Das bisherige Landschaftsschutzgebiet bei Rutzmoos soll aufgelöst werden.

Kein Landschaftsschutzgebiet mehr

Bessere Karten im Kampf gegen B 15 neu

Dorfen - Ein etwa 35 Hektar großes Landschaftsschutzgebiet im Dorfener Südwesen soll aufgehoben werden. Der Stadtrat hat dies mit hauchdünner Mehrheit von nur einer Stimme entschieden. Es scheint auch ein taktischer Schachzug in Sachen B 15 neu zu sein.

Das Gebiet liegt im Landschaftsschutzgebiet „Isental und südliche Quellbäche“ und erschließt sich rund um die Ansiedelung Rutzmoos. Die Verordnung ist 1997 als Landkreisverordnung in Kraft getreten. „Die unmittelbar an der bestehenden Bebauung beziehungsweise an den Sport- und Erholungsflächen führende Landschaftsschutzgebietsgrenze schränkt eine Entwicklung in diesem Bereich erheblich ein. Zudem liegt der Ortsteil Rutzmoos als bebauter Bereich innerhalb der Landschaftsschutzgrenze“, hat die Verwaltung die geplante Herausnahme dieses Areals als Landschaftsschutzgebiet begründet. Die 35 Hektar große Fläche beträgt 1,5 Prozent der rund um Dorfen gesamt ausgewiesenen Landschaftsschutzgebiete, die eine Gesamtgröße von 2050 Hektar haben.

Umweltreferent Gerald Forstmaier (GAL) warnte zunächst davor, dieses Landschaftsschutzgebiet aufzuheben. Die Fläche bedeute für die Stadt ein so genanntes Raumwiderstandskataster. Dies könnte für die Stadt zur Abwehr der B 15 neu wichtig sein, falls diese nicht auf der raumgeordneten Trasse bei Buchbach verwirklicht werde, sondern doch bei Dorfen.

Bürgermeister Heinz Grundner (CSU) wies darauf hin, dass ein Landschaftsschutzgebiet die „unterste Schutzkategorie“ sei und keinesfalls eine Wirkung wie ein FFH-Gebiet habe. Wenn etwa die B 15 neu im Bereich Rutzmoos geplant werden würde, löse das Landschaftsschutzgebiet „keine eigene Betroffenheit der Stadt“ aus. Dagegen würden eigene Planungen der Stadt mit und auf dem Areal „da viel mehr helfen“. Grundner war sichtlich darum bemüht, wegen dieser Thematik keine größere Diskussion aufkommen zu lassen. GAL-Fraktionschefin Dorette Sprengel sprach sich trotzdem dagegen aus, das Landschaftsschutzgebiet aufzuheben.

Landlisten-Fraktionssprecher Martin Heilmeier beantragte daraufhin, ein kleinen, im nordwestlichen Bereich der Fläche gelegenen Teil, im Landschaftsschutzgebiet zu belassen und die Änderung der Landschaftsschutzgebietsverordnung beim Landkreis Erding zu beantragen. Auch er argumentierte mit der Thematik B 15 neu. Dem Antrag stimmte das Plenum nur mit einer hauchdünnen Mehrheit von 12:11 Stimmen zu. Der weitere Antrag von Umweltreferent Forstmaier, in die Begründung der Änderung die Verwendung der Fläche für Sport, Freizeit und Erholung aufzunehmen, wurde dagegen bei nur einer Gegenstimme angenommen.

Auch in zwei weiteren Bereichen in der Stadt hat der Stadtrat Landschaftsschutzgebiete aufgehoben. So etwa bei einem Areal bei den Sportplatzflächen südlich der Buchbacher Straße. In diesem Bereich liegen Fußballplätze und dort ist auch der Naturkindergarten angesiedelt. Im Flächennutzungsplan war diese Fläche bisher als Grünfläche mit Sportplatzsymbol dargestellt. Da auf dieser Fläche bereits tatsächlich Nutzungsarten bestehen, die nicht dem Sinn und Zweck der Landschaftsschutzgebietsverordnung entsprechen, sei eine Rücknahme der Landschaftsschutzgebietsgrenzen aus diesen Gründen gerechtfertigt, argumentierte die Verwaltung. Dort soll offenbar ein weiterer Fußballplatz entstehen.

Geändert wurde auch ein Teilbereich Kloster Moosener Siedlung. Diese Fläche ist bereits zu einem kleinen Teil als Wohnbaufläche dargestellt und liegt unmittelbar nördlich des Edeka-Verbrauchermarktes. Die Verwaltung schlug hier vor, die neue Lanschaftsschutzgebietsgrenze nördlich entlang eines bestehenden Grabens bis zur Zone 3 des Wasserschutzgebiets und entlang dieser Wasserschutzgebietsgrenze festzulegen. Auch diesen Änderungen stimmte der Stadtrat mit jeweils zwei Gegenstimmen zu.

Anton Renner

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