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Ehrengäste bei der Ausstellungseröffnung waren Witwe Eleonore Lohmeier und der Bruder des Schriftstellers, Max Lohmeier (M.). Hermann Simmerl (l.) führte sie durch die Ausstellung

Georg Lohmeier gewürdigt

Bilderbuch-Bayer und Kini-Verehrer

Dorfen - Es gibt wohl niemand anderen, der die Sehnsucht nach der guten alten Zeit so hat aufkeimen lassen, wie Georg Lohmeier. Mit einer Ausstellung würdigen Stadt und Historischer Kreis Leben und Lebenswerk des Autors und Patrioten aus Loh, der in diesem Jahr 90 Jahre alt geworden wäre.

Georg Lohmeier erfand nicht nur das „Königlich Bayerische Amtsgericht“, er verarbeitete zeitlebens auch viele weißblaue Sehnsüchte. Etwa die nach der Wiedereinführung der Monarchie. Lohmeier wurde nicht müde zu träumen, wie sehr die Heimat nach einem König seufze – „nicht weil wir unbedingt einen brauchen, sondern weil es viel schöner wäre“.

Bürgermeister Heinz Grundner würdigte den Autor als „großen Heimatkenner“.

Diesen, wohl einer der berühmtesten Aussprüche hat der in Loh geborene Sohn eines Bauern, Brauers und Gastwirts auch im Dezember 2006 bei einem Besuch im Dorfener Rathaus ins Goldene Buch der Stadt geschrieben. „Das zeigt die Einstellung und Lebensauffassung von Georg Lohmeier“, resümierte Bürgermeister Heinz Grundner am Wochenende bei der Eröffnung der Ausstellung im Heimatmuseum. Der Stadtchef würdigte Lohmeier als „einen der bekanntesten Zeitzeugen der Lebensart und Entwicklung der Region. Grundner: „Wir in Dorfen versuchen den Charakter unserer Kleinstadt so zu erhalten, wie er in den Schilderungen Lohmeiers seinen Niederschlag findet.“ Lohmeier habe in zahlreichen Filmen und Büchern „seiner Heimat ein bleibendes Denkmal gesetzt“. Mit der Ausstellung wolle Dorfen „einen kleinen Dank zurückgeben in der Erinnerung an einen großen Schriftsteller, an einen großen Heimatkenner“.

Dorfens Altbürgermeister Hermann Simmerl, der in seiner Eigenschaft als stellvertretender Vorsitzender des Historischen Kreises und Dorfener Stadtarchivar die Ausstellung maßgeblich verantwortet, zollte dem im Januar 2015 verstorbenen Schriftsteller, Autor, Schauspieler und Patrioten in seiner Rede ebenfalls hohe Wertschätzung. Lohmeier sei eine „außerordentliche Persönlichkeit aus unserem Gäu, der immer eng mit der Heimat verbunden war“. Der Anstoß zur Ausstellung kam laut Simmerl von Forstamtsrat a. D. Günther Penzl, der mit Lohmeier befreundet war. Viele Informationen zur Ausstellung über das Leben des berühmten Lohers steuerte sein Bruder Max Lohmeier bei. Der 97-Jährige, der zur Ausstellungseröffnung nach Dorfen gekommen war, hat der Stadt eine umfangreiche Sammlung von Zeitungsausschnitten seines Bruders übergeben. Leihgaben aus dem familiären Kreis steuerte auch Witwe Eleonore Lohmeier bei – etwa den berühmten Strohhut, den ihr Mann immer getragen hat, oder den Bayerischen Verdienstorden, den ihm der frühere Ministerpräsident Edmund Stoiber verliehen hatte. Auch aus dem Dorfener Heimatbuch von Wolfgang Lanzinger sind zahlreiche Details entnommen.

Zur Eröffnung der Ausstellung kamen zahlreiche Besucher.

Die Ausstellung zeigt einen Querschnitt durch das Leben Lohmeiers. Zu sehen sind auch Fotos von seinen Eltern. „Seine Lust zum Fabulieren, Erzählen, Dichten und Fantasieren hat Lohmeier vom Vater geerbt“, sagte Simmerl. Dieser habe im heimischen Gasthaus die ganze Wirtsstube alleine unterhalten können. Lohmeiers Mutter hingegen habe großen Anteil daran gehabt, „dass der Bub ins Gymnasium nach Freising gehen konnte“. Simmerl zeichnete die Lebensleistung Lohmeiers nach. „Je mehr man sich in das Leben dieses Mannes vertieft, desto mehr wächst der Respekt vor der schier unerschöpflichen Lebensleistung des Georg Lohmeiers“. 150 Filmdrehbücher habe er geschrieben, dazu 20 Theaterstücke für den Komödienstadel. Jahrelang sei Lohmeier Moderator von Kultursendungen in Radio und Fernsehen gewesen. Überdies habe er an die 40 Bücher geschrieben. Lohmeier habe dafür gesorgt, dass Bayern in der Gunst des Publikums über den Freistaat hinaus ganz oben stehe. Simmerl: „Er hat die bayerische Kultur weit über Bayern hinausgetragen – bis ganz ins Ausland nach Norddeutschland.“

Stadt soll Straße nach Autor benennen

Simmerl erinnerte auch an einen Ausspruch Lohmeiers, den dieser zu Lebzeiten machte. „Wenn ich einmal gestorben bin, muss bei meiner Beerdigung die Blaskapelle aufspieln. Auf das freu ich mich heut schon.“ Bei der Ausstellungeröffnung spielte die „Stoaberger Musi“ aus Steinberg bei Schwindkirchen auf. Die kleine Familienblaskapelle hätte Lohmeier sicher sehr gefallen.

Jürgen Weithas, der Vorsitzende des Historischen Kreises, hat in seiner Rede die Stadt dazu aufgerufen, eine Straße in einem Neubaugebiet nach Georg Lohmeier zu benennen. Damit könne in geeigneter Weise an die Verdienste und Heimatverbundenheit Lohmeiers erinnert werden. Weithas dankte auch den Helfern Herbert Moser, Franz Streibl und Ehefrau Agnes, Peter Schweiger und Ludwig Jell, die bei der Verwirklichung der Ausstellung mitgewirkt haben. Die Ausstellung ist zu den Warenmärkten zu sehen.

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