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Seines eigenen Glückes Schmied will die Stadt Dorfen bleiben. Die Mehrheit des Stadtrates lehnt eine Einklassifizierung als Doppel-Mittelzentrum mit Taufkirchen im Landesentwicklungsplan ab. 

GEGEN DOPPEL-MITTELZENTRUM IM LEP

Dorfen fürchtet Taufkirchener Konkurrenz

Dorfen - Die Stadt Dorfen will im Landesentwicklungsplan Bayern als Raum mit besonderem Handlungsbedarf festgelegt werden. Gleichzeitig lehnt es die Stadt ab, gemeinsam mit Taufkirchen als Doppel-Mittelzentrum geführt zu werden. Ein Affront gegenüber der Nachbargemeinde, sagen Kritiker.

Bislang ist die Stadt Dorfen im Landesentwicklungsplan Bayern (LEP) als Mittelzentrum festgelegt. Bei der jetzt anstehenden Teilfortschreibung soll Dorfen zusammen mit Taufkirchen als Doppel-Mittelzentrum geführt werden. Dies deshalb, weil die Gemeinde Taufkirchen beantragt hat, als Mittelzentrum eingestuft zu werden. In Ausnahmefällen ist so etwas möglich, wenn dies räumlich oder funktional erforderlich ist.

Aus Sicht der Verwaltung ist eine räumliche Erforderlichkeit nicht gegeben. Dorfen und Taufkirchen würden räumlich deutlich auseinanderliegen. Auch bei „wohlwollender Betrachtung“ könne kein baulicher Zusammenhang festgestellt werden, heißt es in der Beurteilung der Verwaltung. Eine funktionale Erforderlichkeit sei ebenfalls nicht erkennbar. Im Falle Dorfen und Taufkirchen ist auch über ein „gutnachbarschaftliches Verhältnis hinaus“ keine interkommunale Zusammenarbeit erkennbar, die im Falle eines Doppel-Mittelzentrums ebenfalls Voraussetzung wäre.

Die Verwaltung hat daher vorgeschlagen, die Einstufung Dorfens als Doppel-Mittelzentrum abzulehnen. Vielmehr müsse die Stadt darauf drängen als Raum mit besonderem Handlungsbedarf (RmbH) dargestellt zu werden. Wie Bauamtsleiter Franz Wandinger begründete, würde dies zahlreiche Vorteile bringen, etwa höhere Fördermittel. Auch bei der Ausweisung von Gewerbegebieten würden eine als RmbH eingestufte Kommune sich leichter tun, da es weniger gesetzliche Hürden gäbe.

Wandinger verwies darauf, dass der gesamte Nachbarlandkreis Mühldorf und damit auch das unmittelbar an Dorfen angrenzende Schwindegg als RmbH definiert seien. Eine Klassifizierung Dorfens als Raum mit besonderem Handlungsbedarf sei damit wohl begründet.

Bürgermeister Heinz Grundner (CSU) sprach sich dagegen aus, kategorisch eine Ausweisung Dorfens als Doppelmittelzentrum gemeinsam mit Taufkirchen abzulehnen. „Wir sollten uns den Weg des gutnachbarschaftlichen Verhältnisse nicht verbauen“, sagte der Stadtchef. Vielmehr solle die Stadt darauf drängen, dass zuvor ein landesplanerischer Vertrag mit Taufkirchen zustande käme. Darin könnte die Aufteilung der Funktionswahrnehmung klargestellt werden. Damit könne sichergestellt werden, das Dorfen keine Nachteile in Kauf nehmen müsse. Das würde auch der Ausschuss für Struktur, Verkehr und Umwelt des Landkreises begrüßen, erinnert Grundner.

Ludwig Rudolf (CSU) hielt davon wenig. „In der Realität kann Dorfen nur verlieren“, sagte er. Auch Landlistensprecher Martin Heilmeier forderte ein klares Nein zu einer gemeinsamen Einstufung mit Taufkirchen. Schon das Beispiel Ostbündnis zeige, dass „solche Sachen“ nichts brächten. „Wir müssen das ablehen, das macht für Dorfen keinen Sinn“, forderte Heilmeier. Ablehnend äußersten sich auch Josef Jung (ÜWG) und Heiner Müller-Ermann (SPD). Es gehe vorrangig darum, Dorfener Interessen zu vertreten. Ursula Frank-Mayer von den Grünen wollte diese ablehnende Haltung nicht verstehen. Dorfen habe mit Taufkirchen viel gemeinsam – etwa Schule und Klinik. „Taufkirchen braucht sich nicht zu verstecken“, konstatierte Frank-Mayer.

Mit 12:11 Stimmen wurde schließlich die Ausweisung als Doppel-Mittelzentrum abgelehnt. Gleichzeitig wurde beschlossen, zu beantragen, Dorfen als Raum mit besonderem Handlungsbedarf zu klassifizieren.

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