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Beginn der Schwammerlsaison

Der Fuchsbandwurm lauert

Landkreis – Auch im Landkreis Erding kommt es zu Infektionen wegen des Fuchsbandwurms. Daher sollen Pilze und Beeren aus dem Wald erhitzt werden.

Schwammerlsucher freuen sich auf die Saison, und auch wilde Beeren locken in die Wälder. So schön es ist, ungespritzte Lebensmittel zu essen, so sollte man sie doch mit Vorsicht genießen. Die kleinen Eier des Fuchsbandwurms könnten darauf haften, denn jeder dritte bis vierte Fuchs in Bayern trägt ihn in sich, wie das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit festgestellt hat.

„Pilze sollte man kochen, bevor man sie isst, aus Beeren kann man Marmelade machen“, empfiehlt der Vorsitzende des Kreisjagdverbandes Thomas Schreder, denn erst ab 60 Grad werden Bandwurmeier abgetötet. „Am sichersten sind Kochen, Backen oder Braten. Einfrieren, desinfizieren oder das Einlegen in Alkohol töten den Erreger nicht ab“, erklärt Claudia Fiebrandt-Kirmeyer, Pressesprecherin des Landratsamtes Erding. „Eine Kontamination mit Fuchsbandwurmeiern ist mit bloßen Auge nicht feststellbar.“ Allerdings empfiehlt das Landratsamt auch, Gemüse und Salat aus Freilandkulturen sowie Fallobst gründlich zu waschen oder nur gekocht zu verzehren.

Hat sich der Mensch mit dem Bandwurm infiziert, entwickeln sich im Darm Larven, die Richtung Leber wandern. Dort kann der Wurm erheblichen Schaden anrichten, bis hin zur kompletten Zerstörung des Organs. Tödlich endet dies nur, wenn die „Alveolare Echinokokkose“ nicht behandelt wird.

Bis erste Symptome der Erkrankung auftreten, können bis zu 15 Jahre vergehen. Grund der langen Inkubationszeit, ist die schleichende Vermehrung des Parasitengewebes. Wenn der Wurm größere Teile der Leber durch dieses Gewebe verdrängt hat, zeigen sich erste Anzeichen für die Infektion, wie Schmerzen im Oberbauch, Gelbsucht, Gewichtsverlust und eine vergrößerte Leber. Eine frühzeitige Diagnose kann durch Ultraschall und einer Blutuntersuchung gestellt werden. Dann muss das betroffene Gewebe operativ entfernt oder durch Chemotherapie behandelt werden.

Eine Erkrankung des Menschen kommt nur äußerst selten vor. Vergangenes Jahr wurden dem Robert-Koch-Institut 145 Echinokokkose-Fälle in Deutschland gemeldet, 29 davon in Bayern. Einige wurden auch im Landkreis Erding verzeichnet, „uns ist aber kein menschlicher Todesfall im Landkreis in Folge einer Fuchsbandwurmerkrankung bekannt“, so Fiebrandt-Kirmeyer. Die Zahl der bekannten Fälle stieg seit Beginn der Meldepflicht im Jahr 2001 kontinuierlich an. Grund könnte vor allem die Ausrottung der Tollwut sein. Das ließ die Population der Füchse sprunghaft ansteigen.

Hunde- und Katzenbesitzer müssen ebenfalls vorsichtig sein. Am Fell der Tiere können die Eier anhaften. Und auch Haustiere, die gerne auf Mäusejagd gehen, können sich infizieren. „Wenn Haustierbesitzer regelmäßig entwurmen, kann gar nichts passieren“, sagt Schreder aber. „Eine Übertragung des Fuchsbandwurms von einem Haustier auf den Menschen konnte bisher noch in keinem Fall nachgewiesen werden“, weiß Fiebrandt-Kirmeyer.

Auch wenn der Fuchs in Wäldern, auf Feldern und sogar in manchen Vorgärten anzutreffen ist, sind Jäger der Gefahr noch am ehesten ausgesetzt. „Manche Kollegen fassen einen erlegten Fuchs nur noch mit Handschuhen an“, verrät Schreder. Einige Füchse würden dann auf den Fuchsbandwurm untersucht. „Es sind ja nicht alle befallen. Aber die meisten.“ Für den Fall, dass ein Fuchs in den heimischen Garten eindringt, sollte er auf keinen Fall gefüttert werden oder Zugang zu Futter und Abfall erlangen.

von Franziska Huber 

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