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Wenn die Gruber mit dem Gernot: „Küss die Hand“ heißt das Duo-Kabarett-Programm, mit dem Monika Gruber und ihr österreichischer Kollege ab Mitte September auf Tour sind. Ob sie auch nach Erding kommen, steht noch nicht fest.

Interview mit Monika Gruber

„Ich würde gern eine Hexe spielen“

Erding - Monika Gruber ist wieder auf Tour. Nicht alleine, sondern mit ihrem österreichischen Kabarett-Kollegen Viktor Gernot. Für Herbst 2017 kündigt sie ein neues Soloprogramm an. Was sie bis dahin noch alles vorhat, hat sie uns erzählt.

Fünf Solo-Kabarettprogramme in zehn Jahren: Damit haben Sie Ihre Fans seit 2004 begeistert. Zuletzt hat man wenig von Ihnen gehört. Warum?

Monika Gruber: Ich brauche zwischendurch immer mal wieder Zeit zum Durchschnaufen, und ich denke, das Publikum braucht auch zwischendurch ein Päuschen von mir, damit es nicht irgendwann heißt: „Oh mei, de scho wieda!“ Obwohl: Vielleicht nenne ich mein neues Programm 2017 so? Eine Band dazu gibt’s ja schon!

Im Herbst starten Sie wieder voll durch: Dann gehen Sie zum zweiten Mal mit einem Kabarett-Partner auf Tour. Ist das lustiger, als allein auf der Bühne zu stehen? Und was ist schwierig daran?

Gruber: Es ist sowohl auf als auch hinter der Bühne lustiger, mit jemandem auf Tour zu sein. Allein fühlt man sich schon ab und zu wie jemand, der autistische Züge entwickelt. Und das Schwierige daran ist gleichzeitig das Schöne: Man weiß nie genau, was der andere sagen wird, deshalb ist kein Abend wie der andere. Ab und an muss man sich zwischendurch zusammenreißen, dass man nicht von einem Schmarrn in den anderen kommt, sonst lachen irgendwann nur noch wir oben auf der Bühne und unten niemand mehr.

Ende 2012 standen Sie mit Michael Niavarani auf der Bühne. Ihr „Best of Beide“-Programm kam auch bei den Zuschauern in Erding hervorragend an. Woher kommt Ihre Begeisterung für österreichische Kabarettisten?

Gruber: Ich liebe den österreichischen Dialekt und die Tatsache, dass er überall in Österreich – auch in den Medien – praktiziert wird. Schalten Sie mal bei uns morgens das Radio ein: Auf den meisten Sendern, übrigens auch denen, die ein „B“ für „Bayerisch“ davor haben, hört man nur noch selten Dialekt, sondern meist völlig charmebefreites, hochdeutsches Gekrächze. Eine Dame meinte jüngst bei einem Münchner Privatsender: „Heut wird’s ganz doll windig, also klemmen Sie Ihre Wäsche fest, sonst fliegen Ihnen die Schlüpper durch die Gegend!“ Da fragt man sich schon: Wo ist die Genfer Menschenrechtskonvention, wenn man sie mal braucht? Das grenzt für einen echten Bayern an Körperverletzung. Vieles klingt auch im Österreichischen mindestens so charmant wie im Bairischen: Wenn der Bayer „a Gaudi macht“, dann duad der Österreicher „Schmähführen“. Im übrigen passen wir Bayern humormassig besser zu den Österreichern als zu Restdeutschland, weil wir mit den Ösis eines gemein haben: Selbstironie.

Wie kam der Kontakt zu Viktor Gernot zustande?

Gruber: Ich kenne den Gernot schon etliche Jahre über den Michael Niavarani, der ja lange sein Duo-Partner war. Ursprünglich war deshalb ein „Flotter Dreier“ geplant, aber der Nia hat sich den Traum einer eigenen Shakespeare-Bühne in Wien erfüllt, und spielt permanent en suite, so dass keine Zeit für Kabarett bleibt, was wahnsinnig schade ist. Aber ich glaube auch, unsere abgespeckte Form, quasi der „Ball der einsamen Herzen“, dürfte kein Trauerspiel werden.

Das Programm heißt „Küss die Hand“: Auf was können sich die Zuschauer freuen?

Gruber: Auf einen Österreicher und eine Bayerin, die beide große Lust haben, etwas zusammen zu machen. Und ich hoffe, die Zuschauer haben genauso viel Spaß wie wir zwei beim Schreiben, Entwickeln und Proben.

Sie beide touren von Mitte September bis in den Dezember hinein in Österreich. Die meisten Vorstellungen sind längst ausverkauft. Sind auch Auftritte in Bayern und speziell in Erding geplant?

Gruber: Wir touren – mit einer kleinen Winterpause – bis Juni 2017, und es wird einige Auftritte in Bayern geben, ja. Genaueres kann ich zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht sagen.

Haben Sie schon ein weiteres Solo-Programm im Auge?

Gruber: Ab Herbst 2017 wird es wieder ein Solo-Programm von mir geben. Außerdem wird Joseph Vilsmaier hoffentlich das Drehbuch, an dem ich gerade parallel mit meiner Co-Autorin Angelika Schwarzhuber arbeite, verfilmen. Das heißt, ich würde bei diesem Projekt auch sehr gern selber vor der Kamera stehen. Darüber hinaus bin ich ja wieder bei „Hubert und Staller“ eingestiegen. Die ersten Drehtage waren bereits im August, und ich werde 2017 sicher wieder mit dabei sein. Und: Mit einigen Kabarett-Kollegen wie Michi Altinger, Alex Liegl und anderen plane ich ein eigenes Sketch-Format, das man sich übers Internet anschauen wird können. Und eventuell geht es ja mit „Monis Grill“ im nächsten Jahr ebenfalls weiter. Also fad wird mir bestimmt nicht.

Sie sind nicht nur Kabarettistin, sondern ausgebildete Schauspielerin: Gibt es viele Angebote? Welche Rolle würde Sie reizen?

Gruber: Es gibt relativ viele Angebote, was mich sehr freut, denn die angebotenen Rollen sind alle sehr unterschiedlich. Ich habe 2016 zum Beispiel eine intrigante Politikerin in „Um Himmels Willen“ gespielt und darf jetzt im Herbst in der Verfilmung von Jan Weillers Roman „Das Pubertier“ an der Seite von Jan Josef Liefers und Heike Makatsch meinen Schädel vor die Kamera halten. Es wird zwar neben der Tour ziemlich stressig, aber ich freue mich sehr auf meine berühmten und übrigens sehr umgänglichen Kollegen. Wahnsinnig gern würde ich in einem Kinderfilm mal die böse Stiefmutter oder eine Hexe spielen. Böse Zungen behaupten ja, da müsste ich mich am wenigsten verstellen, haha! Außerdem wär’s schön, wenn mich meine Nichten und Neffen mal im Kino anschauen könnten.

Ab September ist Ihre Serie „Monis Grill“ im Fernsehen zu sehen, donnerstags um 23.30 Uhr im Ersten und freitags um 19.30 Uhr im Bayerischen Fernsehen. Um was geht’s?

Gruber: Es geht um ein Lokal namens „Monis Grill“, das ich als Wirtin Moni Schweiger zusammen mit meiner Schwester Toni (gespielt von Christine Neubauer), die für die Küche zuständig ist, führe. Dazu kommt noch unsere unkonventionelle Mama (gespielt von der großartigen Sarah Camp), die sich – zwar etwas gschlampert – um die Buchhaltung des Lokals und auch um unsere beiden Kinder kümmert. In jeder Folge taucht ein Stammgast in Form einer prominenten Persönlichkeit auf – unter anderem Sonya Kraus, Fritz und Elmar Wepper, Schorsch Hackl mit Felix Loch und Harry G, der kommt, weil er Tonis Küche zu schätzen weiß, und auch, weil er gern ein bisserl über Gott und die Welt ratschen mag. Das heißt, das Format ist eine Art Hybrid-Format zwischen einer fiktiven Handlung und einem Gespräch beziehungsweise einem locker geführten Interview mit einem Prominenten.

Wie waren die Dreharbeiten mit Christine Neubauer und Regisseur Franz Xaver Bogner?

Gruber: Die Dreharbeiten waren angenehm, weil ich den Franz und die Christine schon einige Jahre kenne, aber auch wahnsinnig anstrengend, weil ich mich auf die Gespräche neben einem 14-Stunden-Drehtag intensiv vorbereitet habe. Und natürlich auch, weil weder Franz noch ich so ein Format jemals zuvor gemacht hatten. Da es etwas völlig Neues ist, bin ich natürlich extrem gespannt, wie das Publikum darauf reagieren wird – ob es fremdelt oder Zugang findet.

Der Herbst wird beruflich ziemlich turbulent für Sie: Was machen Sie, um sich zu entspannen?

Gruber: Wenn ich mal nicht beim Spielen, beim Drehen, oder in Köln bei der „Heute-Show“ bin, dann mache ich ehrlich gesagt nicht viel. Ich fahre zur Mama, hoffe saufrech, dass sie was Gutes gekocht hat, und am Nachmittag spiele ich ein bisserl mit meinen Nichten und Neffen, damit ich wieder Stoff für ein neues Programm habe, denn die Kinder sind echt viel, viel lustiger als ich.

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