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Artenreiche Baumkulturen: Karl-Heinz Figl (4. v. r.) führte die Gruppe durch den Wald.

Exkursion durch den Nikolaiwald

Der Tanne auf der Spur

Dorfen – Wie ist der Zustand des Dorfener Nikolaiwalds? Davon konnten sich die Teilnehmer einer Exkursion unter fachkundiger Führung überzeugen. Im Mittelpunkt stand dabei die Tanne.

Der Nikolaiwald der Stadt Dorfen wurde in den vergangenen zwei Jahrzehnten nach den großen Stürmen erfolgreich zu einem widerstandfähigen Mischwald mit nur noch 45 Prozent Fichtenanteil umgebaut. Davon konnte sich jetzt gut ein Dutzend Radausflügler auf seinem Streifzug durch den Stiftungswald überzeugen.

Das Hauptaugenmerk der Exkursion galt der Entwicklung der Tanne, die in der 105 Hektar großen Gesamtfläche gerade mal zwei Prozent belegt. Umso beachtlicher der Anblick eines dichten, gut entwickelten rund 25-jährigen Buchen-Tannen-Bestandes bereits beim ersten Halt im Posthalterholz in der Nähe von Frauenvils. Neben dem Exkursionsleiter, dem promovierten Forstmann und Stadtwerke-Chef Dr. Karl-Heinz Figl, informierten auch die begleitenden Forstleute Stefan Klutschewski vom Amt für Landwirtschaft und Forsten sowie Alexandra Hörwand von der Waldbesitzervereinigung über ökologische wie ökonomische Waldbewirtschaftung.

Die Tanne entwickle sich wegen ihrer Schattenverträglichkeit gut unter einem Buchenschirm. Problematisch sei allerdings die Naturverjüngung an den Waldrändern, weil dort vor allem im Winter hoher Schaden durch Äsung des Rehwildes entstehe. Dies habe sich laut Figl nach der Erhöhung des Abschussplanes auf 23 Stück pro Jahr etwas gebessert. Auch habe sich der Waldzustand nach der langen Hitzeperiode im Vorjahr heuer wieder leicht erholt.

Ein weiterer, versteckter naturnaher Waldfleck mit einem 70- bis 90-jährigen Mischbestand mit verschiedensten Baumarten bis über 40 Meter Höhe komme laut Figl „einem Urwald sehr nahe“. Der dritte Halt auf dem Streifzug mit dem Fahrrad und zu Fuß galt einem 90- bis 110-jährigen Fichtenaltbestand mit circa 15-jährigem Tannenvorbau. In diesem Teil des Waldes sei der langfristige Umbau nur durch Einzäunung gelungen, denn außerhalb des Zaunes hätten es nur wenige Tannen geschafft, dem Wildverbiss zu entgehen.

An der östlichen Waldgrenze bestaunten die Naturfreunde mächtige 120- bis 140-jährige Tannen und Fichten. Allerdings sei auch hier die Verbisssituation im Innenraum des Waldes gravierend, erklärten die Exkursionsführer. Und auch die Vitalität der Tanne sei rückläufig. 90- bis 110-jährige Alt-Tannen und -Fichten gab es dann beim fünften Halt im Südwesten des Waldes zu sehen. Hier existiert neben einem gut entwickelten Buchen-Voranbau und Fichten eine flächige Tannen-Naturverjüngung. Positiv bei dem natürlichen Wachstum der Tanne, habe sich laut Figl auch der Kalkanstrich durch Pächter Martin Heigl bewährt. Weiter westlich, am letzten Haltepunkt der rund zweistündigen Exkursion, ging es noch durch eine Gruppe von AltTannen bis 40 Meter Höhe, umgeben von einem Fichtenaltbestand mit Buchen.

Priorität habe bei der Waldbewirtschaftung nicht die Einhaltung des Einschlagsolls nach dem Wirtschaftsplan, sondern die Sicherung und Stabilisierung der Wälder, betonten die Forstleute zum Schluss.

Georg Brennauer

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