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Ziemlich angefressen: Dorfens Bürgermeister Heinz Grundner (r.) im intensiven Gespräch mit Kommandant Stefan Beham.

„Das muss sofort abgestellt werden“

Darum sind Dorfens Feuerwehrler sauer

Dorfen - Verärgert sind Dorfens Feuerwehrler: Immer wieder kommt es zu Fehlalarmierungen durch die gleiche Brandmeldeanlage (BMA) in der Flüchtlingsunterkunft in Lindum. „Das muss sofort abgestellt werden“, fordert Feuerwehrreferent Josef Wagenlechner.

„BMA – Feuer in Flüchtlingsunterkunft Lindum“ lautete die Alarmmeldung am Donnerstagnachmittag gegen 15.15 Uhr. Dorfens Stützpunktfeuerwehr rückte darauf mit mehreren Fahrzeugen zum vermeintlichen Brand aus. Zur Unterstützung war noch die Ortsfeuerwehr Watzling gerufen worden. Und weil die nötige Einsatzstärke am Nachmittag bei der Einsatzlage noch nicht ausreichte, wurde zusätzlich auch noch die Feuerwehr Lengdorf alarmiert. Allerdings stellte sich die Sache schließlich als Fehlalarm heraus – es war der vierte innerhalb von nur wenigen Tagen.

Die Heimatzeitung war dann am Gerätehaus vor Ort, als die Dorfener Feuerwehr-Einsatzkräfte wieder einrückten. „Zum Glück“ habe sich die Notfalllage nicht bestätigt, sagten Kommandant Stefan Beham und sein Vizekommandant Tobias Brandl. Die Beiden waren aber dennoch sichtlich verärgert. „Ich bin stinksauer“, schimpfte Beham, und Brandl sagte: „Do fahr ma jetzt dann boid nimma hi.“ Natürlich rückt die Feuerwehr aber auch künftig bei jeder Notfallalarmierung aus. Mit der Kritik trafen sie aber die Stimmung bei den Kameraden und wohl nicht nur die bei den Dorfenern. Auch bei der Feuerwehr Watzling, die am nächsten zum Objekt liegt, war bereits Kritik wegen der häufigen BMA-Fehlalarme laut geworden.

Dorfens Wehr musste 2015 insgesamt zu 17 Fehlalarmen ausrücken. Beham schilderte auf Nachfrage unserer Zeitung zunächst das grundsätzliche Problem, nicht nur der Dorfener Feuerwehr. Bei der Stützpunktwehr in der Stadt habe man tagsüber während der Werktage das Problem, genügend aktive Leute für die Einsätze zur Verfügung zu haben. Ohne die Landfeuerwehren gehe es zu den Zeiten überhaupt nicht. Jeder Einsatz sei belastend. Wenn der „Piepser“ alarmiert, lassen die Aktiven vor Ort alles liegen und stehen und rücken aus im Wissen, dass es möglicherweise um Leben und Tod geht und jede Sekunde zählt. Die Anfahrt und dann die Einsatzfahrt seien so immer auch schon auch ein „gewisses Risiko“, wo den Leuten selbst etwas passieren könnte, trotzdem man sich natürlich an die Verkehrsregeln hält.

Ein weiteres Problem sei, „dass viele Aktive ja von der Arbeit weg müssen“. Die Feuerwehr sei da auf die Unterstützung der Arbeitgeber angewiesen, „dass die ihre Leute auch freistellen“. Und wenn das dann so viele Fehlalarme sind statt echte Notfälle, sinke logischerweise die Bereitschaft, Mitarbeiter von der Arbeit wegzulassen. Speziell bei Flüchtlingsheimen führe so ein Brandalarm und das massive Anrücken der Feuerwehren sicher auch bei den Bewohnern „zu einer gewissen Verunsicherung“.

Sehr ärgerlich sei, so Beham, dass es in der Lindumer Einrichtung immer der gleiche Brandmelder in einer Küche im ersten Stock sei, der Alarm auslöst. Die Situation sei „den Verantwortlichen“ schon länger bekannt. Auch das Entfernen der Küchentür habe nichts gebracht. Man warte bislang vergebens auf eine versprochene Lösung.

„Diese Fehlalarme in Lindum sind ein unhaltbarer Zustand. Dadurch werden unsere Feuerwehrleute über Gebühr belastet“, sagte Feuerwehrreferent Josef Wagenlechner auf Nachfrage der Heimatzeitung. Er sei „sehr verwundert“, dass dies noch nicht abgestellt worden sei. In anderen Einrichtungen habe man ähnliche Probleme gehabt und dort dann auch „einigermaßen in Griff bekommen“.

In Watzling war bereits heuer im Frühjahr in der Dienstversammlung das mögliche Problem von Fehlalarmen in Lindum befürchtet worden (wir berichteten). Es wurde von einer „Herausforderung“ gesprochen, erinnerte der Feuerwehrreferent. Und nun sei das auch eingetreten: „So geht’s ned. Das muss abgestellt werden.“

Im Landratsamt sei die Problematik mit der BMA „bekannt“, räumte Pressesprecherin Claudia Fiebrandt-Kirmeyer gestern ein. Seit Mitte August habe man geplant einen „Umbau“ der BMA und der Lüftung vorzunehmen. Gestern sei die BMA-Anlage umgebaut und eine Umrüstung der Lüftung sei ebenfalls bereits vorgenommen worden. Das Problem sollte damit behoben sein.

Hermann Weingartner

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