Prüfung in Alten- und Pflegeheimen

Bestnoten für das Marienstift

Dorfen – Frei von Pflegeskandalen genießt das Dorfener Alten- und Pflegeheim Marienstift einen sehr guten Ruf. Bei der jüngsten externen Überprüfung durch den Medizinischen Dienst der Krankenkassen (MDK) gab es wieder Bestnoten.

Viel Geld steckt die Stadt immer wieder in Sanierungs-, Erhaltungs- und Verbesserungsmaßnahmen ihres Marienstifts. Geld, das offenbar gut angelegt ist. Bei der jährlichen Überprüfung durch den MDK wurden der kommunalen Senioreneinrichtung wieder ausgezeichnete Noten ausgestellt. Insgesamt gab es die Note 1,3 bei der Bewertung von verschiedenen 59 Kriterien.

Geprüft hat der MDK den stationären Bereich des Marienstifts, erklärte Pflegedienstleiterin Freyja Brönnle auf Nachfrage der Heimatzeitung. Der sei derzeit fast voll mit insgesamt 89 Plätzen. Unter die Lupe genommen wurden „die Strukturqualität der Einrichtung und personenbezogene Prozess- und Ergebnisqualität“. Bei der Strukturqualität werde die Umsetzung pflegerischer Expertenstandards überprüft. Das sei die Durchführung von Mitarbeiterfortbildungen in Bereichen, wie Hygiene, Brand- und Datenschutz, Arbeitssicherheit, Expertenstandards oder Erste Hilfe. Auch Konzepte und Verfahrensanweisungen, wie Einarbeitungs-, Beschwerde-, Eingewöhnungs- oder Palliativkonzept habe sich der MDK angeschaut.

Beim Kriterium Strukturqualität werden „im Marienstift seit Jahren alle Kriterien erfüllt, und es gibt vonseiten des MDK keine Verbesserungsvorschläge“, freute sich Brönnle. Die Benotung fließe in alle Noten mit ein.

Die Pflegedienstleiterin erklärte auch das Verfahren zur personenbezogenen Prozess- und Ergebnisqualität. Dabei würden jeweils drei Bewohner der Pflegestufen 1, 2, und 3 überprüft, die vorher mittels Losverfahren ermittelt werden. Der MDK begutachtete dabei unter anderem Pflegezustand und Dokumentation. Da sollte es für jeden Bewohner eine Ersteinschätzung und individuelle Pflegeplanung gegeben. Es sollten Wünsche und Bedürfnisse, sowie die Ressourcen des einzelnen berücksichtigt, Arztkontakte nachvollziehbar, der Umgang mit Medikamenten korrekt sein und für an Demenz erkrankten Bewohnern bedürfnisgerechte Angebote gemacht werden.

Bei der Hälfte der begutachteten Bewohner habe es vonseiten des MDK „keine Verbesserungsvorschläge“ gegeben, bei der anderen Hälfte der Bewohner seien „die Pflegefachkräfte zu Einzelaspekten beraten worden und erhielten Anregungen, die sich größtenteils auf die Dokumentation bezogen hätten, sagte Brönnle. Die Benotung dieser Kriterien spiegele sich in den Punkten Pflege und medizinische Versorgung (1,4), Umgang mit demenzkranken Bewohnern (1,7), sowie soziale Betreuung und Alltagsgestaltung (1,0) wider.

Großen Wert lege man im Marienstift auf das Wohlbefinden der Bewohner, sagte Einrichtungsleiterin Marion Prey. Und das sei „sehr gut“, wie die Bewohnerzufriedenheitsbefragung aufzeige. Das Marienstift habe vom MDK die „Traumnote“ 1,1 bekommen. Und bei den „zusätzlichen Aspekten“, Wohnen, Verpflegung, Hauswirtschaft und Hygiene fiel die Bewertung ebenfalls bestens aus. „Auch hier hat das Marienstift wieder mit 1,0 abgeschlossen“, betonten Prey und Brönnle.

Hermann Weingartner

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