Dank an einen überaus Engagierten (v. l.): Dritter Bürgermeister Hans Schmidmayer, SPD-Fraktionschef Horst Schmidt, 2. Fraktionssprecherin Jutta Harrer und SPD-Ortsvorsitzender Karl-Heinz Gallinn würdigten den scheidenden Stadtrat Siegfried Draxler (M.). foto: bauersachs

Stadtrat und Seniorenreferent 

Draxler: „Der Abschied fällt mir sehr, sehr schwer“

Erding – Seit 14 Jahren gehört Siegfried Draxler für die SPD dem Stadtrat an. Genau so lange engagiert er sich als Seniorenreferent. Am morgigen Dienstag wird diese Zeit zu Ende gehen. Draxler hat beantragt, von seinem Mandat entbunden zu werden.

„Der Abschied fällt mir sehr, sehr schwer“, bekannte der 73-Jährige gestern. Doch seine angeschlagene Gesundheit hindert ihn daran, sich weiter ehrenamtlich zu engagieren. Draxler, der in den vergangenen Jahren immer wieder gegen schwere Krankheiten angekämpft hat, leidet an Parkinson. „Ich habe versucht, mein Bestes zu geben“, sagte er mit leiser Stimme. Auch wenn nicht alles gelungen sei, könne sich das Erreichte doch sehen lassen.

Das finden auch die beiden SPD-Fraktionsvorsitzenden im Stadtrat, Horst Schmidt und Jutta Harrer, Dritter Bürgermeister Hans Schmidmayer und Ortsvereinschef Karl-Heinz Gallinn, die Draxlers Verdienste würdigten. „Du hast die Senioren ins Bewusstsein der Erdinger gerückt“, sagte Schmidt und erinnerte an Draxlers beharrlichen Kampf für Barrierefreiheit in öffentlichen Gebäuden. „Er hat vieles auch mit Sturheit erreicht.“ Harrer ergänzte, dass Draxler auch den Gedanken der Tafel nach Erding gebracht habe und deren Gründungsmitglied sei.

Draxler geht offen mit seiner Erkrankung um: „Ich habe Parkinson. Das werd’ ich nicht mehr wegbringen, aber ich habe mir vorgenommen, die Krankheit in den Griff zu kriegen.“ Als Schwerpunkt seiner kommunalpolitischen Arbeit bezeichnete er die Barrierfreiheit, „ohne die geht es nicht“. Stolz ist er auch darauf, dass die SPD mit ihm das erste Projekt des Betreuten Wohnens in Erding durchgesetzt habe.

Draxler hatte Elektriker gelernt und als Flugzeugradartechniker im Fliegerhorst gearbeitet. Nach seiner Ausbildung zum Informationselektroniker versetzte ihn die Bundeswehr nach Südfrankreich, wo die Transall erprobt wurde. Nach seiner Rückkehr war er bei der Lufthansa tätig, wurde dort in den Betriebsrat gewählt und war zehn Jahre lang Gesamtbetriebsratsvorsitzender und Schwerbehindertenvertreter. Nebenher engagierte sich Draxler als Arbeitsrichter, Schöffe und Prüfer bei der Industrie- und Handelskammer.

Erst als Rentner zog es ihn in die Kommunalpolitik. 1998 trat er in die SPD ein. Den Ausschlag dafür hatte die damalige Landtagsabgeordnete Hildegard Kronawitter gegeben. 2002 kandidierte Draxler erstmals für den Stadtrat und wurde auf Anhieb gewählt. Seither war er auch Seniorenreferent. Die älteren Bürger lagen ihm stets besonders am Herzen. So gründete er auch die Selbsthilfegruppe „Senioren helfen Senioren“ oder initiierte die Veranstaltungsreihe „Musik am Nachmittag“ in der Stadthalle.

Als beispielhaft bezeichnete Schmidmayer Draxlers Engagement: „Du hast unsere Stadt ein gutes Stück nach vorne gebracht.“ Am 14. Dezember wird der SPD-Ortsverein Siegfrid Draxler gebührend würdigen. Eine Geschenkidee gibt es schon: die Willi-Brandt-Medaille. Diese hohe Auszeichnung hatte der 73-Jährige bereits 2013 erhalten. Sie war ihm samt Münzsammlung aber vor gut einem Jahr bei einem Einbruch gestohlen worden, erzählte Draxler.

Erster Nachrücker auf der SPD-Liste ist Willi Scheib. Der 72-Jährige war von 2004 bis 2014 schon einmal Mitglied des Stadtrates, bis die SPD 2014 einen Sitz verlor.

zie

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