50. Profess Frater Bernhard Binder

„Unendlich dankbar, dass wir ihn haben“

Algasing - Seit einem halben Jahrhundert gehört Frater Bernhard Binder der Ordensgemeinschaft der Barmherzigen Brüder an. Der Prior des Kloster Algasing hat nun seine Profess (Ordensgelübde) während eines bewegenden Gottesdienstes in der Klosterkirche erneut.

„Do daugt’s mia.“ Der Wahlspruch des Wohn- und Pflegeheimes der Barmherzigen Bürger in Algasing beschreibt das Lebensgefühl der Ordenseinrichtung für Menschen mit Behinderung. Er gilt gleichermaßen für die Bewohner, Mitarbeiter und Prior Frater Bernhard selbst, insbesondere auch für seine Ordenszugehörigkeit nach fünf Jahrzehnten.

Bei ausgesprochen herzlicher Stimmung feierten rund 300 geistliche und weltliche Gäste das Ordensjubiläum von Frater Bernhard Binder bei einem schönen „Familienfest“. Zu den Gästen zählten hohe Würdenträger des Ordens, wie der frühere Generalprior, Pater Pascual und Don Cristobal aus Spanien sowie Weihbischof Bernhard Haßlberger. Zum Auftakt hatte der hohe Geistliche mit mehreren Konzelebranten den feierlichen Gottesdienst zelebriert. Nach der Festpredigt des Weihbischofs erneuerte Frater Bernhard vor Provinzial Frater Benedikt Hau sein Ordensgelübde, mit dem er Gehorsam, Keuschheit, Armut und Hospitalität gelobte.

Haßlberger ging in seiner Predigt auf das Gleichnis vom barmherzigen Samariter ein. Die Geschichte ist schlicht der Appell zur Nächstenliebe. Dem Dienst am Nächsten habe sich der Orden der Barmherzigen Brüder mit der Hilfe und Pflege von Menschen mit Behinderung in besonderer Weise verpflichtet.

„In meiner Berufungsgeschichte ist Algasing ein wichtiger Ort, an dem ich als zwölfjähriger Internatsschüler die Barmherzigen Brüder kennengelernt habe“, erzählte Frater Binder in seiner lockeren Rede. Er könne „dankbar“ auf sein Leben zurückschauen, „das angereichert ist mit Erfahrungen von Höhen und Tiefen, von freud- und leidvollen Ereignissen“. Der Jubilar hatte viele gute Dankesworte übrig für seine Wegbegleiter im Orden, die Mitarbeiter, aber auch die weltlichen und politischen Vertreter, wie Bezirksrat und Taufkirchens Bürgermeister Franz Hofstetter, die alle mit ihrem Engagement und Einsatz das barmherzige Wirken der Ordenseinrichtungen unterstützten.

Frater Bernhard machte auch amüsante Abstecher in seine Vergangenheit. Er erzählte, warum er den Dillinger Franziskanerinnen besonders verbunden sei: „Ich darf Ihnen verraten, dass ich schon als kleiner Bub im Kindergarten der Dillinger Franziskanerinnen war.“ Am Ende wünschte sich der Jubilar: „Möge das Heilige Jahr der Barmherzigkeit für uns alle zum Segen für unser Leben werden“.

„Wir sind in Algasing unendlich dankbar, dass wir ihn haben“, betonte Günter Ducke, Geschäftsführer in Algasing. Frater Bernhard habe in seinen 50 Jahren als Ordensbruder nicht nur unzählige Menschen kennengelernt, sondern es geschafft, zu vielen Kontakt zu halten, Freundschaften nicht nur zu schließen, sondern auch über lange Zeit zu pflegen und zu halten“. Dies sei die „besondere Gabe des Jubilars, sein besonderes Charisma, und drückt den hohen Stellenwert aus, den er den Menschen beimisst“.

Mit seinem Elan habe der Prior „ein Projekt ums andere anpackt“. Allein in Algasing habe er die Klosterkirche umgestaltet, einen wunderbaren Meditationsraum geschaffen, eine Blockhütte versetzt und alle damit verblüfft. Mit der Blockhütte sei „ein herrliches Freizeitareal“ entstanden. Und er habe den Anstoß für ein neues Leitbild gegeben. Es sei „der religiöse, spirituelle Aspekt, den Frater Bernhard hier in Algasing durch seine Arbeit und seine zugewandte Art stärkt“. Außerdem sei er bestrebt, „dass die Mitarbeiterschaft möglichst gut eingebunden wird“. Von Frater Bernhard könne man sich abschauen, „wie man anderen Gutes tut und gleichzeitig zu sich selbst gut ist, Freundschaften pflegt und sich selber Freund ist“ und damit die Welt etwas schöner mache.

Hermann Weingartner

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