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Im Reich der Bienen: Reporter Markus Ostermaier mit einer Bienenwabe samt hunderten der Insekten.

Natürliches Antiallergikum

Honig gegen Heuschnupfen: Unser Reporter hat es getestet

Buch am Buchrain – Blütenhonig als Antiallergikum? Nicht jeder weiß, dass Imker-Honig quasi als Hyposensibilisierung bei Allergien helfen kann. Unser ebenfalls vom Heuschnupfen geplagter Mitarbeiter Markus Ostermaier (22) hat’s selbst ausprobiert.

Juckende Augen, häufiges Niesen, eine ständig laufende Nase – Experten schätzen, dass in Deutschland etwa 13 Millionen Menschen unter Heuschnupfen leiden. Vermutlich können also auch viele unserer Leser mitfühlen, wie es mir jedes Jahr in den ersten warmen Monaten ergeht, wenn die Natur wieder erwacht. Ich habe in der Vergangenheit schon viele Mittelchen gegen meine Gräserallergie ausprobiert – eine ärztliche Hyposensibilisierung mit Tabletten oder etwas aus der Heilpraxis etwa. Nichts davon brachte bisher den gewünschten Effekt.

Von einer ganz anderen Behandlungsmethode erfuhr ich zufällig von Buchs Bürgermeister Ferdinand Geisberger, der schon als Kind seinen Vater bei der Honig-Produktion unterstützt hat und seit 20 Jahren in seiner Freizeit leidenschaftlicher Imker ist. Geisberger erzählte mir voriges Jahr, dass Allergikern das Essen von Blütenhonig, hergestellt von Imkern wie ihm, helfen soll. Die Begründung: Durch die tägliche Ration des Pollen enthaltenden Naturprodukts würden die Reizstoffe als Nahrung aufgenommen. Dadurch gewöhne sich der Körper an die Pollen und stelle sich mit der Zeit darauf ein, nicht mehr so allergisch zu reagieren. Klingt eigentlich ganz logisch, wie ich finde.

Als mir ein Arbeitskollege – er ist ebenfalls Hobby-Imker – diese natürliche Sensibilisierung ebenfalls ans Herz legte („Das wird dir bestimmt helfen“), war ich endgültig neugierig. Zugegebenermaßen war ich bisher zwar noch nicht der größte Honig-Fan, aber im Vergleich zu anderen Medikamenten ist das ja wirklich eine angenehme Therapie. Geisberger stellte mir schließlich im Spätsommer 2015 ein paar Gläser zur Verfügung.

Er erklärte mir, dass es für diese Anti-Allergie-Kur wichtig sei, keinen in Großbetrieben produzierten Honig, sondern naturnahen Blütenhonig aus der näheren Umgebung zu verwenden. Dieser unterscheidet sich auch schon deutlich in Farbe und Geschmack. Mein cremiger, fester Honig glänzte nicht in Gold-Orange, sondern hatte einen sehr dunklen Gelbton. Die Farbe kann bei den kleinen Landimkern immer unterschiedlich sein – je nachdem, was die Bienen zu ihren Waben heimtragen. Im September begann ich schließlich mit der Einnahme.

Schnell hatte ich mich daran gewöhnt, immer nach dem Aufstehen und vor der Fahrt in die Arbeit auf nüchternen Magen einen Löffel süßen Honig zu essen. Das führte ich bis Mai dieses Jahres fort – laut Geisberger der geeignete Zeitraum.

Weniger Tabletten als bisher

Mit Spannung habe ich das Frühjahr und den Sommer erwartet. Hat die Therapie etwas gebracht? Sagen wir so: Man sollte keine Wunderheilung erwarten. An den ersten, richtig warmen Wochenenden, als alles zu blühen begann, erwischte es auch mich ordentlich. Mir halfen dann wieder nur die Antihistaminika, die ich immer zu schlimmen Phasen einnehme. Rückblickend muss ich aber sagen: Ich habe heuer bei Weitem nicht so viele Tabletten gebraucht, wie in den Jahren zuvor. Und ich habe wirklich den Eindruck, dass der Blütenhonig meine allergische Reaktion gemildert hat.

So erging es auch einigen von Geisbergers Bekannten, denen er ebenfalls den Tipp zur Bekämpfung ihrer Allergie gegeben hatte. „Das weiß jeder Imker“, ist er selbst von dieser Methode überzeugt - und rät mir zudem, die Honig-Therapie noch ein weiteres dreiviertel Jahr zu machen. Das habe ich auch vor. Für die nächsten kalten Monate habe ich mir schon ein paar Gläser gesichert, und hoffe auf eine weitere Verbesserung im kommenden Jahr.

Markus Ostermaier

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