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Widerstand gegen Walpertskirchener Spange: „Jetzt besteht noch die Chance“

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Vereint für eine ruhigere Heimat (v. l.): Peter Brenninger, Georg Mayr, Annemarie Strasser, Josef Vieregg, Kasper Widemann, Rainer Althier, Christina von Stackelberg, Sebastian Schrimpf, Michael Walter und Bürgermeister Hans Schreiner. Foto: HOLZ
Vereint für eine ruhigere Heimat (v. l.): Peter Brenninger, Georg Mayr, Annemarie Strasser, Josef Vieregg, Kasper Widemann, Rainer Althier, Christina von Stackelberg, Sebastian Schrimpf, Michael Walter und Bürgermeister Hans Schreiner. Foto: HOLZ

Kirchasch - Der Kampf der Bürgerinitiative Walpertskirchener Spange geht weiter. Der Vorstand der BI bleibt unverändert, nun werden Argumente für Stellungnahmen gesammelt.

Normalerweise ist Bockhorns Bürgermeister Hans Schreiner die Ruhe selbst. Doch in der Generalversammlung der Bürgerinitiative (BI) Walpertskirchener Spange gab er sich kämpferisch. „Wir müssen uns auf die Hinterbeine stellen, um unsere Heimat zu erhalten“, rief er am Montagabend den Besuchern im Gasthaus Bauer in Kirchasch entgegen.

„Viele Planer von auswärts sehen unsere Region als eine weiße Fläche auf der Karte - da kann man bauen, denken sie“, kritisierte der Bürgermeister. Auch wenn das Projekt, verglichen etwa mit der dritten Startbahn, eher klein sei, „müssen wir uns rechtzeitig mit den Plänen für diese Spange der Deutschen Bahn befassen“, erklärte BI-Vorsitzender Josef Vieregg. Wenn das Planfeststellungsverfahren erst einmal laufe, vermutlich 2016, „wird die Zeit eng“, warnte er.

Deshalb hatte der Landwirt aus Neukirchen an Grundbesitzer und Bauern Pläne verteilt, damit sie sich ein konkretes Bild machen können. Vieregg selbst wird in ferner Zukunft vielleicht auf einen gut 200 Meter langen Eisenbahndamm mit Brücke über die Strogn blicken müssen.

„Schaut euch die lokale Situation jeweils genau an und meldet mir bis 6. November eure Einwände und Vorschläge. Je mehr Einsprüche wir gegen das Projekt zusammenbekommen, desto größer die Chance, es zu verhindern“, forderte der BI-Chef seine Mitstreiter auf.

Die geplante Strecke würde den Weiler Schwarzhölzl links und rechts mit Schienen einkeilen. Die Züge sollen an Englpolding, Breitasch sowie Papferding vorbeifahren - vier pro Stunde, später vielleicht auch mehr - und passieren in Sichtweite Neukirchen, Kölling und Flanning auf dem nach Erding und weiter zum Flughafen.

„Der Flughafen ist der eigentliche Profiteur dieser neuen Linie“, erklärte Alfred Schreiber, Kreisvorsitzender des Verkehrsclubs Deutschland. „Denn mehr Gäste sollen vor allem aus Österreich zum Airport kommen können. Wir müssen aufpassen, dass wir nicht überrollt werden. Jetzt aber besteht noch die Chance, etwas zu ändern - nicht jede Bahnstrecke wurde bisher verwirklicht.“

Wenn also Landwirte und sonstige Anlieger ihren Unmut über Belästigungen wie Lärm, Schwingungen, Elektrosmog oder Landfraß melden, wenn auf die Überschwemmungs-Gefahr an der Strogn und auf das erhaltenswürdige Fauna-Flora-Habitat bei Neukirchen hingewiesen wird, dann, so BI-Sprecherin Christina von Stackelberg, „haben wir eine gute Chance, das Projekt anzufechten. Wir wollen kein zweites Stuttgart 21, haben jedoch Politikern bereits aufgezeigt, wie und wo die genaue Trasse einmal verlaufen soll.“

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