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Die längste Strecke dafür hat Christian Meyer aus Papenburg zurückgelegt: Er ist mehr als 900 Kilometer gefahren und bekam dafür von Fanclub-Chef Florian Weiller einen Humpen überreicht.

Fanfest zum 130. Jubiläum des Erdinger Weißbräu

Für ihr Bier ist den Fans kein Weg zu weit

Erding – 130 Jahre Erdinger Weißbräu: Diesen Geburtstag durften am Wochenende die Fans der Brauerei zwei Tage lang feiern – im Weißbräuzelt auf dem Volksfestplatz.

Das Erdinger Herbstfest ist seit gut einer Woche vorbei. Doch während die Fahrgeschäfte und Buden gerade abgebaut werden oder längst weg sind, blieb das Festzelt des Erdinger Weißbräu stehen. Es wurde zum Schauplatz des zweitägigen Fanfests, zu dem die Brauerei anlässlich ihres 130. Geburtstags ihre Fanclubmitglieder eingeladen hatte.

Langweilig wurde es dabei nicht, denn das Programm hatte viel zu bieten. Für die musikalische Unterhaltung sorgte die Band Gaudi Harmonie, die bereits auf dem Herbstfest gespielt hatte. Moderator Gerd Rubenbauer führte durchs Programm. „Das Erdinger Weißbier ist 130 Jahre alt. Die älteste noch lebende Person ist eine Frau aus Frankreich mit 122 Jahren. Damit sie auch 130 wird, haben wir ihr heute einen Kasten Erdinger geschickt“, scherzte der Moderator.

Als er kurz darauf Weißbräu-Inhaber Werner Brombach auf die Bühne bat, wurde dieser von Anfeuerungsrufen begleitet. Er bezeichnete den Fanclub als ein Markenzeichen. Mit 90 000 Mitgliedern sei er der zweitgrößte in Deutschland – nach dem des FC Bayern München.

Lokalkolorit ins Fest brachten am Freitag die Schuhplattler der Jungbauernschaft Altenerding. Für ein paar Witze zwischendurch sorgte Studiotechniker Nullinger und den Abschluss des Abends bildete ein Feuerwerk mit Musik – laut Florian Weiller „noch eine größere Nummer als das beim Herbstfest“. Am Samstag gab’s fast das gleiche Programm, nur statt Schuhplattlern waren Goaßlschnalzer da.

Weißbräu-Mitarbeiter Weiller ist der Leiter des Erdinger Fanclubs und hat das Fest zum 130-Jährigen organisiert. Er weiß auch, welcher der rund 2700 Fans, die am Freitag kamen, die weiteste Anreise hatte. Christian Meyer aus Papenburg (Niedersachsen) ist mehr als 900 Kilometer gefahren, und bekam dafür vom Fanclub-Chef einen Humpen überreicht – freilich gefüllt mit frischem Erdinger. Der 29-Jährige war für den Freitag angereist und hat sich Samstagfrüh auf nach Salzburg zu seiner Freundin auf. Eine Übernachtungsmöglichkeit hatte er nicht. „Da muss wohl das Auto herhalten“, erzählte Meyer lachend.

Wäre er nicht gewesen, hätte der Erdinger Club Lastrup eVau vermutlich den Humpen gewonnen – für eine 890 Kilometer lange Anreise aus Niedersachsen. Er dürfte mit 340 Mitgliedern zu den größeren Fanclubs zählen. 17 von ihnen waren nach Erding gereist. Fans sind sie seit 16 Jahren: Der Mitgliedsausweis ist auf den 25. Juli 2000 datiert. „Jeden Mittwoch um 20 Uhr treffen wir uns in unserer hergerichteten Erdinger Hütte“, erzählt Vorsitzender Andreas Schlichtinger. „Da trinken wir dann gemeinsam ein paar Gläser Erdinger.“

Bei den Fanfesten zum 120. und 125. Brauereigeburtstag waren die Männer des Clubs schon dabei. Hin und wieder kommen sie auch zum Herbstfest nach Erding. Zu Ehren des Weißbiers hatte der Club sogar von 2001 bis 2011 jedes Jahr eine Lastruper Wiesn organisiert – und dabei freilich nur den Erdinger Gerstensaft an rund 1200 Gäste ausgeschenkt.

Anders als die Lastruper kamen die meisten der Feierwütigen am Freitag aus dem näheren Umkreis – genauer gesagt „aus den Bereichen, deren Postleitzahl mit einer Acht anfängt“, verriet Weiller. Am Samstag kamen sie eher von weiter weg – so wie Palle Agermark aus Ishøj in Dänemark. Er legte 980 Kilometer für das Erdinger Fanfest zurück – Rekord am Samstag.

Ebenfalls weit angereist sind Edith und Mark Cooper. Der gebürtige Neuseeländer wohnt mit seiner Frau seit einem Jahr im Saarland. Ihren ersten Kontakt mit Erdinger Weißbier hatten die beiden jedoch bereits in Neuseeland. „Ich bin kein Biertrinker, aber in Havelock North wurde das Erdinger in einem Irish Pub ausgeschenkt. Vom Fass sogar. Es schmeckte so gut, auch wenn es zehn Dollar gekostet hat. Jeden Sonntag sind wir dann extra in die Bar, nur um dieses Bier zu trinken“, erzählt Edith Cooper. Auch ihr Mann Mark ist begeistert: „Das Erdinger Weißbier kann man einfach überall bekommen und es schmeckt überall gleich gut. Das ist einfach deutsche Qualität.“

Das Ehepaar ist mit dem jungen Fanclub „Die Buchenhainer“ aus Saarwellingen angereist. Ihn gibt’s erst seit zwei Monaten. Vorsitzender ist Elmar Kockler. Er, seine Frau Judith und das Ehepaar Cooper waren oft gemeinsam im Kroatienurlaub. Auf dem Heimweg hielten sie gerne in Erding an, für eine Brauereiführung oder einen Herbstfestbesuch. Dieses Jahr war’s das Fanfest.

Von Franziska Huber

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