Übernehmen eine wichtige Aufgabe, die nicht leicht ist: Zahlreiche Projektbeteiligte verfolgten die Urkunden- und Ausweisverleihung an die neuen Schulbusbegleiter durch Vizelandrat Jakob Schwimmer (r.) und Schulamtsdirektorin Marion Bauer (l.). Foto: Hermann Weingartner

33 neue Schulbusbegleiter

„OWachtler“ sorgen für Ruhe und Sicherheit

Dorfen - Zoff an der Haltestelle oder im Schulbus ist nicht selten. Gut ausgebildete Schulbusbegleiter des Projekts „OWacht“ sorgen beim täglichen Schulweg für Ruhe und Sicherheit. Insgesamt 33 neue Schulbusbegleiter sind jetzt im östlichen Landkreis offiziell in Dienst getreten.

Ziel des schulübergreifenden Präventionsprojekts „OWacht“ ist es, durch erlerntes Konfliktmanagement die Schulwegsicherheit zu erhöhen. Die Aula der Mittelschule Dorfen war heuer der Rahmen für die Ausweis- und Urkundenverleihung an die neuen Schulbusbegleiter. Die Schüler zeigten mit ihrem ehrenamtlichen Engagement „Verantwortung“, lobte als Gastgeberin Annemarie Weis. Dorfens Mittelschulrektorin sprach den jungen Schülern einen ganz herzlichen Dank für ihr Engagement aus, das zudem „auch für das eigene Vorankommen“ von Vorteil sei.

Gegründet wurde „OWacht“ 2009 vom Elternbeirat des Gymnasiums Dorfens. Damals schlossen sich dann Gymnasium, die Mittelschulen Dorfen und Taufkirchen sowie die Realschule der Vilsgemeinde zu einer Kooperation zusammen. Seitdem wird die Ausbildung der beteiligten Achtklässler jedes Jahr an einer anderen Partnerschule abgehalten. Dieses Mal freuten sich die Organisatorinnen, Maria Gasser (Elternbeirätin Gymnasium) und Claudia Wagner (Realschule Taufkirchen), über 33 neue Schulbushelfer aus den beteiligten Schulen.

Vizelandrat Jakob Schwimmer stellte mit der Urkunden- und Ausweisverteilung die neuen Schulbusbegleiter offiziell in Dienst und sprach den Projektbeteiligten einen „großen Dank des Landkreises“ aus. Die Schüler, die diesen ehrenamtlichen Job übernehmen, verdienten „wirklich Respekt“. Schwimmer sagte, er wisse als früherer Bürgermeister, dass es „in einem Schulbus manchmal sehr, sehr ekelhaft zugehen kann“. Daher sei das Projekt sehr gut und wichtig. Zum Glück habe man bei den Schulbushelfern „keine Personalnöte“. Schwieriger sei es bei den Schulweghelfern, weil Eltern meist berufstätig seien und so nicht zur Verfügung stünden. Schwimmer appellierte dennoch, dass möglichst viele diesen Dienst zur Sicherheit des Schulwegs übernehmen.

„Dichtes Gedränge, viel Lärm und gelegentliche Raufereien“ im Schulbus und an der Haltestelle, beschrieb Schulamtsdirektorin Marion Bauer den täglichen Alltag auf dem Schulweg der Kinder. Das liege in den allermeisten Fällen nicht an schlechter Erziehung, sondern an der Enge. Viele Schüler auf engstem Raum mit dem Schulranzen auf dem Rücken und der enge Buseinstieg führe „unweigerlich manchmal dazu, dass es nicht ganz so geordnet zu geht“. Bei dem Geschiebe und Gestoße an der Bushaltestelle „kann es sogar lebensgefährlich werden“.

Schulbushelfer erfüllten deshalb eine „sehr wichtige Funktion“, betonte Bauer. Mit ihren Einsatz „leisten sie einen wichtigen Beitrag, dass die Situation der Schulbuskinder noch sicherer und entspannter wird“. Und mit der Arbeit werde auch der Busfahrer entlastet, der sich so voll auf den Verkehr konzentrieren könne. Trotz Ausbildung sei die „Aufgabe nicht so ganz leicht“. Es gelte Verantwortung zu übernehmen und man müsse selbst Vorbild sein, um Vorbild für andere zu sein. Es gehöre Einsatzbereitschaft dazu und „der Mut, nicht wegzuschauen, sondern hinzuschauen und aktiv zu werden bei Streitereien oder Sachbeschädigungen“. Mit der erworbenen Ausbildung für Konfliktlösungsstrategien hätten die Schulbusbushelfer aber „alles mitbekommen, was man braucht“.

Projektbetreuerin Gasser zeigte sich „begeistert“, dass „OWacht“ ein schulübergreifendes Projekt ist, mit dem Konflikte im Bus gelöst werden können. Die Schüler erlernten, wie sie Deeskalationsstrategien nicht nur im Bus, sondern in allen kritischen Lebenslagen jetzt und künftig anwenden können. Das sei „eine äußert sinnvolle Investition“. Gasser dankte den Schüler für ihren „Mut“ und den Ausbildern Andreas Götz (Mobile Jugendhilfe Brücke Erding), dem Jugendbeamten Manuel Kobeck von Dorfens Polizei sowie Kriminalhauptkommissar Jakob Deischl (Fachberater für verhaltensorientierte Prävention) für die professionelle Ausbildung der Schüler.

Unterstützt wird das Projekt weiter von den Schulfamilien. Zwei Jahre sind die Helfer im Einsatz. Im Schuljahr laden die Projekt-Betreuerinnen zu einem Reflexionstreffen und Erfahrungsaustausch mit älteren Schulbusbegleitern und am Schuljahresende zum Teambildungsausflug ein. Und von der Schule gibt’s für die Teilnehmer einen positiven Zeugniseintrag.

Die Neuen im Team:

Realschule Taufkirchen: Sara Anfang, Benedikt Brenninger; Benno Emrich, Florian Grasser, Thomas Groll, Moritz Greimel, Jule Hahn; Jakob Kieblspeck, Sonja Köck, Marlon König, Lisa Kuhn, Antonia Meindl, Barbara Meindl, Mia Mooshofer, Jana Morawietz, Isabell Müller, Theresa Ramsauer, Simon Rosenberger, Vanessa Schön, Christina Schwarzlose, Hannes Stehbeck, Kilian Unterreithmeier, Justin Zens, Sebastian Zimmer.

Mittelschule Taufkirchen: Josef Bachmaier, Jonas Meiners, Caroline Neuhartinger.

Gymnasium Dorfen: Thomas Bauer, Lisa Daumoser, Sara Gerstl, Laurena Hahmann, Emily Renner, Johannes Schmid.

Hermann Weingartner

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