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Ein Gläschen Martini lässt sich Daniela Vitti in einem ihrer Lieblingskleider schmecken. Die Stars der 50er Jahre zieren ihr Zuhause in Buch am Buchrain – hier zum Beispiel Schauspielerin Audrey Hepburn im Großformat.

Porträt: Daniela Vitti

Ein Leben im Stil von Audrey & Co.

Buch am Buchrain – Petticoats, große Locken, rote Lippen: Dass Daniela Vitti eine Vorliebe für die alte Hollywood-Zeit hat, sieht man sofort. Aber auch bei der Musik und Freizeitgestaltung zeigt sich: Die 21-jährige Bucherin lebt den Stil der 50er Jahre.

Elvis Presley ist einfach Kult. Seine Frisur, sein Hüftschwung, seine Stimme: Vor allem von den Damen wurde der King of Rock’n’Roll in den 1950er und 60er Jahren umschwärmt. Daniela Vitti ist ein Beweis dafür, dass Elvis auch heute noch die junge Generation begeistern kann. Sie liebt und lebt den Stil seiner Zeit.

Nähergebracht durch die Großmutter, weckte Elvis in der jungen Frau vor vier Jahren das Interesse an den vergangenen Jahrzehnten, vor allem dem Zeitraum 1920 bis 1950. Heute kleidet sich die 21-Jährige selbst wie eine Hollywood-Stilikone aus dieser Zeit – und das mitten im beschaulichen Buch am Buchrain. „Früher war alles so stilvoll und glamourös. Ich bin auch ein großer Fan amerikanischer Oldtimer und liebe die Art, wie alles hergerichtet wurde“, schwärmt Vitti. Seit einigen Jahren pflegt sie selbst einen Retro-Vintage-Lebensstil – also ein ähnliches Auftreten wie in den 1940er und 1950er Jahren, verknüpft mit der Moderne.

Dass sie sich in vielen Dingen von Gleichaltrigen unterscheidet, zeigt sich in zahlreichen Lebenslagen. Vitti geht nicht in normale Discos, sondern oft auf Oldtimertreffen oder Konzerte in speziellen Locations, „bei denen die Leute alle so gekleidet sind wie ich“. In München etwa gibt es nur einen Club, in den sie gerne zum Tanzen geht: die Peppermint Lounge, ein Mekka für Rockabilly-Fans und Liebhaber der 50er Jahre.

Moderne Lieder dagegen mag Vitti gar nicht. Die Bucherin hört hauptsächlich Musik aus den 20er bis 50ern. Elvis, Jerry Lee Lewis oder Johnny Cash zählen zu ihren Favoriten. Außerdem liebt die 21-Jährige Schwarz-Weiß-Filme: „Es wurde einfach noch ganz anders gespielt. Ich mag die Dramatik und Beleuchtung“, erzählt sie. Auch ihre Wohnung zeugt von Vittis Faszination für diesen Stil. Wände und Regale zieren Schwarz-Weiß-Bilder von Ikonen der früheren Zeit – von Marilyn Monroe über Johnny Cash und June Carter bis hin zu Audrey Hepburn. Dazu passen Accessoires wie eine alte Schreibmaschine. Demnächst wird zudem eine Küche im alten amerikanischen Look eingebaut.

Und auch optisch zeigt Vitti ihren neuen Lebensstil ganz offen. Sie trägt fast nur noch Kleider, die sie in Onlineshops kauft – teilweise sogar Originale aus den 50ern. Jeans kommen nur noch in Ausnahmefällen zum Einsatz. „Ich bin sehr froh, dass ich jetzt dann Arbeitskleidung habe, dann muss ich mir keine normale Kleidung mehr kaufen“, erklärt die kürzlich ausgelernte medizinische Fachangestellte, die Marilyn Monroe und Vivien Leigh als Vorbilder nennt.

Das spezielle Schminken hat sich die Bucherin mit Videos eines Rockabilly-Models beigebracht. Mittlerweile braucht sie für den 50s-Look mit knallroten Lippen und auffälligem Lidstrich nur noch 15 Minuten. Je nachdem wie aufwändig die Frisur ist, sind für die Haare zwischen 30 Minuten oder – über Nacht – bis zu zwölf Stunden nötig. Vitti: „Mir ist es wichtig, dass ich nur noch so gestylt aus dem Haus gehe.“ Dass sie mit ihrer Optik auffällt, ist der 21-Jährigen bewusst. Und auch, dass die Leute sie gerne anschauen: Als sie vor einiger Zeit etwa nach einem Friseurbesuch in Oberding unterwegs war, war ein Autofahrer so sehr von ihr abgelenkt, dass er gegen einen Zaun fuhr, berichtet Vitti lachend.

Generell sei das direkte Feedback unterschiedlich, aber überwiegend positiv. „Oft machen Leute Fotos mit mir und sagen, ich sehe aus wie aus einem Hollywoodfilm“, erzählt Vitti. Vor allem älteren Menschen gefalle ihr Look sehr gut. „Bei Bekannten bin ich mir oft gar nicht sicher, ob sie mich überhaupt erkennen.“ Sie sei zu selten in Buch unterwegs, um zu wissen, wie es in ihrem eigenen Wohnort ankommt. Manchmal werde sie aber auch schief angeschaut. „Manche wundern sich eben, weil sie nicht mehr wissen, wie man vor 60 Jahren ausgesehen hat“, sagt Vitti.

Durch ihren neuen Lebensstil hat die 21-Jährige viele neue Freunde mit ähnlichen Interessen gefunden. Kürzlich hat sie unter dem Künstlernamen „Dani Waylon Jennings“ eine öffentliche Facebook-Seite eingerichtet. Hier gibt sie Einblicke in ihren Lebensstil und Tipps zu Rock’n’Roll-Veranstaltungen. Und sie will Gleichgesinnten Hilfestellungen geben – Videos zum Beispiel zu den Themen Frisuren oder Make-Up. Auch Ergebnisse von Vittis Fotoshootings gibt es dort zu sehen.

Daniela Vitti auf Facebook

Wer Dani Waylon Jennings auf Facebook folgen will, findet ihre Fan-Seite unter www.facebook.com/DaniW.Jennings.

Von Markus Ostermaier

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