Vorsicht auf dem Schulweg

„Eine rote Ampel – das juckt viele nicht“

Landkreis – Die Polizei kündigt verstärkte Kontrollen zum Schulbeginn an. Wie gefährlich die Straßen für die Kinder sind – darüber können Schulweghelfer viel erzählen.

Die Schule startet am morgigen Dienstag. Tausende Kinder und Jugendliche befinden sich im Landkreis dann wieder auf täglich dem Schulweg – unter ihnen 1197 Erstklässler. Die Polizei fordert daher alle Verkehrsteilnehmer zu besonderer Vorsicht und Rücksicht auf. Die Beamten würden die Schulwege überwachen und intensive Verkehrskontrollen durchführen, kündigt das Polizeipräsidium Oberbayern Nord an. Gleichzeitig beginnt für die vielen Schulweghelfer wieder ein neues Arbeitsjahr. In vielen Gemeinden würden sich die Freiwilligen über Verstärkung freuen.

„Ich habe einen einzigen Neuen“, berichtet Sigrid Engl aus Wartenberg. Die meisten seien schon lange dabei, oft weit über die Schulzeit ihrer eigenen Kinder hinaus. Sie organisiert für die örtliche Verkehrswacht die erwachsenen Schulweghelfer. In der Marktgemeinde sind immerhin gut 30 im Einsatz. Doch an den vier Übergängen, die zu betreuen sind, bedeutet das immer noch, dass manche Freiwillige zweimal in der Woche Dienst tun. So auch Engl, die sich sich schon seit 17 Jahren als Schulweghelferin engagiert. Angestrebt wäre ein Einsatz alle zwei Wochen.

Dieser Turnus ist eigentlich auch für die Ehrenamtlichen an der Grundschule am Mühlanger in Dorfen vorgesehen. Das erzählt Herbert Preuthen, der den Dienst in den vergangenen fünf Jahren organisiert hat. Die Schülerlotsen stehen in Dorfen an zwei Ampeln, an der B 15 und an der Buchbacher Straße. „Wir bräuchten dafür also 20 Freiwillige, haben aktuell aber nur 13“, sagt der 48-Jährige, der weiter Wachschichten am Morgen übernimmt, die Organisation nun aber abgegeben hat. „Es ist kein großer Aufwand: eine halbe Stunde von 7.15 bis 7.45 Uhr alle zwei Wochen“, sagt der Elektroingenieur, der in München arbeitet. Er selbst nehme nach einem Einsatz den Zug um kurz nach acht.

Genervte Pendler würden häufig besonders rücksichtslos fahren, erzählt Preuthen. „Wenn die Leute schnell zum Zug wollen, dann ist eine dunkelgelbe Ampel kein Hindernis. Bei Rot über die Ampel – das sehe ich mindestens einmal pro Dienst.“

Ähnliches erlebt Herrmann Gerschlauer aus Eichenried viermal in der Woche. „Eine rote Ampel – das juckt viele nicht“, sagt er. Der Rentner ist im Dauereinsatz als Schulweghelfer. Gerade die Ampel an der Eichenrieder Schule über die B 388 sei gefährlich. Bei der Fahrt in Richtung Erding blende die tief stehende Morgensonne die Autofahrer häufig, berichtet der 76-Jährige. Daher habe er beim Staatlichen Bauamt schon nach stärkeren Leuchten gefragt. Eine Antwort habe er nicht.

Neben Tempokontrollen in den ersten Tagen und Wochen wird die Polizei besonderes Augenmerk auf die Einhaltung der Gurtanlege- und Kindersicherungspflicht legen. Schwerpunkte befinden sich rund um Schulen, Kindergärten und an stark frequentierten Schulwegen.

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