Stadtwerke Dorfen

Politischer Kuhhandel soll endgültig für Ruhe sorgen

Dorfen – Günther Drobilitsch tritt zurück. Der Dorfener Vizebürgermeister legt zum Jahresende sein Amt als Vorsitzender des Aufsichtsrates der Stadtwerke Dorfen GmbH nieder. Das hat Drobilitsch am späten Montagnachmittag bei einem Pressegespräch im Rathaus angekündigt.

Günther Drobilitsch tritt als Vorsitzender zurück, bleibt aber Aufsichtsrat.

Die Entscheidung kommt nicht überraschend. Denn zum Jahresende verlässt der derzeitige Geschäftsführer Karl-Heinz Figl die Stadtwerke. Sein Vertrag wurde nicht mehr verlängert. Eine fraktionsübergreifende Gruppe im Stadtrat hat seit längerem Drobilitsch geraten, mit dem Weggang Figls auch selbst den Stuhl freizumachen. Dem Vizebürgermeister, der der Landlisten-Fraktion angehört, werden in der Stadtwerke-Affäre Versäumnisse und ein „katastrophales Krisenmanagement“ vorgeworfen.

Drobilitsch selbst begründet seinen Rücktritt damit, dass er 2014 den Posten des Aufsichtsratsvorsitzenden der Stadtwerke nur übernommen habe, „um den sehr erfolgreichen Geschäftsführer Herrn Dr. Karl Heinz Figl zu halten“. Dieser Grund sei jetzt nicht mehr vorhanden, und er wolle „die Verantwortung für das, was jetzt kommt, nicht übernehmen“. Es müsse jetzt wieder „Ruhe“ in die Stadtwerke einkehren.

Michael Oberhofer gibtseinenSitz imAufsichtsrat der Stadtwerke auf. FO

Der Rückzug von Drobilitsch ist allerdings auch eine Art politischer Kuhhandel. Ziel ist es, dass Bürgermeister Heinz Grundner nach seinem Rauswurf 2014 wieder Vorsitzender des Aufsichtsrates der Stadtwerke wird. Daher soll alles vermieden werden, was danach aussehen könnte, dass die CSU den Rücktritt von Drobilitsch befeuert hat. CSU-Fraktionssprecher Michael Oberhofer gibt daher sein Amt als Aufsichtsrat der Stadtwerke auf und überlässt dies Drobilitsch. Der kann damit im Gremium verbleiben und laut Oberhofer „weiter Verantwortung übernehmen“. Im Gegenzug tut Drobilitsch der CSU einen großen Gefallen. Er hat für die Sitzung des Stadtrats am Mittwochabend den Antrag eingebracht, dass die Satzung der Stadtwerke wieder dahingehend geändert wird, dass künftig, so wie es früher war, wieder der erste Bürgermeister Vorsitzender des Aufsichtsrats der Stadtwerke ist. Damit wäre Grundner wieder im Geschäft. Die Zustimmung des Stadtrates zu diesem Tausch scheint abgesprochen.

Drobilitsch kündigte an, er werde als Aufsichtsrat den neuen Stadtwerke-Geschäftsführer Klaus Steiner „volle Unterstützung“ zukommen lassen. Die drei Jahre, in denen er den Vorsitz des Aufsichtsrates innehatte, umriss Drobilitsch „als die bisher erfolgreichsten in der Geschichte der Stadtwerke“. In dieser Zeit seien etwa 2,3 Millionen Euro Gewinn erwirtschaftet worden. Die Stadt habe daraus eine Gewinnausschüttung in Höhe von fast einer Million Euro erhalten. 

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