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Beim „Flügelhornzauber“ brillierte Leonhard Servi im Kreise seiner Familie.

Musikantentreffen

„Verwandtschaftshorrorlied“ und Volksmusikgenuss

Gaden – Bei einem Musikantentreffen am Sonntagnachmittag im Gadener Bürgersaal spielte die Familienmusik Servi über drei Stunden famos auf.

Die Gruppe brachte Couplets und Gschichtln zum Vortrag. Michael Obermeir, ehemals Humoristischer Torfsänger, sagte ausnahmsweise seinem künstlerischen Rentnerdasein Ade, und die jungen Gadener Plattler zeigten in einem Auftritt, was sie können.

Die Familienmusik Servi aus Eching im Kreis Freising spielte Volksmusik auf höchstem Niveau, wenn nötig auch mit einem Augenzwinkern. Zum Beispiel berichtete Vater Klaus Servi von den regelmäßigen Besuchen der Verwandtschaft. Das Couplet „Verwandtschaftshorrorlied“ brachte es auf den Punkt, wenn die Besucher nach dem Kaffee bald nach einer Brotzeit schielen. Der „Rozleffe-Boarische“ eine Komposition, die sich Leonhard Servi nach eigenen Aussagen selber auf den Leib geschrieben hat. So bekräftigte die Familienmusik mit Harfe, Gitarre, der Steirischen und natürlich mit Leos Flügelhorn, wie schön es bei den Servis wirklich ist.

Tränen lachte das Publikum, als Gertraud Servi als einfache Frau aus dem Volke auftrat und so ihre Probleme mit Fremdworten hatte. In einem „Schreibauspreisen“ hatte sie eine Reise gewonnen, eine Rundreise unter anderem nach Verena und zur Besichtigung der „heiligen Requisiten“ in Rom. Wo die Sixtinische Kapelle auftreten würde, das habe der Papst nicht gewusst, sagte sie.

Trotz aller witzigen Gschichtln – der Schwerpunkt lag auf der Musik mit Harfe, Gitarre, der Steirischen, dem Kontrabass, dem Flügelhorn und nicht zuletzt der Scherr-Zither, einem Vorläufer der heutigen Zither, den Maultrommeln und dem Glachter, einem Xylophon- ähnlichen Musikinstrument.

Der Saal kochte, nicht wegen der Hitze, sondern wegen der Qualität der Darbietungen. Darin reihten sich auch schon die jungen Gadener Plattler ein. Begleitet von Petra Waldhauser, traten sie im Freien auf.

Danach betrat ein Lokalmatador die Bühne, der mit seiner Frau Mariella als „Die humoristischen Torfsänger“, viele Jahre lang im In- und Ausland für Lachen gesorgt hatte: Michael Obermeir. Der „Miche“ brachte, obwohl musikalisch längst in Rente, nochmals das „Drama“ von den Kirchweihnudeln zu Gehör, die dem Herrn Landrat doch so gut schmecken, die aber so allerhand erleiden müssen, bevor der hohe Herr sie genießen kann. Die Story von der Geparden-String-Badehose ließ den Saal geradezu explodieren.  

rl

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