Stolz auf das gemeinsam geschaffene Werk: Martin Peterbauer (r.) und Wenzel Müller präsentieren den Altar, den sie in zweimonatiger Arbeit geschaffen haben. Foto: fkn

Fürmetz-Kapelle

Ein neuer Altar für die Gottesmutter

Dorfen - Im Juli 2012 legte ein Brandstifter Feuer in der Fürmetz-Kapelle. Die gesamte Inneneinrichtung wurde durch den Brand zerstört. Heute bekommt das sakrale Kleinod das Herzstück zurück: den Marienaltar.

Die Fürmetz-Kapelle ist für viele Dorfener mehr als nur ein sakraler Bau. Nicht nur Spaziergänger, auch alte und kranke Menschen und Liebespaare marschieren seit Generationen durch die Birkenalle zu dem kleinen Gotteshaus am Fürmetz-Hölzl, um dort zu beten. Das Feuer im Juli 2012 hat den Innenraum der Kapelle zerstört. Der Brandstifter wurde bis heute nicht gefasst.

Rudi Braun, der Eigentü- mer der Kapelle, hat auf eigene Kosten den Dachstuhl erneuert. Doch die aufwändige und teuere Restaurierung des Innenraums konnte er finanziell nicht stemmen. Dieser Aufgabe haben sich Altbürgermeister Hermann Simmerl, Franz Streibl und Jürgen Weithas vom Historischen Kreis gestellt. Sie haben eine Spendenaktion ins Leben gerufen. Mehrere Benefizkonzerte fanden statt, um Geld zu sammeln. Inzwischen ist die Kapelle fast komplett wieder hergestellt. Heute Mittag kommt das Herzstück in das Kirchlein: der Marienaltar.

Der neue Altar wurde von Martin Peterbauer (79) aus Taiding bei Erlbach und Wenzel Müller (69) aus Furth bei Pleiskirchen in rund zweimonatiger Arbeit geschaffen. 1,40 Meter breit und 2,75 Meter hoch ist der aus Fichten- und Lindenholz im gotischen Stil hergestellte Altar. Schlank ragen die Pfeiler empor, deren Spitzen und die Ornamentik sind vergoldet. Im Mittelpunkt steht das von Helmut Stöhr aus Marktl geschaffene Bild der Himmelskönigin Mariens mit Krone und Szepter, die das Kind hält, umgeben von Engeln. Vor der Gottesmutter knien die Heiligen Barbara und Martin nieder. Damit haben sich die Bauersleute Martin und Barbara Scheicher, die Ende des 19. Jahrhunderts die Kapelle erbauen und den Altar aufstellen ließen, selbst ein Denkmal gesetzt.

Den Kontakt zu den Altarbauern hat Altbürgermeister Simmerl hergestellt. Kirchenmaler Stöhr gab dem Dorfener den Tipp. Peterbauer hat sich in den letzten Jahrzehnten durch diverse Arbeiten an sakralen Gegenständen weithin einen Namen gemacht. Sein Kompagnon Müller war früher beruflich als Schreiner tätig. Das Schwierigste an der Realisierung war, den Altar zu rekonstruieren – das musste fast ausschließlich nach einem kleinen Foto gemacht werden. Die Maße und Formen des früheren Altars wurden maßstabsgetreu auf große Bögen Papier übertragen und von dort in Holz verarbeitet.

Heute wird der im Altöttinger Holzland hergestellte Altars in der Fürmetz-Kapelle aufgestellt. Demnächst wird die Kapelle dann offiziell wieder der Öffentlichkeit vorgestellt.

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