AUFSICHTSRATsVORSITZENDER STADTWERKE DORFEN

Drobilitsch: Geht er oder muss er gehen?

Dorfen - Nach dem bevorstehenden Wechsel in der Geschäftsführung soll es auch im Aufsichtsrat der Stadtwerke Dorfen personelle Veränderungen geben. Mehrere Stadträte wollen, das Günther Drobilitsch seinen Posten als Vorsitzender räumt.

Zum Jahresende verlässt der derzeitige Geschäftsführer Karl-Heinz Figl die Stadtwerke. Mit Figl soll auch der Aufsichtsratsvorsitzende, Vizebürgermeister Günther Drobilitsch, seinen Stuhl freimachen. So will es zumindest eine fraktionsübergreifende Gruppe im Stadtrat. Bei der Sitzung des Stadtrates am kommenden Mittwoch (19 Uhr, Sitzungssaal Sparkasse) steht ein Antrag auf Änderung der Gesellschaftersatzung der Stadtwerke Dorfen GmbH auf der Tagesordnung. In der Satzung soll wieder verankert werden, dass der Erste Bürgermeister der Stadt Dorfen auch automatisch das Amt des Aufsichtsratsvorsitzenden der Stadtwerke inne hat.

Genau diesen Passus hatte der Stadtrat im Juli 2014 mit der Mehrheit von Landlisten, SPD und Grünen außer Kraft gesetzt – und Drobilitsch zum Aufsichtsratsvorsitzenden berufen. Die damalige Entmachtung von Bürgermeister Heinz Grundner wurde vorgenommen, um zu verhindern, dass andernfalls Geschäftsführer Figl die Stadtwerke verlässt. Das Verhältnis zwischen Grundner und Figl gilt seit Jahren als zerrüttet. Figl hatte zuvor mehrmals beklagt, dass sich Grundner als Aufsichtsratsvorsitzender in unzulässiger Weise in die Geschäftsführung der Stadtwerke einmischen wolle.

Nach Informationen unserer Zeitung wird die Entscheidung, ob die Satzung der Stadtwerke erneut geändert wird, am Mittwochabend knapp ausfallen. Denn wird die Satzung geändert, bedeutet dies faktisch die Absetzung von Drobilitsch als Aufsichtsratsvorsitzendem. Ob dies rechtlich allerdings zulässig wäre, ist fraglich. Deshalb ist wahrscheinlicher, dass Drobilitsch von sich aus als Vorsitzender des Aufsichtsrats zurücktritt und so einer Demontage zuvorkommt.

Darauf deutet auch der Tagesordnungspunkt vor der Abstimmung über die Gesellschaftersatzung hin, in dem es um eine „Änderung der Besetzung“ des Aufsichtsrates geht. Dies könnte den Rücktritt Drobilitschs umschreiben. In den vergangenen Wochen soll Drobilitsch von Stadträten verschiedener Fraktionen zu einem freiwilligen Rückzug geraten worden sein. Damit könnte „Drobilitsch sein Gesicht wahren“, heißt es.

Denn dem Vorsitzenden des Aufsichtsrates werden in der Stadtwerke-Affäre Versäumnisse und ein „katastrophales Krisenmanagement“ vorgeworfen. So wusste Drobilitsch seit Juni vergangenen Jahres, dass Stadtwerke-Geschäftsführer Figl seinen Vertrag gekündigt hat. Trotzdem informierte er erst Monate später, im Oktober, Bürgermeister Grundner davon. In seiner Eigenschaft als Vorsitzender der Gesellschafterversammlung (die Stadtwerke sind ein 100-prozentiges Kommunalunternehmen) hätte Grundner aber umgehend informiert werden müssen.

Dies hielt der Aufsichtsratsvorsitzende offenbar nicht für nötig – er ging wohl davon aus, dass Figls Vertrag ohnehin vom Stadtrat verlängert würde. Der Stadtwerke-Geschäftsführer wollte mit der Kündigung seiner Forderung nach mehr Gehalt und einer adäquaten Altersvorsorge Nachdruck verleihen. Dass Figls Rückhalt im Stadtrat zu dieser Zeit schon im Schwinden war, wollte Drobilitsch nicht wahrhaben. " Kommentar Dorfen-Seite

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