Zu Gast bei der SPD war Stephan Treffler von der ÖDP mit seinen Plänen einer größeren Fußgängerzone. Foto: Kuhn

SPD-Ortsverein

Fußgängerzone: Entscheiden die Bürger?

Erding – Werden die Bürger Erdings über eine größere Fußgängerzone in der Altstadt entscheiden? SPD und ÖDP halten das für realistisch.

Die Erdinger SPD kann sich eine verkehrsberuhigte Innenstadt durchaus vorstellen – ganz im Gegensatz zur CSU. Die Genossen denken nicht, dass das der Tod der Langen Zeile wäre. Sie glauben zusammen mit der ÖDP sogar, das Gegenteil beweisen zu können. Nun denkt die SPD ernsthaft über ein Bürgerbegehren nach.

Bei ihrem Stammtisch am Sonntag im Gasthaus Zur Post hatten die Genossen Stephan Treffler von der ÖDP zu Gast. Die hatte, wie berichtet, das Thema Fußgängerzone wieder aufgegriffen. Treffler zollte der SPD Respekt und sprach ihr auch das Urheberrecht an dieser Idee zu. „Die SPD ist hier vor Jahrzehnten in Vorleistung gegangen“, sagte er.

Treffler stellte vier Szenarien mit unterschiedlicher Verkehrsberuhigung vor. Bei einer groben Erhebung, die Treffler ausdrücklich als nicht repräsentativ bezeichnete, hatte die „große Lösung“ mit einer Fußgängerzone in der Langen Zeile die größte Zustimmung erhalten.

Es komme jetzt darauf an, wie ein solches Vorhaben durchgesetzt werden könne. „Eine Fußgängerzone kann auch zeitlich begrenzt werden. Wir müssen da ganz weit aufmachen“, meinte er, um dann auf die Belange des Einzelhandels intensiv einzugehen: „Wir haben ein Warenangebot, das passend wäre für eine Fußgängerzone. Für den Anzug oder die Turnschuhe laufe ich in München kilometerweit“, so Treffler.

Genau hiermit fand er energische Unterstützung bei der SPD, und nicht wenige Mitglieder erinnerten sich daran, dass es schon einmal große Schritte in diese Richtung gegeben hatte. So berichtete Jutta Harrer unter Vorlage entsprechender Unterlagen, dass es 1997 ein Bürgerbegehren in diese Richtung gegeben habe. „Die weiteren Schritte sind dann irgendwann versandet“, sagte Harrer. Damals habe es noch einen Lebensmittel-Supermarkt in der Innenstadt gegeben, der als Argument gegen eine Fußgängerzone herhalten musste. Der sei jetzt weg, ohne dass die Fußgängerzone gekommen sei.

Das bedeute, dass die Unternehmensentscheidungen auf anderen Grundlagen beruhen müssten. Für Hubert Niestroy war wichtig: „Wir müssen die Innenstadt gemütlich machen, dann kommen die Leute her.“ Der Verkehr trägt nach Überzeugung aller nicht gerade zur Gemütlichkeit bei. „Das Einzige, was stört, ist dieser verdammte Verkehr“, meinte der designierte Ortsvorsitzende Karl-Heinz Gallinn, der auf Erfahrungen in anderen Kommunen verwies. Überall dort, wo Fußgängerzonen eingerichtet wurden, seien die Geschäftsleute zunächst skeptisch gewesen. Danach seien genau in diesen Bereichen die Umsätze jedoch dramatisch gestiegen.

Einig waren sich die Genossen, dass die Autofahrer, die nach dem Motto „sehen und gesehen werden“ durch die Innenstadt fahren, sowie der Parksuchverkehr einen erheblichen Anteil ausmachen, der raus müsse. Das lasse sich dadurch bewerkstelligen, dass das Parkplatzangebot etwa gegenüber dem Feuerwehrhaus an der Lebzelterstraße ausgeweitet wird. Für die weitere Planung müsse eine externe Analyse her, die von der Stadt veranlasst werden müsse, so der Tenor.

Klaus Kuhn

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