Gesprächsrunde auf der Expo-Real: Über den Gewerbestandort Erding und das Verhältnis zum Flughafen sprachen (v. l.) Martin Pfandzelter (VIB-Vermögen), Dirk Urland (Gewerbeverein), Moderator Hans Moritz, OB Max Gotz und Carsten Wilmsen (FMG Real Estate). Foto: Günther Pech

Erding auf der Expo-Real in Riem 

„Beste Zukunftschancen in Südbayern“

Erding/Riem – Erding will als Wirtschaftsstandort in den nächsten Jahren kräftig expandieren. Deswegen war die Stadt bis gestern auf einer der größten Messen für Gewerbegrund und -immobilien: der Expo-Real in München. Das Verhältnis zum Flughafen? Entspannt.

„Kein Wohlstand ohne Gewerbeentwicklung – Zukunftsplan Gewerbe Erding 2030“ lautete der Titel einer Talkrunde am Messestand des Münchner Flughafens, an dem Erding erstmals beteiligt war. Oberbürgermeister Max Gotz legte vor Branchenvertretern seine Strategie offen. „Wir verzeichnen eine vermehrte Nachfrage nach Gewerbeflächen.“ Die Große Kreisstadt bediene bewusst nicht nur den Wohnungssektor. Der OB nannte eine aktive Ansiedlungspolitik ein wichtige, aber oft unterschätzte kommunale Aufgabe. Die Gewerbesteuer sei die bedeutendste Einnahmequelle jeder Gemeinde.

Wer das Gegenteil erleben wolle, müsse nur nach Freising blicken. Es sei unglaublich, dass es einer Bürgerbewegung gelungen sei, die Ansiedlung eines potenten Unternehmens zu verhindern. Die Rede war vom Caterer Transgourmet, der am Dienstag wenige Tage vor einem Bürgerentscheid seinen Rückzug verkündet hatte.

Zwei große Entwicklungsflächen in Erding nannte Gotz: in einigen Jahren den Fliegerhorst und möglichst bald das geplante Industriegebiet an Sigwolf- und Dachauer Straße. Einer der Investoren hier ist Martin Pfandzelter, Vorstand der VIB-Vermögen. Er versicherte: „Unser Unternehmen hat sich bewusst für Erding entschieden, weil wir hier die besten Zukunftschancen in ganz Südbayern sehen.“ Die Stadt Erding unterstütze die Wirtschaft offensiv.

Warum die Stadt beim Zukunftsplan den Gewerbeverein mit ins Boot geholt habe, erklärte Gotz damit, „dass es uns wichtig ist, dass sich die Unternehmen von Anfang an einbringen können. Wir wollen dieses Know-how nutzen.“

Vorsitzender Dirk Urland spielte den Ball zurück: „Für uns Gewerbetreibende ist es eine gute Chance, beim Ausbau des Standorts mitzuwirken.“ So können wir unsere Wünsche von Anfang an mit einfließen lassen.“ Als Beispiel wiederholte er die Idee vom ersten Unternehmerforum im Frühjahr: „Wir können uns ein Wohnheim für Auszubildende vorstellen.“ Junge Leute könnten hier arbeitsplatznah und günstig wohnen. „Das wäre ein guter und wichtiger Beitrag, um ausreichend Fachkräfte zu rekrutieren“, so Urland.

Auch das Verhältnis zwischen Stadt und Flughafen wurde auf der ExpoReal thematisiert. Carsten Wilmsen, Immobilienchef der FMG, erklärte: „Wir begreifen uns nicht als Konkurrenz zur Region. Stadt und Flughafen sprechen verschiedene Zielgruppen an und stehen sich nicht im Weg.“ Urland sagte, natürlich betrachte man so manchen Einzelhandel und die viel längeren Öffnungszeiten am Flughafen auch kritisch. „Grundsätzlich sehe ich aber das Neben- und Miteinander.“ Wilmsen fügte hinzu: „Gemeinsam können beide Seiten mehr erreichen, etwa bei der Forderung nach einer besseren Infrastruktur.“ Bereits heute stimme man sich regelmäßig ab.

Hans Moritz

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