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Pflegebedürftige Senioren haben Anspruch auf Hilfe. Die Stadt soll zur Unterstützung der Senioren ein Beratungsbüro einrichten.

HEIMAUSSCHUSS BERÄT

Stadt soll Senioren-Beratungsbüro schaffen

Dorfen - Die Stadt soll im Rathaus ein Beratungsbüro für Senioren einrichten. Einen entsprechenden Antrag hat der Heimausschuss des Stadtrates am Mittwoch vorliegen. Die Zustimmung gilt als sicher.

Der Vorstoß für ein Beratungsbüro für Senioren kommt von Doris Minet, der Seniorenreferentin des Stadtrats. Sie hat vorgeschlagen, einmal wöchentlich Beratungstermine anzubieten. Die Termine sollen von Interessierten im Bürgerbüro vereinbart werden, sodass bei den Beratungsstunden keine Wartezeiten entstehen.

Das Angebot soll sich an Senioren, pflegende Angehörige, hilfe- und pflegebedürftige Menschen und Menschen mit Demenz richten. Hintergrund: Manchmal geschieht es sehr plötzlich, manchmal schleichend, dass Senioren durch eine Krankheit nicht mehr alles leben können und Pflege, Betreuung und hauswirtschaftliche Versorgung benötigen. Dann stehen Betroffene und ihre Angehörigen oft vor großen Problemen. Fragen stellen sich, etwa wie eine Wohnung seniorengerecht umgebaut werden kann, oder woher personelle Unterstützung für pflegerische und hauswirtschaftliche Bedürfnisse oder für die Betreuung zu bekommen ist. Es geht aber auch um Themen, was einem Betroffenen durch die Pflegeversicherung zusteht und wo die Leistungen beantragt werden müssen. Bei diesen und anderen Fragen soll die Beratung im Seniorenbüro einsetzen.

Der dem Heimausschuss vorliegende Antrag sieht vor, dass das Beratungsbüro für Senioren immer mittwochs von 13 bis 15 Uhr offen sein soll. Das Büro soll dabei so platziert und ausgestattet werden, dass es auch von Menschen mit Mobilitätseinschränkungen gut erreichbar und nutzbar ist.

Auch die Frage der personellen Ausstattung wird in dem Antrag bereits geklärt. Freyja Brönnle, Tanja Feiger und Anita Herz vom städtischen Altenheim Marienstift sollen die Beratung im Wechsel übernehmen. Die anfallenden Kosten für deren Arbeitszeit soll die Stadt Dorfen tragen. Im Durchschnitt wird mit einem Stundensatz von knapp 35 Euro kalkuliert. Alle drei Beraterinnen brauchen aber zuvor noch einen speziellen Kurs, um das Zertifikat „Pflegeberater“ gemäß Sozialgesetzbuch zu erhalten. Hier fallen 255 Euro pro Person an. Auch die soll die Stadt übernehmen.

Obwohl die Beraterinnen Mitarbeiterinnen des Marienstifts sind, sollen sie nicht nur über Angebote des städtischen Altenheimes, sondern zu allen Angeboten anderer Anbieter beraten. Dazu wird Kontakt mit stationären und ambulanten Pflegediensten, Nachbarschaftshilfe, Caritas, Demenzgruppen und ähnlichen Einrichtungen aufgenommen.

In Taufkirchen gibt es ein derartiges Angebot bereits seit Februar 2014 – dort wurde die Stelle einer Seniorenlotsin geschaffen. Diese berät im Mehrgenerationenhaus, wo eine zentrale Informations- und Beratungsstelle für alle Fragen rund um die Themen Leben und Wohnen im Alter, sowie Hilfen und Angebote bei Pflegebedürftigkeit und Demenz geschaffen wurde. Die Beratung ist auch in Taufkirchen kostenlos und gibt älteren Menschen und deren Angehörigen einen Überblick über die verschiedenen Unterstützungsmöglichkeiten, die es im Gemeindebereich gibt. Die Einrichtung dient außerdem als Anlauf- und Koordinationsstelle. Die Erfahrungen in Taufkirchen sind sehr gut, das Angebot wird von Senioren rege in Anspruch genommen.

Auch der Landkreis unterhält ein Beratungsangebot durch die Senioren- und Behindertenbeauftragte Ruth Preuße. Sie hält jeweils jeden 1. und 3. Montag und jeden 2. und 4. Donnerstag im Monat eine Sprechstunde ab. Diese findet von 14 Uhr bis 18 Uhr im Landratsamt statt.

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