Spaß mit Tanz und Ratsch: Anderl und Alois spielen für die Senioren auf. Foto: Weingartner

Angebote für die ältere Generation

Erfolgsstory Seniorentanz

Dorfen – Was wollen und brauchen Senioren in der Stadt Dorfen? Dieser Frage geht Seniorenreferentin Doris Minet nach. Eine Erfolgsstory ist beispielsweise der Seniorentanz im Dorfener Jakobmayer-Saal. Einheimische, aber auch Gäste aus dem ganzen Landkreis kommen gerne.

Genau fünf Jahre ist es her, dass es in Dorfen eine erste offizielle Seniorenbefragung durch die Stadt gab. Initiiert und organisiert wurde die Erhebung von der Seniorenreferentin des Stadtrats, Doris Minet. „Eigentlich wäre jetzt wieder eine Umfrage fällig“, sagte die ÜWG-Stadträtin der Heimatzeitung im Gespräch. Aber das „ist sehr aufwändig“.

2011 wurden insgesamt 2511 Senioren angeschrieben, berichtet Minet. Als Rücklauf kamen 574 (315 weiblich/240 männlich) Antworten. Gefragt wurde unteren anderen nach Alter, Familienstand und seit wann man in Dorfen lebt, oder etwa nach Angeboten die am Ort besonders vermisst werden. Alleine lebten 149, 420 mit anderen Personen zusammen. Besonders vermisst wurden Geschäfte für den täglichen Gebrauch (208) sowie Ärzte und Fachärzte (33 Orthopäde). Bedarf schien es auch an betreuten Wohnplätzen (61), Fahrdiensten (38) und besserem öffentlichen Nahverkehr (132) zu geben. Gewünscht wurden unter anderem ein gemütlicher Treff (103), Ausflüge und gesellige Veranstaltungen (je 87). Negativ wurde gesehen, dass es keine Lebensmittelgeschäfte in der Innenstadt gibt (32).

Minet habe 2011 wissen wollen, „was die Senioren wollen“. Jetzt resümiert sie nach fünf Jahren, dass sich doch einiges getan habe, aber noch einige „Wünsche“ offen seien. Beim Nahverkehr ist inzwischen der Stadtbus verwirklicht, zählt Minet auf. Die Außenbereiche seien aber noch nicht integriert. Auch das Thema Fachärzte sei mit der Ansiedlung einiger Spezialisten in der Kreisklinik mit Standort Dorfen weit besser abgedeckt. Fortschritte gebe es auch bei der Geselligkeit. Die Seniorenreferentin habe einen Kino-Nachmittag mit Kaffee und Kuchen auf den Weg gebracht. Es gebe inzwischen alle vier Wochen einen Senioren-Stammtisch und regelmäßige Ausflüge mit einem örtlichen Busunternehmen. „Ganz wichtig“ sei, dass es gelungen ist PC-Kurse (VHS) in Dorfen für ältere Menschen anzubieten.

Was fehlt, sagte Minet, aber wünschenswert wäre, seien Seniorenwohngemeinschaften mit einem Treff zentral in der Stadt. Weiter kämpfen wolle sie für die Schaffung einer „Vernetzungsstelle mit Beratung“, spätestens im neuen Rathaus. Der „größte Wunsch“ der Seniorenreferentin ist es, dass die älteren Bürger „alle Angebote, die es gibt, auch wahrnehmen und aktiv Vorschläge machen“.

Sehr schade sei es, dass es einfach nicht gelinge, zu verhindern, dass zum Seniorentanz immer wieder zeitgleich ein Seniorenmusiktreff im evangelischen Pfarrheim stattfindet.

Der Seniorentanz in Dorfen ist eine Erfolgsstory. Neu eingeführt hatte Minet die monatliche Veranstaltung bereits 2002 mit ihrer Wahl in den Stadtrat. Damals war sie Seniorenreferentin geworden, was es vorher nicht gab. Anfangs war der beliebte Treff im Streibl-Saal. Nach dessen Schließung ging es 2012 nahtlos im Jakobmayer-Saal weiter. Zwischen 40 und 100 Leute kommen regelmäßig, um von 15 bis 18 Uhr zu tanzen und zu ratschen.

Der Seniorentanz sei eine schöne und wichtige Sache, erzählen die Gäste der Heimatzeitung. Längst kennt man sich – auch die auswärtigen Gäste. „Dahoam sterb’n d’Leut“, scherzen Elisabeth und Josef Hibler. Das Paar aus Esterndorf ist von Anfang an dabei und gehört zu den regelmäßigen Besuchern. Und man müsse ja auch nicht unbedingt tanzen, „ma konn ja a guad ratsch’n“.

Ein Besucherquartett aus Langengeisling schwärmt am Tisch: „Des gibt’s anderswo in Heimen a, aber in Dorf is so schee, do trifft ma Leut.“ Eine ältere Dame bittet am Schluss noch unseren Heimatzeitungsfotografen, kein Bild beim Tanz mit ihr zu veröffentlichen. Sonst dürfe sie womöglich nicht mehr herfahren, wegen der besorgten Angehörigen. Auch das gibt’s, aber der Drang vergnügt das Tanzbein zu schwingen und eine nette Gesellschaft hat schon früher die Menschen nicht von Verboten abgehalten.

Hermann Weingartner

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