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A fesche Frau, schneidige Manna: Das Braumeister-Ehepaar Barbara Lohmeier-Opper und Jan Opper mit ihren Söhnen Matthias und Jan am Ausschank vom Bräu z’Loh auf dem Dorfener Volksfest. 

Barbara Lohmeier-Opper und Jan Opper

Das Brau-Paar

Dorfen - Ihr Leben ist Bier. Selbstgebrautes Bier. Barbara Lohmeier-Opper und ihr Ehemann Jan Opper sind beide Braumeister. Sie beim Bräu z’Loh, er beim Wildbräu in Grafing. Ihr Beruf ist für das Ehepaar Berufung. Und sie sind Botschafter für Braukunst und das bayerische Bier.

Der Bräu z’Loh ist eine der ältesten, noch existierenden Brauereien im Isental. Seit 1928 wird dort Bier gebraut. Das Loher Bier ist nicht nur im Dorfener Raum ein Begriff für eine echte Spezialität. Bis München liefert das kleine Familienunternehmen ihr Bier. Und Loh ist wohl der Ort in Bayern mit der höchsten Braumeister-Dichte. Neben Nikolaus Lohmeier, dem Inhaber der Brauerei, sind auch dessen Tochter Barbara und deren Ehemann Jan Braumeister.

Bier ist für Barbara Lohmeier-Opper Heimat, und „Heimat ist unser Bier“, wie die Botschaft der Familienbrauerei lautet. Der Gerstensaft zieht sich wie ein roter Faden durch das Leben der feschen Braumeisterin. Schon als Kind schaute sie ihrem Vater in der Brauerei über die Schultern und war beim Ausliefern mit dem Lastwagen dabei. „Der Umgang mit den Leuten hat mir unheimlich Freude gemacht“, erinnert sich die 38-Jährige. Und es hat ihr gefallen, dass Bier in Bayern einen ganz anderen Stellenwert hat, als anderswo. Und so fasste sie auch schon früh den Entschluss, Braumeisterin werden zu wollen. Gelernt hat sie ihr Handwerk beim Schweiger Bräu in Markt Schwaben. Danach ging es zurück in den väterlichen Betrieb. Doch das war der Bierliebhaberin nicht genug. Sie ging nach Weihenstepan und studierte dort Brau- und Getränketechnologie. Danach hat sie an der Doemens Akademie in Gräfelfing ihren Brau- und Malzmeister gemacht. Seit 1998 ist Barbara Lohmeier-Opper wieder zuhause beim Bräu z’Loh – als Braumeisterin und Prokuristin.

Das Geheimnis, als kleine Familienbrauerei gegen die großen Brauerei-Konzerne bestehen zu können, „liegt in der Freude an gutem Bier und der Liebe zur Heimat“, sagt Lohmeier-Opper. Ihre Familie und die Mitarbeiter der Brauerei seien in der Region verwurzelt, liebten die Tradition. Wichtig sei auch Qualität und Zuverlässigkeit. Das würden die Leute schätzen, genauso wie die Tatsache, dass das Loher-Bier wie anno dazumal noch immer in Holzfässer abgefüllt wird. Das meistgefragte Loher ist das Helle Export. Gebraut werden aber auch Dunkles, Märzen, Heller Bock, Pils, Kirtabier, Weißbier und auch eine leichte Weiße.

Jan Oper (42) ist Braumeister und Prokurist beim Wildbräu in Grafing. Konkurrenzdenken gibt es zwischen dem Braumeister-Ehepaar nicht. Ganz im Gegenteil: Erfahrungen werden ausgetauscht, gegenseitig die Biere getestet und bewertet. Zwei Buben hat das Ehepaar, Matthias (10) und Georg (6). Die Brautradition wird wohl fortgeführt werden. Denn schon heute sagt Matthias, er werde sich „seinem Schicksal ergeben“ und auch Braumeister werden. Georg will das nicht. „Der will Biogasler werden“, lacht Mutter Barbara.

Das Loher Braumeister-Ehepaar ist auch Botschafter des Bayerischen Bieres. Zum diesjährigen 500-jährigen Jubiläum des Bayerischen Reinheitsgebots wurden beide die Gesichter der Werbekampagne „Wächter des Bayerischen Reinheitsgebots“.

Auch wenn die Heimatliebe tief in ihrem Herzen verankert ist, setzt Barbara Lohmeier-Opper doch auch auf Modernes. Der Bräu z’Loh ist mit sehr gut gestalteten Seiten im Internet präsent und auch auf Facebook betreibt die Brauerei Imagepflege. Die Bewertungen von Bierliebhabern sind mit fünf Sternen überragend. Nur ein User ist etwas unzufrieden: „Ich würde gerne einen Stern abziehen, weil es keinen Lieferservice ins Rheinland gibt.“ Loher Bier kennt man also nicht nur in Bayern. Für die Braumeisterin sind moderne Medien wichtig, um Freunde des Loher Biers informieren und neue Kunden gewinnen zu können.

Beim Dorfener Volksfest wird an einem Ausschank im Biergarten Kellerbier und Weißbier ausgeschenkt. Dass der Bräu z’Loh bei der Dorfener Wiesn ausschenken kann, das war ein lang gehegter Wunsch der Bräumeisterin. Denn sie hat eines, was heute nicht mehr so oft anzutreffen ist: Die „Babsi“, wie sie von Freunden genannt wird, hat noch einen richtigen Brauerstolz. Das zeigt sich auch darin, dass der kleine Bräu z’Loh als einzige der drei Brauereien, die bei der Dorfener Wiesn Bier ausschenken, mit einem vierspännigen Festwagen vertreten war. „Ich habe mir das lange gewünscht, auf einem eigenen Braureiwagen sitzen zu können“, verrät die Bräumeisterin. Ja, sagt sie, und da macht sie keinen Hehl daraus: „Ich bin stolz, Braumeisterin zu sein.“

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