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Gast beim CSU-Arbeitskreis Bildung: Staatssekretär Georg Eisenreich (am Pult), flankiert von AK-Vorsitzendem Josef Sterr und Landrat Martin Bayerstorfer (v. r.). Foto: 

Kultus-Staatssekretär beim CSU-Arbeitskreis Bildung

Acht oder neun Jahre: Gymnasien können wählen

Erding – Die drei Gymnasien im Landkreis können ab dem Schuljahr 2018/2019 mit dem Landkreis als Träger selbst entscheiden, ob sie beim G8 bleiben oder zum G9 zurückkehren.

Dies erklärte Kultusstaatssekretär Georg Eisenreich beim Besuch des CSU-Arbeitskreises Bildung am Dienstag in Erding. „Klar ist nur, es wird in Bayern weiter nur ein Abitur geben. Am Stoff ändert sich beim G9 nichts, es wird nur die Mittelstufe auf vier Jahre gestreckt.“

An den Mittelschulen auch auf dem Land, so Eisenreich im Gasthof Mayr-Wirt, werde die Staatsregierung „in jedem Fall festhalten, weil wir diese Schulart und ihren Abschluss brauchen, gerade im Handwerk“. Weil die Schülerzahlen allgemein zurückgingen, werde es aber verstärkt Mittelschulverbünde geben. „Das werden wir auch auf Grundschulen ausdehnen“, so der CSU-Politiker, „Ressourcen müssen gebündelt werden.“

Ursula Zettl-Bauer und Jochen Schweitzer, Ganztags-Koordinatoren an der Mädchenrealschule Heilig Blut in Erding (MRS), kritisierten, dass private und kirchliche Schulen bei der Bezuschussung der Ganztagsschule schlechter gestellt seien als die staatlichen.

Im Fall der MRS geht es ihren Berechnungen zufolge um 27 500 Euro pro Schuljahr – für zwei gebundene und drei offene Ganztagsklassen. Pro offener Gruppe, so Schweitzer, gebe es 18 500 Euro plus 5500 Euro vom Landkreis. Diese 5500 Euro bekomme die MRS nicht. Die Kirche gleiche das nicht aus, weil sie der Auffassung sei, dem Staat genug Bildungsaufgaben abzunehmen, so die Schulvertreter.

Eisenreich betonte: „Der Freistaat stellt alle Schulen gleich. Für den kommunalen Anteil kann ich nicht sprechen.“ Auf Nachfrage erinnerte Landrat Martin Bayerstorfer an die 100 000 Euro Investitionskostenzuschuss, den der Landkreis pro Jahr an die MRS überweise. Allerdings wolle er sich dem Gedanken nicht verschließen, dass der Landkreis die 5500 Euro pro Gruppe übernehme – „sofern alle privaten Schulen gleichgestellt werden“. Thomas Bauer, CSU-Fraktionschef im Kreistag, schloss sich an: „Einen Antrag meiner Partei in diese Richtung kann ich mir vorstellen.“

Bayerstorfer nutzte das Treffen, um sein Vorgehen bei der Findung eines zweiten Standorts für eine 9+2-Mittelschule zu rechtfertigen. Er betonte: „Es geht nicht um persönliche Befindlichkeiten und Wünsche einzelner Bürgermeister oder Schulleiter. Es geht ausschließlich darum, die Lücke im südöstlichen Landkreis zu schließen.“ Mit dem 9+2-Modell, wie es in Wartenberg praktiziert wird, können Mittelschüler mit Quali in zwei Jahren zur Mittleren Reife gelangen. Es sei ein Anachronismus, Schülern etwa aus Dorfen einen zweieinhalbstündigen Schulweg und einen Tarif-Wirrwarr im ÖPNV zuzumuten. Eigene Schulbusse werde es dafür nicht geben. „Daher ist Isen besser geeignet als Finsing“, so der CSU-Chef.

„Es ging uns nie um das pädagogische Konzept. Das ist Sache des Schulamts. Unser Thema ist nur die Schülerbeförderung.“ Die Entscheidung für Isen bringe keine andere Mittelschule ins Wanken. Zugleich wies er die Kritik aus anderen Fraktionen zurück, sie seien zu spät über das Gutachten der Hochschule Erding informiert worden. „Es wurde dreimal in Sitzungen vorgestellt, diskutiert und dann fortgeschrieben.“

Lob bekam Eisenreich für die Unterstützung des Freistaates bei Bildungsangeboten für Flüchtlinge. 13 so genannte Berufsintegrationsklassen mit Sprach- und Fachrichtungen gibt es laut Bayerstorfer an der Berufsschule Erding. „Finanziell können wir uns da auf die Staatsregierung verlassen.“ Zuvor hatte Eisenreich darauf hingewiesen, dass im Bereich Betreuung und Bildung von Asylbewerbern kein Land so viel leiste wie Bayern.

Hans Moritz

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