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Nachdenkliche Gesichter machten die Bockhorner in der gut besuchten Bürgerversammlung.

Bürgerversammlung Bockhorn 

Adlerhorst: Nach Abriss alles offen

Bockhorn/Grünbach – Der Grünbacher Adlerhorst, der Kreisverkehr in Mauggen und die Straßenausbaubeitragssatzung waren Themen in der Bockhorner Bürgerversammlung.

Einige Aufgaben warten noch auf die Gemeinde Bockhorn, doch mit dem Rechenschaftsbericht von Bürgermeister Hans Schreiner konnten die zahlreichen Zuhörer im Trachtenheim Grünbach zufrieden sein. Das betrifft vor allem die Haushaltssituation, auf die Schreiner nur dahingehend hinweisen musste, dass man 2015 einen Rekordetat zu verbuchen hatte. Die Rücklagen betragen 4,2 Millionen Euro. Schulden hat man freilich, pro Kopf sind es 115 Euro. Die sind jedoch um rund 20 Euro zurückgegangen und hauptsächlich durch Investitionen bedingt, die sich wieder auszahlen.

Wischi-Waschi-Gesetz

Was die Bürger wurmt, ist die Straßenausbaubeitragssatzung. Diese bezeichnete Vize-Landrat Jakob Schwimmer in seinem Grußwort als „Wischi-Waschi-Gesetz“ des Landtags. Nach dem Urteil gegen die Gemeinde Hohenbrunn sehe es aber so aus, dass die Satzung eingeführt beziehungswiese wieder eingeführt werden müsse. „Wir wissen nicht, wie wir die Kuh vom Eis herunterbringen“, so Schwimmer. Entsprechende Bescheide des Landratsamts seien unterwegs. Er könne nur raten, sich nicht explizit an die Mustersatzungen zu halten und die Beiträge zu relativieren, sagte Schwimmer.

Großes Thema in Bockhorn, speziell in Grünbach, ist der Adlerhorst, dessen Abriss für das kommende Frühjahr geplant ist. Das Gebäude habe Potenzial gehabt, so hieß es aus der Versammlung, sei aber dem Verfall preisgegeben worden. Man habe bereits das Gemeindehaus und das Schulhaus verkauft, ohne dass Grünbach etwas davon gehabt hätte.

Bürgermeister Schreiner erinnerte daran, dass Grünbach ein Teil von Bockhorn sei. Was den Adlerhorst betrifft, müsse man aufgrund des hohen Asbest-Aufkommens an Abriss denken. Was danach komme, sei völlig offen. Dem Gemeinderat liegen Anträge für einen Kindergarten vor, eine Option wäre auch ein Feuerwehr-Standort oder Wohnbebauung. Letzteres könnte allerdings bedeuten, dass die Tennisplätze aus immissionsschutzrechtlichen Gründen weg müssten, so die Befürchtung. Schreiner bat um Geduld: Derzeit habe der Gemeinderat noch keine Überlegungen getroffen.

Kreisel-Probleme

Dass diese nicht immer greifen, sieht man am Kreisverkehr in Neumauggen. An der unfallträchtigen Kreuzung der ED 20 mit der Staatsstraße 2084 wäre zwar ein Kreisel möglich, der über Mittel des Radwegenetzes zu finanzieren sei, doch „ich bin auf unüberwindbare Grunderwerbsprobleme gestoßen“, sagte Schreiner resigniert.

Keine Schwierigkeiten gibt es bei den kommunalen Finanzen – auch dank der steigenden Steuerkraft. Mit 748 Euro „liegen wir auf Platz 17 von 26 Gemeinden im Landkreis“, so Schreiner. Das ist zwar die untere Hälfte, „aber für eine kleine Landgemeinde recht tüchtig, weil sich Erding und Oberding in einer anderen Liga befinden“. Dabei hat Bockhorn mittlerweile knapp 4000 Einwohner – darunter 253 Ausländer aus 43 Nationen – und eine Zuzugsquote von 6,12 Prozent.

Ein wenig Sorgen bereitet die Geburtenstatistik. „Der Baby-Boom ist ausgebrochen, bei uns aber noch nicht angekommen“, sagte Schreiner. Konkret gibt es mit 23 Geburten im laufenden Jahr den niedrigsten Stand seit 2011. Dabei tut die Gemeinde einiges, um junge Familien anzulocken. Bestes Beispiel ist das Baugebiet Bockhorn-Südwest: nahezu fertiggestellt mit vielen Einheimischen-Grundstücken, aber auch Parzellen für den freien Markt. Probleme gab es bei der Glasfaseranbindung. Die Telekom stellte fest, dass die Leitung viel zu schwach ist. Glasfaser gibt es erst im Frühjahr – bis dahin müssen einige sogar ohne Telefon auskommen.

Ein weiteres Problem der Gemeinde ist die Walpertskirchener Spange beziehungsweise der zweispurige, elektrifizierte Ausbau des Bahnabschnitts Markt Schwaben – Mühldorf. Die Entscheidung stehe nicht unmittelbar bevor, erklärte Schreiner. Dennoch ließ er eine Unterschriftenliste der Bürgerinitiative gegen die Walpertskirchener Spange herumgehen. Auch zur Nordumfahrung gibt es nichts Neues, „doch wir haben kein Problem, wenn es länger braucht“, meinte Schreiner.

Gert Seidel

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