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Malen zum Spaß und für die Sicherheit: Kinder von Lindumer Asylbewerbern mit den Flüchtlingshelfern Adalbert Wirtz (l.), Toni Empl (2. v. r.) und Christie Langwieder (r.). 

Asylbewerberunterkunft Lindum

Flüchtlingskinder lächeln die Angst weg

Dorfen - Erst war die Angst da, dann kam etwas Normalität auf – mittlerweile macht sich sogar Sympathie breit. Die Flüchtlingsunterkunft in Lindum bei Dorfen hat bei den meisten Nachbarn den Schrecken verloren.

16 Einwohner hat Lindum. In dem Dorfener Ortsteil ist im ehemaligen Gasthaus „Stiller“ eine große Flüchtlingsunterkunft unter der Trägerschaft der Regierung von Oberbayern entstanden. Bis zu 110 Asylbewerber können dort untergebracht werden. Die Lindumer hatten sich anfangs gegen das Flüchtlingsheim gewehrt. Sogar ein zusätzlicher Sicherheitsdienst war noch im Frühjahr gefordert worden. Doch mittlerweile sind laut Adalbert Wirtz von der Flüchtlingshilfe Dorfen Angst und Skepsis Toleranz und Hilfe gewichen. Und das wohl nicht zuletzt wegen der vielen Asylbewerberkinder, die dort leben. Ihre Unbekümmertheit ist ansteckend.

„Es ist in den vergangenen Monaten eine völlig andere Atmosphäre entstanden“, freut sich Wirtz, Vorsitzender und Sprecher der Flüchtlingshilfe. Einheimische und Flüchtlinge seien aufeinander zugegangen, man möge sich inzwischen. Lindumer Bürger würden sogar schon Fahrdienste für die Asylsuchenden übernehmen. Derzeit leben laut Wirtz in der Flüchtlingsunterkunft elf Erwachsene und 17 Kinder. Die Menschen kommen aus Afghanistan, Nigeria und Eritrea.

Untereinander gibt es laut Flüchtlingshelferin Christine Langwieder keinerlei Probleme. „Die Familien unterstützen sich gegenseitig, helfen zusammen.“ Das ehemalige Gasthaus ist aber vor allem ein „Kinderparadies“, wie Wirtz ergänzt. Rund um die Unterkunft gibt es weite Grünanlagen und einem großen Spielplatz.

Für vier der Flüchtlingskinder ist heute der große Tag – sie kommen in die Schule. Ihr Schulweg ist nicht allzulang. Einige hundert Meter von der Unterkunft entfernt ist eine Bushaltestelle. Anders ist die Situation für mehrere Kinder, die einen Platz im Kindergarten gefunden haben. Zunächst müssen ehrenamtliche Flüchtlingshelfer die Kinder chauffieren. Die Flüchtlingshilfe ist aber mit der Stadt in Kontakt, um hier möglichst eine andere Lösung zu finden.

Auch wenn die Flüchtlingsunterkunft in Lindum nicht vom Durchgangsverkehr betroffen ist, so sind auf der engen Straße doch immer wieder Fahrzeuge unterwegs. Um Autofahrer zum Langsamfahren anzuhalten, hat der pensionierte Kunstlehrer Toni Empl zusammen mit deutschen und Flüchtlingskindern Hinweisschilder gemalt. Diese wurden gestern an der Zufahrtsstraße zur Unterkunft aufgestellt. Auch in der ehemaligen Gaststätte selbst ist Empl künstlerisch tätig geworden. Unter anderem wurde der Aufenthaltsraum verschönt.

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