Ja da schau her: Jakob Bichlmaier mit der „Nannie-Ana Banana“ im Garten von Schloss Kalling. Foto: Lang

Überraschung im Garten

Schloss Kalling wird zur Bananen-Republik

Kalling - „Nannie-Ana Banana“ hat Jakob Bichlmaier ein Kuriosum getauft, auf das er ganz besonders stolz ist. Der Gartenbauingenieur kann bald im barocken Kallinger Schlossgarten die ersten Bananen ernten. Die Früchte sind ein unerwartetes Zufallsprodukt.

Kalling ist kleinklimatisch kalt, weil es in der Senke liegt, ein Bach hindurch führt, das Grundwasser hoch liegt und der Nebel schnell kommt, sagt Bichlmaier. Seit 31 Jahren wohnt er mit seiner Familie hier, im alten Walmdachgemäuer aus dem 18. Jahrhundert, in dem auch jahrzehntelang zu Gericht gesessen wurde. 2300 Quadratmeter groß ist sein herrlicher Garten. Aber das reichte dem leidenschaftlichen Gärtner nicht. Seit 1990 pflegt er auch für Schlossherrin Nannie-Ana Kuntz ihren 4000 Quadratmeter großen Schlossgarten. Er wurde von dem berühmten holländischen Landschaftsarchitekten Ivan van Moerseveld Ende der 80er Jahre neu geplant. Eine äußerst gelungene Arbeit, findet Bichlmaier. „Der Mann war ein Künstler.“ Viele Erdbewegungen seien nötig gewesen, um in der schwierigen Hanglage die terrassenförmig, axial angelegten Bereiche zu erstellen. „So konnten auf diesem engen Platz viele Räume und Nischen geschaffen werden.“

Schon damals stand Bichlmaier der Schlossherrin mit Rat und Tat zur Seite, vor allem wenn es um die Eignung der verschiedenen Gehölze und Pflanzen für dieses Areal ging. „Ein paar Fehler haben wir gemacht, aber es ist dennoch ein Wahnsinnsplan“, sagt der Gartenbauingenieur. Dass er die Pflege des Schlossgartens übernehmen durfte, war für ihn ein Glücksfall, wenn dieser auch mit sehr viel Arbeit und Zeitaufwand verbunden ist. Denn „Historische Schlossgärten“ wählte er sich 1978 schon als Thema seiner Studium-Abschlussarbeit, die er zusammen mit seinem Kommilitonen Max Bauer aus Wörth verfasste. „Ich hab es mir nie träumen lassen, dass der Kallinger Schlossgarten mein Reich wird“, sagt er.

Mittlerweile kann er seit 26 Jahren schon diesen Traum leben und die Theorie in die Praxis umsetzen. Denn seine Arbeit beschränkt sich nicht nur auf die Pflege und die Instandhaltung des Schlossgartens. In all diesen Jahren hat er auch immer wieder aktiv das Areal gestaltet. Beispielsweise hat er zwei Säuleneiche neben die Kapelle gepflanzt, die sich schon viele Meter hoch an das Gemäuer schmiegen, sodass sich der hohe Bau harmonischer in die Umgebung einpasst.

Ehefrau ist eine fleißige Handlangerin

Seine Frau Rosemarie, die sich beruflich um die Moosener Schulkinder am Nachmittag kümmert, ist ihm bei der Arbeit immer und vor allem gerne eine fleißige Handlangerin. Seit zehn Jahren stellt Bichlmaier jeden Sommer von April bis November auch seine Kübelpflanzen, die in der Schlosskapelle überwintern, an einem geschützten Plätzchen im Schlossgarten ins Freie. Neben Fuchsien, Oleander und Engelstrompeten sind dies auch drei Bananenstauden. Gekauft hat er sie in der Gärtnerei Eberl in Altenerding, daran kann er sich noch gut erinnern. „Weil Freunde von uns in ihrem Haus hinter einer Glasfassade Bananen zogen“ und sie seinen Ehrgeiz weckten. Bei einer dieer Bananenstauden hat er jetzt einen Blütenstand entdeckt. „Er ist rund 20 Zentimeter groß. Die violetten Hüllenblätter sind mir vor drei bis vier Wochen erstmals aufgefallen“, sagt er und fügt ganz begeistert an: „Das hab ich noch nie gesehen. Es gefällt mir einfach.“

Der Gartenbauingenieur schätzt, dass es sich bei den „ersten original Kallinger Bananen“ wohl um kleine Babybananen handelt. Was er damit machen will, weiß er noch nicht genau. Essen auf alle Fälle. Ein Bananen-Kochbuch hat er sich schon von einer Bekannten ausgeliehen. Nun hofft er auf einen milden Herbst bis Mitte Oktober. „Dann werden sie schon noch reif.“ Wenn nicht, will er sie abnehmen, damit sie bei ihm daheim nachreifen können. Bis dahin steht noch einiges an Arbeit im Schlossgarten an. Bichlmaier wird sich aber auch immer wieder die Zeit nehmen, ihn als Rückzugsraum zu nutzen, die letzten Sonnenstrahlen am Kappellenvorplatz zu genießen und sich dort Gedanken machen, wo der angeblich vorhandene Geheimgang vom Kallinger Schloss nach Hubenstein sich befinden könnte. Diesen zu finden, ist ein weiterer lang gehegter Wunsch, den er sich gerne noch erfüllen möchte. Bald geht er in Rente. Dann hat er etwas mehr Zeit, diesen Traum zu verwirklichen.

Birgit Lang

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