Verein für Gartenbau und Dorfverschönerung Buch/Reithofen

110 Jahre im Zeichen der Natur

Buch am Buchrain – Sein Spektrum hat der Verein für Gartenbau und Dorfverschönerung Buch/Reithofen in seiner 110-jährigen Geschichte immer mehr erweitert – vom Obstbau bis zum Kinderprogramm.

Von Markus Ostermaier

Offiziell feiert der Verein für Gartenbau und Dorfverschönerung Buch/Reithofen heuer seinen 110. Geburtstag. Der Pfarrei-Chronik ist zu entnehmen, dass auf Obst- und Gartenbau allerdings schon viel früher geachtet wurde. Unter Pfarrer Johann Thomas Mayer (1804 bis 1817) etwa gab es eine Baumschule, und 1853 legte Lehrer Matthias Wind einen Obstschulgarten an. 1906 wurde schließlich in Buch am Buchrain der Gartenbauverein von Pfarrer Reinthaler, der auch den Vorsitz übernahm, gegründet. Die Anzahl der damaligen Mitglieder ist nicht überliefert.

Dorfverschönerung

Anders als viele in der Region, überlebte der Verein die beiden Weltkriege und musste nicht neu gegründet werden. Davon weiß der heutige Vorsitzende Walter Hipper zu berichten. 1950 waren es 46 Vereinsanhänger. 1963 übernahm schließlich Hippers Vater, der Hauptlehrer August Hipper, die Vereinsführung. Er hob in seiner 27-jährigen Amtszeit die Mitgliederzahl von 33 auf 130 an. „Zu seiner Anfangszeit war der Obstbau nicht mehr viel wert. Das Interesse hatte sich verringert“, berichtet Walter Hipper, dessen Mitgliedschaft Anfang der 1970er Jahre über das Ehrenamt seines Vaters begann.

Hauptaugenmerk legte man dann eher auf Wanderwege, Bachbepflanzungen und Blumenschmuck. Den neuen Aufgaben entsprechend erfolgte 1974 die Umbenennung in „Verein für Gartenbau und Dorfverschönerung“. Im selben Jahr erhielt der Ortsteil Mitterbuch eine Auszeichnung für erfolgreiche Ortsverschönerung. 1990 übergab der 81-jährige Hipper die Vereinsführung an seinen Sohn Walter. Der Vorstand pflegt seitdem nicht nur die alten Vorgaben. „Wir haben den Schwerpunkt wieder auf den Obstbau gelegt, also zurück zu den alten Wurzeln“, erläutert der amtierende Vereinschef. So lernen die Mitglieder beispielsweise, wie man Bäume selbst aufzieht und sie richtig schneidet.

Mit dem Kinderprogramm und der Jugendarbeit wird durch die Zweite Vorsitzende Rita Rott ein weiterer neuer Schwerpunkt gelebt. Außerdem gibt es seit den 90er Jahren Ausstellungen zu verschiedenen Themen. Anfangs konzentrierte man sich überwiegend auf Pflanzen. Zum 100-jährigen Jubiläum wurde 2006 eine Tomatenausstellung mit etwa 400 Sorten organisiert. 2011 präsentierte der Verein rund 280 Paprikasorten.

Den Vorsitzenden freut besonders, dass bei den jüngsten Ausstellungen so viele Mitglieder ihre Gemüsesorten gezeigt hätten. „Es hat mich sehr glücklich gemacht, dass so viele am Vereinsleben teilgenommen haben“, sagt Hipper und verrät: „Es soll wieder eine Ausstellung geben“ – ein Thema ist allerdings noch nicht fixiert. Der Rentner, der früher im Steuerwesen tätig war und mittlerweile im 26. Jahr Vorsitzender ist, musste sich sein Gartenwissen über die Jahre selbst aneignen, wie er zugibt.

Waldlehrpfad

Zum 110. Geburtstag gibt es kein besonderes Festprogramm. Eventuell sind ein Vortragsabend und eine Bastelaktion für Kinder geplant. Den jungen Besuchern des Kindergartens und der Grundschule will der Gartenbauverein zudem wieder bei Waldrandbegehungen die Natur näherbringen, erklärt Hipper. Er liebäugelt darüber hinaus mit einem Waldlehrpfad zur Vorstellung etwa von Sträuchern. In seiner Vision denkt er als Standort an die Umgebung des Hammerbachs. „Grundsätzlich ist die Gemeinde auch dafür, aber sie muss eben noch festlegen, wo“, sagt Hipper.

Wenn voraussichtlich 2017 das neue Feuerwehrhaus am Haidfeld gebaut wird, werden auch die Gartler davon profitieren. Schon im alten Gebäude der Bucher Wehr entsteht in der 1998 angeschafften Obstpresse frischer Saft. Aus Platzgründen kann hier allerdings nicht erhitzt werden. Das Geld für eine Erhitzungsanlage hat der Verein laut Hipper schon beisammen. Investieren will man, wenn der Verein seine zwei Räume im neuen Feuerwehrhaus bezogen hat.

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