Vier Mal wurde in Oberdorfen das Skolgarden-Festval gefeiert. Damit soll jetzt Schluss sein.

Harte Auflagen

Skolgarden-Festival steht vor dem Aus

Dorfen - Knapp 1400 junge Leute haben in Oberdorfen zwei Tage lang beim Skolgarden-Festival gefeiert. Die Resonanz der Besucher ist gut. Doch die Veranstalter sind mit dem Verlauf dennoch nur bedingt zufrieden. Die Zukunft des Festivals ist ungewiss.

So geht es nicht weiter: Andreas Wagner (l.) und Tobias Maier von der Eventagentur Kaayce sehen derzeit keine Möglichkeit, das Skolgarden-Festival in Dorfen ein fünftes Mal zu veranstalten.

Zwei Tage lang stand Dorfen ganz im Zeichen eines Musikfestivals für junge Leute. Auf dem Gelände der ehemaligen Schule in Oberdorfen wurde vergangenes Wochenende zum 4. Mal das Skolgarden-Festival gefeiert. Die Ausrichter des Festes mit elektronischer Musik, die Dorfener Eventagentur Kaayce die aus Tobias Maier, Andreas Wagner, Quirin Brugger, Andreas Schweiger, Michael Hühns und Georg Pelkermüller besteht, hat dazu national und international bekannte DJs engagiert. Bei den gut 1400 Besuchern kam das Festival super an. Ob es im kommenden Jahr aber eine Wiederholung gibt, ist indes nicht klar. Die Veranstalter sind mit manchen Auflagen der Stadt nicht einverstanden. „In Oberdorfen können wir so definitiv kein Festival mehr veranstalten“, sagen Tobias Maier und Andreas Wagner.

Vor allem die Auflagen für den Lärmschutz finden die Veranstalter für unannehmbar. Bis 20 Uhr durfte die Musiklautstärke maximal 77 Dezibel betragen, bis 22 Uhr dann 66 und ab 22 Uhr nur noch 55 Dezibel. Normaler Verkehrslärm erreicht schon 75 Dezibel. Bei einem Gespräch werden durchschnittlich 55 Dezibel gemessen. „Wie soll man da Musik machen?“, fragen sich Maier und Wagner. Kurzfristig hat das Ordnungsamt der Stadt dann auch noch die bis um drei Uhr morgens erteilte Sperrzeitverkürzung auf zwei Uhr revidiert. „Wir haben das Gefühl, in der Stadt arbeitet man eher gegen uns.“ Dabei ist die Stadt quasi Mitveranstalter des Festivals, da es von der städtischen Jugendhilfe unterstützt wird. Die Zusammenarbeit mit Jugendpflegerin Martine Driessen und Jugendreferentin Michaela Meister habe auch reibungslos geklappt. Die mit dem Ordnungsamt aber nicht.

Was Maier und Wagner nicht verstehen können: Beim Antenne-Bayern-Fest im Frühjahr 2015 am Unteren Markt gab es von der Stadt nicht annähernd so scharfe Auflagen. Und so steht für die Skolgarden-Macher fest: Wenn die Stadt bei den Auflagen nicht eine Änderung herbeiführt, dann wird es das Festival nicht mehr geben. Damit wäre den jungen Leuten auch die letzte Möglichkeit genommen, zumindest ein Mal im Jahr in Dorfen feiern zu können.

Weit mehr als 1000 Stunden Zeit haben Maier, Wagner und ihre Mitstreiter in die Vorbereitung des Festivals gesteckt. An die Festival-Besucher wurden Speisen und Getränke zu fairen Preisen verkauft, das Festival-Gelände profihaft gestaltet. Natürlich bleibt etwas Geld übrig, räumen die Veranstalter ein. „Doch das, was übrig bleibt, steht in keinem Zusammenhang zum Aufwand“, sagt Maier. Und: Den Veranstaltern geht es auch nicht vorrangig um Geld. In Dorfen sei für junge Leute einfach „viel zu wenig bis nichts geboten“.

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