1. Startseite
  2. Lokales
  3. Erding

Brandhuber wirft hin und watscht die Stadt ab

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Anton Renner

Kommentare

Jahrelange gekämpft hat Georg Brandhuber gegen eine Verschandelung Dorfens durch den Bahnausbau. Jetzt hat er frustriert hingeschmissen. Foto: Renner
Jahrelange gekämpft hat Georg Brandhuber gegen eine Verschandelung Dorfens durch den Bahnausbau. Jetzt hat er frustriert hingeschmissen. © Renner

Dorfen - Die Bürgerinitiative Bahnausbau hat keine Zug-Lokomotive mehr. Georg Brandhuber, Gründer und Sprecher der Initiative, ist zurückgetreten. Eine Zusammenarbeit mit der Stadt sei „unmöglich“, begründet der 74-Jährige seinen Schritt.

Dass Georg Brandhuber hinschmeißt, kommt nicht unerwartet. Seinen Rücktritt deutete der BI-Sprecher schon bei der Sondersitzung des Stadtrats am Mittwoch an, in der der Antrag der Bürgerinitiative „Für einen Bahnausbau ohne Mauern und Schranken“ auf einen Bürgerentscheid abgelehnt wurde. „Ich bin bedient“, sagte Brandhuber, „irgendwann reicht’s, dass Fass ist voll“.

Am Donnerstagabend hat Brandhuber nun in einer Rundmail an Unterstützer seinen Rücktritt erklärt. Dafür macht er Bürgermeister Heinz Grundner verantwortlich: „Das immer wieder gezeigte Desinteresse des ersten Bürgermeisters Grundner und die sich daraus logisch ergebende Passivität, besonders dokumentiert durch monatelange Wartezeiten auf Bearbeitung und Weitergabe, wie auch das Festhalten an Fehleinschätzungen, und Nichtinformation der BI von Schriftverkehren mit Planungsstellen und Behörden macht eine nötige Zusammenarbeit unmöglich.“ Brandhuber verweist auf ein Schreiben der Bürgerinitiative „mit wichtigen realistischen Daten“ vom 7. April, das bis heute im Stadtrat nicht zur Diskussion gestellt worden sei.

Bürgermeister Grundner hat gestern den Rücktritt Brandhubers „als bedauerlich für die Bürgerinitiative“ bezeichnet. Die Vorwürfe gegen ihn weist Grundner zurück. Der von Brandhuber angeführte Antrag der BI Bahnausbau sei während seiner Urlaubszeit mit dem Hinweis in der Stadtverwaltung abgegeben worden, dass das weitere Vorgehen und der Inhalt am Karfreitag-Vormittag mit Vize-Bürgermeister Günther Drobilitsch abgesprochen wurde. Brandhuber sei per E-Mail zugesichert worden, dass der Antrag voraussichtlich in der Stadtratsitzung Anfang Juni behandelt werde. Auf Wunsch Drobilitschs wäre der Antrag jedoch nicht auf die Tagesordnung der Sitzung genommen worden, da es wegen des umfangreichen Zahlenmaterials einer längeren Vorbereitungszeit bedurfte. Der Antrag der BI sei für die kommende Sitzung am 1. Juli auf die Tagesordnung gesetzt worden.

Das Bemühen von Brandhuber, beim Bahnausbau für Dorfen das Beste herauszuholen, bezeichnete Grundner als „redlich“. Dennoch müsse gesehen werden, das man „nicht aus der Hüfte schießen kann“. In der Auseinandersetzung mit der Bahn sei wichtig, „sich auf einer normalen, vernünftigen Ebene zu unterhalten“. Schließlich sei die Stadt diejenige, „die von der Bahn etwas will, und nicht umgekehrt“.

Auch interessant

Kommentare