Standortbestimmung des Kulturreferenten 

Erding, Stadt der Musentempel

Erding – Als eine Stadt zahlreicher und vielfältiger kultureller Angebote sieht Ludwig Kirmair Erding. Bei der CSU lieferte der Zweite Bürgermeister und Kulturreferent eine Standortbestimmung.

Sechs kulturelle Einrichtungen listete Vize-Bürgermeister Ludwig Kirmair am Sonntag beim CSU-Frühschoppen im Wirtshaus Kreuzeder auf: Stadthalle, Stadtbücherei, Haus Am Rätschenbach 12, Museum Erding, Stahl-Museum und Frauenkircherl. Dazu die wichtigsten kulturellen Institutionen: Jazz-Tage, Volksmusiktage, Stadtteilkunst und Stadtkapelle.

Kirmair gab zu, „dass die Stadthalle ein Zuschussbetrieb ist“. Dennoch sei die Lage sehr erfreulich. Es gebe kaum noch freie Termine. Das Kongress- und Messegeschäft floriere. Kirmair berichtete, dass die Brandschutzsanierung abgeschlossen sei, dennoch weitere Baumaßnahmen anstünden – die Theke im Foyer sowie der Wintergarten. „Was wir noch dringend bräuchten, wäre ein nahe gelegenes Hotel.“ Der Stadt gehöre das Nachbargrundstück. „Wir benötigten n aber einen Investor.“

Als einen „Erlebnisort“, als „großes öffentliches Wohnzimmer“ pries der Kulturreferent die Stadtbücherei, die mit dem Trend gehe. „Die Online-Ausleihe in einem Bibliothekenverbund ist sehr erfolgreich.“ Die digitalen Entleihungen seien im vergangenen Jahr von 20 000 auf 25 000 gestiegen. „Es gibt Nutzer, die haben einen Ausweis, nutzen das Angebot, waren aber noch nie in der Bücherei.“ Vor allem würdigte Kirmair das Engagement, jungen Leuten das Lesen schmackhaft zu machen.

Ebenfalls „kein statischer Ort, sondern eine Einrichtung, in die man immer wieder gehen kann“, bezeichnete er das Museum Erding. „Das entwickelt sich zusehends zum Veranstaltungsort.“ Beispielhaft nannte er die Aktivitäten des Archäologischen Vereins. Die wechselnden Sonderausstellung – ab Mitte Dezember geht es um den Fliegerhorst – machten das Museum immer wieder aufs Neue besuchenswert.

Im Sommer nächsten Jahres wird laut Kirmair das sanierte denkmalgeschützte Haus am Rätschenbach eröffnet, das von BRK und Kunstverein genutzt werde. Hier entstehe eine neue Adresse für Ausstellungen.

Als solche etabliert, so der Kulturreferent weiter, habe sich das Frauenkircherl am Schrannenplatz. Er wies darauf hin, dass örtliche Künstler es gratis nutzen dürften. Besucher schätzten nicht nur die Architektur, sondern auch die zentrale Lage.

Noch im Aufbau begriffen ist das Museum Stahl an der Landshuter Straße. Kirmair ist zuversichtlich, „dass wir hier ein zweites echtes Museum erhalten“. Derzeit überplane man den Umgriff.

Als „sehr erfolgreich“ bezeichnete der stellvertretende Bürgermeister die Jazz-Tage, die Anfang November wieder ein voller Erfolg gewesen seien. Gerade die Jazz-Frühschoppen kämen bei der Bevölkerung gut an.

Etabliert haben sich seinen Worten zufolge die Volksmusiktage im Mai, die vor allem heimischen Musikanten eine Bühne böten. „Besonders freut es mich, dass die sechs Erdinger Grundschulen intensiv mit eingebunden werden und dort musiziert wird“, lobte Kirmair.

Eine gute Zukunft sah er für die Stadtkapelle, der die Stadt nach jahrelanger Suche endlich geeignete Proberäume bauen könne – über der geplanten Mensa in Altenerding-Süd.

Auch auf die Stadtteilkunst ging Kirmair ein. Sie präge das Bild Erdings – etwa der große Bogen an der Haager Straße.

Hans Moritz

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