Künftig nur noch Milchvieh im Laufstall? Auf dem Anwesen von Anton Hofstaller wird diese Haltungsform praktiziert. ja

Anbindehaltung bei Milchkühen vor dem Verbot

„Das wird sich von selbst erledigen“

Die Anbindehaltung von Milchkühen ist insbesondere auf kleinen und mittelgroßen Bauernhöfen noch weit verbreitet. Ein Verbot dieser Haltungsform würde die Milchkuhhalter im Landkreis vor große Probleme stellen – unnötig, sagt der BDM-Kreisvorsitzende Mathias Lohmeier.

Anbindehaltung von Milchkühen vor dem verbot 

„Das wird sich von selbst erledigen“

Die Anbindehaltung von Milchkühen ist insbesondere auf kleinen und mittelgroßen Bauernhöfen noch weit verbreitet. Ein Verbot dieser Haltungsform würde die Milchkuhhalter im Landkreis vor große Probleme stellen – unnötig, sagt der BDM-Kreisvorsitzende Mathias Lohmeier.

von julia adam

Landkreis – Dass die Anbindehaltung von zahlreichen Tierschutzorganisationen verteufelt wird, können weder Mathias Lohmeier, der diese Haltungsform in Dorfen selbst jahrelang praktiziert hat, noch Thomas Zollner aus Eitting, dessen Tiere im Laufstall untergebracht sind, nachvollziehen. Beide sind sich einig: eine verantwortungsvoll durchgeführte Anbindehaltung schadet dem Vieh nicht. „Mit speziellen Gummimatten auf dem Boden und etwas Stroh liegen die Tiere weich, und ihre Haupttätigkeit ist ja das Liegen“, erklärt der Dorfener Landwirt.

Milchkühe seien pro Tag 16 Stunden mit dem Wiederkäuen beschäftigt. „Die Milch wird eben im Liegen produziert. Wenn es den Kühen in den Anbindeställen so schlecht gehen würde, würden sie nicht so viel Milch geben“, sagt Lohmeier. Ein Risiko sei zudem die mögliche Überbelegung von Laufställen. „Oft werden einfach zu viele Kühe darin untergebracht. Sie befinden sich dann in einer anhaltenden Stresssituation, weil sie ständig auf der Suche nach einem Liegeplatz sind. Bei der Anbindehaltung hat jede Kuh einen gesicherten Bereich.“

Zollner ist der gleichen Meinung: „Ich glaube nicht, dass die Anbindehaltung so schlecht ist, wie immer behauptet wird. In modernen Ställen ist es hell, und die Kühe bekommen viel frische Luft.“ Die beiden Landwirte sind sich einig: so wie beide Haltungsformen ihre Vorteile bieten, gibt es auch bei beiden Formen schwarze Schafe unter den Landwirten.

Ein komplettes Verbot empfindet Lohmeier deshalb als unnötig: „Wahrscheinlich wird sich das Thema sowieso schon erledigt haben, bis die Politik überhaupt so weit ist. Ich denke, dass Märkte wie Aldi und Lidl das schon früher schaffen.“ Der BDM-Kreisvorsitzende ergänzt: „Die haben ja schon mal überlegt, ob sie nur noch Milch aus Laufstallhaltung verkaufen.“

Auch Zollner sieht in der Anbindehaltung ein Auslaufmodell. Das sei auch der Grund, weshalb er seine Kühe im Laufstall untergebracht hat. „Wer jetzt einen neuen Stall bauen möchte, darf das nur inklusive Laufstall. Die älteren Höfe werden früher oder später aufgegeben, weil es da das Generationenproblem gibt. Das wird sich alles von selbst erledigen“, sagt Lohmeier.

Dennoch würde ein Verbot der Anbindehaltung auch für zahlreiche Milchbauern im Landkreis das Aus bedeuten, denn der Großteil betreibt diese Haltungsform. Besonders für kleinere Höfe rechnet sich der Bau eines Laufstalls nicht. „Für einen neuen Laufstall zahlt man locker 10 000 Euro pro Platz. Das können die sich nicht leisten. 80 Prozent geben bestimmt auf“, bedauert Lohmeier. Ein Verbot sei jedoch nur das Tüpfelchen auf dem i. „Wenn sich das mit dem schlechten Milchpreis nicht ändert, werden wir sowieso zahlreiche Milchbauern verlieren.“

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