Der Masterplan für den Thermengarten: Eine dreistellige Zahl an Wohneinheiten stellt sich die Stadt im Süden Erdings vor – angrenzend zur bestehenden Siedlung. Unten ist die Kreisstraße ED 17, die Verbindung zwischen B 388 und Altenerding, mit einem möglichen Kreisverkehr an der Thermenallee (1) zu erkennen, rechts von unten nach oben die Sigwolfstraße. Zentrales Element ist ein U-förmiges Gebäude mit Geschosswohnungsbau (2), das die Baugenossenschaft realisieren will. Darunter ist ein Bauherrenmodell (3) vorstellbar. Die Landkreis-Wohnungsbaugesellschaft könnte sich am Rand des Areals unter anderem mit Doppelhäusern (4) engagieren. An der ED 17 plant die Stadt ein Einheimischenmodell (5). In einem zweiten Bebauungsplan wird der Dorfener Bauträger Robert Decker tätig (6). Plan: Stadtbauamt Erding

Masterplan Thermengarten

Ein bunter Mix für bezahlbaren Wohnraum

Erding – 100, 150 oder gar 200? Wei viele Wohneinheiten am Thermengarten in Erding entstehen werden, weiß noch niemand. Dreistellig wird die Zahl sicher. Bestechend an dem soeben beschlossenen Masterplan: Hier sollen sich nicht nur Reiche Wohnen leisten können.

Der Stadtrat will keine Zeit verlieren: Einstimmig beschloss der Planungs- und Bauausschuss am Dienstagabend den Masterplan für das Areal zwischen Sigwolfstraße, bestehender Thermengarten-Siedlung und der Kreisstraße ED 17. Oberbürgermeister Max Gotz (CSU) formulierte als Ziel: „Ende 2017 sollte das Baurecht geschaffen sein.“ Auf Nachfrage von Siegi Ippisch (CSU) wurden er und Stadtbaumeister Sebastian Henrich konkreter: Die ersten Häuser könnten 2019 bezugsfertig sein.

Immer wieder klang in der Sitzung durch, dass man es hier mit einem historischen Projekt zu tun habe. Für Gotz ist es ein „richtiger Schritt, in Erding zu substanziell mehr Wohnraum zu kommen“. Hinzu kämen weitere große Baugebiete – das an der B 388 („Poststadel“), das an der Haager Straße Ost/Ludwig-Simmet-Anger sowie am Erdbeerfeld. Dem OB war es ein Anliegen, darauf hinzuweisen, „dass wir am Thermengarten die Stadt maßvoll und mit Plan wachsen lassen“.

In der Tat: Dort wird nicht einfach ein Neubaugebiet aus dem Boden gestampft, sondern ein Konglomerat verschiedener Wohnformen geschaffen, die Horst Schmidt (SPD) als „nachahmenswertes Erdinger Modell“ bezeichnete.

Der Masterplan umfasst zwei Bebauungspläne. Den kleineren Teil wird der Dorfener Bauträger Robert Decker entwickeln und auf dem freien Markt absetzen. Dabei handelt es sich um die Fläche in der Ecke Sigwolfstraße/ED 17.

Städtebaulich interessanter ist der Bereich, der sich südwestlich an die bestehende Thermengarten-Siedlung mit dem Korbinian-Aigner-Gymnasium anschließt. Henrich stellte die Planungen vor, die sich freilich noch in einem frühen Stadium befinden.

Den Mittelpunkt bildet ein dreiseitiges Gebäude im Geschosswohnungsbau, in dem die Baugenossenschaft Erding 66 Einheiten günstig realisieren will. Statt einer Tiefgarage schwebt den Planern ein tiefer gelegtes Parkdeck vor. Den Abschluss zu einer Art Vierseithof bildet ein Komplex, den nach Ansicht des Stadtbaumeisters eine Bauherrengemeinschaft anpacken könnte. Südlich davon ist eine große Spielwiese eingezeichnet. Umgeben werden diese Gebäude von mehreren kleineren Anwesen, darunter Doppelhäuser. Gotz appellierte an die Wohnungsbaugesellschaft des Landkreises, sich hier zu engagieren. Ganz im Süden, an der ED 17, sieht der Masterplan ein Einheimischenmodell vor – „und zwar eines, das mit den EU-Anforderungen in Einklang steht“, so Gotz.

Angebunden wird das Neubaugebiet über die beiden Straßen sowie durch das Wegenetz der bestehenden Siedlung. An der Kreuzung mit der Thermenallee könnte ein Kreisverkehr realisiert werden.

Der Masterplan und das Bemühen, bezahlbaren Wohnraum zu schaffen, wurden allseits gelobt. Stephan Treffler (ÖDP) erkundigte sich nach einem Nahversorger. „Das wird sich nicht rechnen“, erwiderte Gotz. Wohnungsreferent Herbert Maier (Grüne) verlangte eine gute Anbindung ans Busnetz.

Hans Moritz

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