Figls Bilanz zum Abschied

Stadtwerke stehen so gut da wie nie zuvor

Dorfen - Für die Stadtwerke Dorfen war 2015 „das erfolgreichste Jahr der Unternehmensgeschichte“. Geschäftsführer Karl-Heinz Figl sieht das nicht nur wegen des „passablen Gewinns“ so, sondern vor allem wegen der getätigten Investitionen in „zukunfts- und ertragsstarke Geschäftsfelder“.

Mit einem Gewinn von 823 000 Euro haben die Stadtwerke Dorfen GmbH 2015 erneut ein gutes Jahresergebnis erzielt. Dass das Vorjahresergebnis von knapp einer Million Euro nicht erreicht wurde, hängt laut Geschäftsführer Figl „mit einmaligen Effekten wie Steuernachzahlungen für die Vorjahre zusammen“. Der Gewinn reiche aber aus, um der Stadt Dorfen eine Dividende in Höhe von 397 000 Euro auszuzahlen, die Eigenkapitalkraft im Unternehmen zu stärken und den Verschuldungsanstieg zu reduzieren, sagte Figl am Mittwochabend bei der Vorstellung des Jahresabschlusses im Stadtrat. 

Als herausragende Ereignisse im vergangenen Jahr nannte Figl das neu geschaffene Geschäftsfeld Glasfaser (Telekommuniktionsdienstleistungen), die Errichtung zweier großer Pufferspeicher am Biomasse-Heizwerk in Rinning, die erfolgreiche Absolvierung der TSM-Zertifizierung in der Sparte Gas und damit verbunden die eigenständige Betriebsführung und die Installationsarbeiten bei der Generalsanierung der Zentralschule, die bislang „die größte Installationsbaustelle in der Geschichte des Unternehmens“ gewesen sei.

Die Bilanzsumme der Stadtwerke stieg 2015 um 2,8 Millionen auf 20,7 Millionen Euro. Die Eigenkapitalquote mit 40 Prozent bezeichnete Figl „als nach wie vor gut“, auch wenn diese im Vergleich zum Vorjahr um vier Prozent gesunken ist. Die Verbindlichkeiten sind von 8,4 Millionen auf 10,5 Millionen Euro gestiegen. Geschuldet ist dies den hohen Investitionen mit 3,7 Millionen Euro. Ein Betrag, der laut Figl doppelt so hoch wie im Vorjahr und der größte Investitionsbetrag in einem Jahr in der Geschichte der Stadtwerke war. So wurden als größte Posten in den Glasfaserausbau 800 000 Euro investiert, in die Pufferspeicher 600 000 Euro.

Im Bereich des regenerativ erzeugten Stroms nehmen die Stadtwerke laut Figl weiter eine Spitzenposition ein. Rein rechnerisch erreichte die Menge des eingespeisten Öko-Stromes 95 Prozent des verbrauchten Stroms. Der Bundesdurchschnitt liegt bei 33 Prozent. Die Menge des verkauften Stroms stieg um 3,1 Prozent auf 46,8 Millionen Kilowattstunden. Die Erlöse aus dem Verkauf beliefen sich auf 16,1 Millionen Euro.

Gewinne in allen Sparten

Die Umsatzerlöse beim Wasser stiegen um 2,9 Prozent auf 527 000 Euro. Durchschnittlich verbrauchte jeder Einwohner im vergangenen Jahr täglich 110 Liter Wasser. Bei den Elektroinstallationsarbeiten stieg der Umsatz um 29 Prozent auf 1,07 Millionen Euro. Der enorme Zuwachs ist bedingt durch den Großauftrag Generalsanierung Grund- und Mittelschule.

Durch das Biomasse-Heizwerk in Rinning nahmen die Stadtwerke in der Sparte Wärme 1,367 Millionen Euro ein (Vorjahr 1,185). 8,1 Millionen Kilowattstunden wurden an die Kunden geliefert. In der Sparte Gas belief sich der Ertrag auf drei Millionen Euro. Hier wurden mit 66 Millionen Kilowattstunden um 6,6 Prozent mehr Gas abgesetzt als im Vorjahr.

Als „Zukunftsweisend für die weitere Unternehmensentwicklung, aber auch für den Wirtschaftsstandort Dorfen“ wertet Figl die Etablierung des neuen Geschäftsfeldes Glasfaser. Im ersten Ausbauschritt hätten die Stadtwerke 40 Kilometer Glasfaserkabel verlegt. Damit würde 5000 Haushalten in Dorfen die Möglichkeit geboten, auf das schnelle Internet umzusteigen. Laut Figl gewinnen die Stadtwerke derzeit täglich einen Kunden hinzu. Für Ende 2017 rechnet der Geschäftsführer damit, dass 500 Kunden bei den Stadtwerken das schnelle Internet nutzen. Die Sparte Glasfaser wird laut Figl in den ersten Jahren keine Gewinne erzielen.

In seiner persönlichen Bilanz listete Figl auf, wie sich die Stadtwerke in den 13 Jahren unter seiner Führung entwickelt haben. So sei der Umsatz um 384 Prozent von 5,8 auf 22,3 Millionen Euro gestiegen. Die Bilanzsumme habe sich auf 20,7 Millionen Euro verdoppelt, der Jahresgewinn mit durchschnittlich 698 000 Euro mehr als verdreifacht.

Grundner dankt auch Mitarbeitern

Bürgermeister Grundner dankte trotz der vorangegangen Vorwürfe (sieheFigl will "öffentliche Rehabilitation") dem scheidenden Geschäftsführer für seinen Einsatz und seine erfolgreiche Arbeit. Der Stadtchef merkte aber an, dass auch ein Geschäftsführer nur erfolgreich sein könne, wenn „eine motivierte und hochqualifizierte Mannschaft“ dahinter stehe. Deshalb dankte Grundner allen bei den Stadtwerken Beschäftigten für ihren Einsatz für das Unternehmen – gerade auch in den zurückliegenden, schwierigen Jahren.

Für die Fraktion der Grünen hob Dorette Sprengel Figls „außergewöhnlichen Arbeitseinsatz“ und seine „unermüdliche Arbeit zum Wohle der Stadt Dorfen“ hervor. Figl zeichne sich durch ein „unglaubliches Wissen in allen Bereichen der Energie- und Wasserwirtschaft“ aus. Dank der „hochkompetenten Arbeit“ Figls würde Dorfen heute zu fast 100 Prozent mit Strom aus erneuerbaren Energien versorgt „und ist damit ein Vorbild für andere Kommunen“. Dem scheidenden Geschäftsführer wünschte Sprengel, „dass sie in Zukunft an einer Stelle arbeiten, bei der ihre hohe Fachkompetenz und ihr Engagement so gewürdigt werden, wie sie es verdienen.“

Ähnlich äußerten sich auch die Fraktionssprecherin der SPD, Michaela Meister, der Fraktionssprecher der Landlisten, Martin Heilmeier, und dritte Bürgermeisterin Doris Minet von der ÜWG. CSU-Fraktionssprecher Michael Oberhofer sagte, „sachlich und fachlich“ hätte Figl „tolle Jahre“ hingelegt, das belegten die Zahlen. „Aber über Zahlen hinaus gibt es unterschiedliche Meinungen“, konstatierte der CSU-Fraktionschef. Trotz „aller Streitereien und unschöner Situationen“ wünschte Oberhofer Figl „alles Gute und die Möglichkeit, dass sie ihr Fachwissen einbringen können.“

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