Baugebiet südlich Thermengarten 

Günstige Mietwohnungen im Fokus

Erding – Bezahlbarer Wohnraum ist in Erding Mangelware. Dies hat auch die Stadt erkannt. Im Gebiet südlicher Thermengarten an der Sigwolfstraße sollen bald günstige Mietwohnungen entstehen.

In Zusammenarbeit mit der Baugenossenschaft Erding und der landkreiseigenen Wohnungsbaugesellschaft will die Stadt westlich der Sigwolfstraße und südlich des Baugebiets Thermengarten auf einem eigenen Grundstück in Sachen Wohnungsbau aktiv werden. Von einem Mietpreis von neun Euro pro Quadratmeter sprach Oberbürgermeister Max Gotz jetzt in der Senioren-Bürgerversammlung. Am morgigen Dienstag befassen sich die Stadträte im Planungs- und Bauausschuss mit den Details und dem dafür erarbeiteten Masterplan. Die Sitzung im Erdinger Rathaus beginnt um 17.45 Uhr.

Das Gebiet südlich des Thermengartens ist in zwei Bebauungspläne aufgeteilt. Der westliche Teil des Grundstücks gehört der Stadt, der östliche befindet sich in Privateigentum. Neben dem Masterplan lässt die Stadt ein Lärmschutzgutachten erarbeiten.

Für OB Gotz ist die Wohnraumbeschaffung ein zentrales Thema. Allerdings hält er wenig davon, immer mehr Baugebiete auszuweisen, um den Druck vom Markt zu nehmen. Die Erfahrung bislang zeige, dass auch das nicht dazu führe, dass Wohnen günstiger werde, sagte er. Auch der Pro-Kopf-Wohnraum sei in den vergangenen Jahren stetig gestiegen – und zwar um 13 Quadratmeter pro Person, analysierte Gotz anhand von Statistiken.

Die Nullzinspolitik der EU mache die ganze Sache noch schwieriger: „Die Menschen investieren zu Preisen in Wohnraum, die sich zu einer Blase aufblähen. Ich hoffe, dass es nicht so endet wie 2007/08.“ Auch wenn die Schaffung von Wohnraum im Fokus der Stadt liegt, bat Gotz um Geduld. Bebauungspläne bräuchten Zeit, bis alle Verfahren durchlaufen seien. Umso mehr freue ihn, dass die Stadt südlich des Thermengartens so zügig vorankomme.

Gotz sieht aber nicht nur die Stadt in der Pflicht, sondern auch die Unternehmen vor Ort, wenn es darum geht, günstigen Wohnraum für Auszubildende zu schaffen. „Auch vom Gewerbe muss mehr kommen“, forderte der OB am Donnerstagabend in der CSU-Versammlung. Betriebe könnten sich beispielsweise zusammenschließen und gemeinsam ein Apartmenthaus bauen. Hier sei Kreativität gefragt.

Grundsätzlich freut es den OB, dass Erding Wachstumsregion ist. „Es ist ein gutes Zeichen, dass viele Familien zu uns ziehen. Darum werden wir beneidet. Die Kinder sind der eigentliche Reichtum dieser Stadt“, betonte Gotz.

Dennoch mache der demografische Wandel auch vor Erding nicht halt. Derzeit leben 6364 Bürger in der Stadt, die 64 Jahre und älter sind, so die aktuellen Zahlen des Einwohnermeldeamtes. Andererseits ist Erding nach Freising und mit München der jüngste Landkreis im Freistaat. Hier liegt das Durchschnittsalter laut statistischem Bundesamt bei 41,7 Jahren, bayernweit bei 43,6. Der Trend ist allerdings in allen Kreisen gleich: Das Durchschnittsalter ist in den vergangenen Jahren gestiegen, in Erding um 4,1 Prozent.

Gabi Zierz

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