geschlossen waren. Dass der Schrankenwärter von der Bahn sofort vom Dienst suspendiert wurde, beruhigte die Wasentegernbacher nicht. Mitte Juni gingen die Dorfbewohner auf die Barrikaden und protestierten. Franz Bauer brachte es damals auf den Punkt: „Wir machen uns große Sorgen um unsere Sicherheit, ja sogar um unser Leben am Bahnübergang mitten in unserem Dorf.“ Zusammen mit weiteren Bürgern startete Bauer eine Unterschriftenaktion.

Die Bahn reagierte darauf und führte ein erweitertes betriebliches Meldeverfahren für den Bahnübergang ein. Neben dem Schrankenwärter sind seither zwei Fahrdienstleiter von benachbarten Stellwerken an dem Sicherungsverfahren beteiligt. Jetzt wurde eine weitere Sicherungsmaßnahme durchgeführt. Moderne Technik sorgt für ein Plus an Sicherheit am Bahnübergang.

„Wir nehmen die Sorgen von Anwohnern ernst und investieren noch mehr in die Sicherungstechnik“, sagt Erich Brzosa, verantwortlicher Produktionschef der DB Netz AG für die Region München und Oberbayern. „Mit der elektromagnetischen Überwachungseinrichtung haben wir zeitnah einen zusätzlichen Baustein für mehr Sicherheit eingebaut.“ Sollte sich bei geöffneten Schranken ein Zug nähern, löst der Magnet eine Schnellbremsung des Zugs vor dem mechanisch betriebenen Bahnübergang aus. Eine solche Nachrüstung wurde in Bayern erst einmal durchgeführt, sie gilt als Pilotprojekt und ist laut Bahn nur ein Zwischenschritt. Mittelfristig soll laut Brzosa die mechanische Sicherungstechnik aus den 50er Jahren durch eine vollautomatische Schrankenanlage ersetzt werden. „Hierzu sind allerdings formale Genehmigungsverfahren zu durchlaufen, außerdem Abstimmungen mit Straßenbaulastträger und Bund notwendig“, erläutert Brzosa das Verfahren. Die genauen Kosten einer solchen Anlage werden derzeit ermittelt. Erste Schätzungen gehen von einer Größenordnung von rund 800 000 Euro aus.

Der CSU-Bundestagsabgeordnete Andreas Lenz hat die schnelle Reaktion der Bahn begrüßt. Lenz hatte die Wasentegernbacher Bürger unterstützt und Gespräche mit der Bahn und Bundesverkehrsminister Dobrindt geführt. Die zeitnahe Verbesserung am Bahnübergang Wasentegernach sei „dem engagierten Handeln der Bürgerinnen und Bürger vor Ort und dem durch die Politik erzeugten Druck auf die Bahn zu verdanken“, so Lenz gestern. „Bei der nun realisierten Lösung kann es sich nur um einen Zwischenschritt zur Umrüstung auf eine vollautomatische Schrankenanlage handeln. Diese Lösung muss weiterhin Ziel sein. Ich werde hier dranbleiben und dies weiter verfolgen“, so Lenz.

Anton Renner

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